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Freie Radikale und Oxidativer Stress

1. Was ist das?

Freie Radikale sind Teile (Bruchstücke) von Molekülen, die sehr aggressiv sind und wegen ihrer heftigen Reaktionsfähigkeit nur kurzzeitig existieren. Am gefährlichsten sind das Superoxid-Anionenradikal O2-, Wasserstoffperoxid (H2O2) und das Hydroxylradikal OH-. Die Sauerstoffverbindungen mit ungepaarten Elektronen sind bestrebt, einem anderen Atom oder Molekül Elektronen zu entreißen. Sie reagieren mit diesen und bilden dabei neue Radikale, die wiederum anderen Substanzen ebenfalls Elektronen entreißen. Es kommt in einer Kettenreaktion zur stetigen Vermehrung der Radikale im Körper, was zur Beschädigung oder Zerstörung von Zellen führt. Bei einem Überschuss an freien Radikalen entsteht der schädliche oxidative Stress.

Andererseits setzt das Immunsystem selbst oxidativen Stress mittels reaktiver Sauerstoff- und Stickstoff­verbindungen wie O2-, OH-, H2O2 und ONOO- ein, um krankmachende Keime (Bakterien, Viren) und kranke bzw. defekte Körperzellen gezielt zu zerstören. Für die Produktion von H2O2 etwa benötigt und verbraucht das Immunsystem Vitamin C. Im Extremfall, in der alternativen Krebs-Therapie, werden 50 ‒ 300 g Vitamin C i.v. pro Tag eingesetzt, um die hohe Vitamin-C-Konzentration im Blut zu erzeugen, die für die Zerstörung der Krebszellen erforderlich ist. Freie Radikale können also auch zur Heilung beitragen. Probleme entstehen, wenn der Körper das Gleichgewicht (Homöostase) zwischen freien Radikalen und Antioxidantien nicht mehr herstellen kann.

Von besonderer Bedeutung ist der Angriff freier Radikaler auf die Phospholipide, die Bestandteil der Zellmembranen sind. Es entsteht Lipid-Peroxidation. Folge: die Zellmembranen werden beschädigt und können ihre Funktion als Torwächter nicht mehr ausüben. Mit dieser Funktion wird sichergestellt, dass Nährstoffe in der notwendigen Menge in die Zellen eindringen und Stoffwechselprodukte, die nicht mehr benötigt werden, die Zellen verlassen.

Bei Überschuss an ONOO- (Peroxinitrit) spricht man von nitrosativem Stress (oder kurz: Nitrostress). Dadurch wird z.B. die Superoxiddismutase (SOD) geschädigt, ein antioxidatives Enzym. Als Folge dieser Schädigung entsteht, wie in einer Abwärtsspirale, noch mehr ONOO-.

2. Wodurch wird die Bildung freier Radikale begünstigt?

Die Entstehung freier Radikaler wird durch alle Umweltgifte, ionisierende und nichtionisierende Strahlung, Mangel an Vitalstoffen bzw. Antioxidantien, durch Stress, durch Verbrennungen (z.B. Sonnenbrand auf der Haut, Einnahme zu heißer Speisen) sowie bei körperlichen Höchstleistungen begünstigt.

3. Welche Krankheiten entstehen durch freie Radikale?

Freie Radikale greifen die Zellstrukturen des Körpers an, können sie aber nur dann schädigen oder zerstören, wenn sie überhand nehmen. Umweltgifte schädigen dann sehr wirkungsvoll, wenn sie in die Zellen und Zellwände eingelagert und gespeichert werden. Geschädigt werden die Zellwände (Zellmembranen), die Innenwände der Blutgefäße (endotheliale Dysfunktion, s.u.) sowie intrazellulär die Mitochondrien, deren Membran und das Erbgut in der DNA.

Es können praktisch alle chronischen Krankheiten entstehen oder begünstigt werden: neurologische Krankheiten (Migräne, Depression, CFS, Demenz, Alzheimer, Parkinson, Schizophrenie etc.), Hormonstörungen, Gefäßerkrankungen (Atherosklerose, Bluthochdruck bis hin zum Herzinfarkt), alle Krebs-Arten, Autoimmunkrankheiten, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

3.1 Oxidativer Stress in der Schwangerschaft

Ein besonderes Risiko besteht für Schwangere vor und nach der Geburt: dann bildet der Körper das Hormon Prolaktin, damit die Milchbildung, das Wachstum der Brustdrüsen und die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt angeregt wird. Durch oxidativen Stress wird Prolaktin in Bestandteile gespalten, die massive schädliche Auswirkungen auf das Herz haben: sie schädigen das Endothel (s.o.) und verringern den Stoffwechsel im Herzmuskel. Folge: die peripartale Kardiomyopathie (PPCM), eine lebensgefährliche Herzerkrankung bei vorher gesunden Frauen, die innerhalb der letzten Schwanger­schafts­wochen bis sechs Monate nach der Geburt auftritt.

3.2 Endotheliale Dysfunktion

Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen beruhen auf einer endothelialen Dysfunktion. Das Endothel ist die Innenwand der Blut- und Lymphgefäße. Dysfunktion bedeutet: dort ist ein Defekt. Denkbar sind 2 Problemfelder:

  • Die Blutgefäße werden hart und spröde, weil Gifte in die Gefäßwände eingelagert werden oder weil sie verkalken. Folge: die Regulierung des Gefäß-Querschnitts mittels Stickstoffmonoxid (NO) funktioniert nicht mehr. NO bewirkt, dass die Gefäße sich entspannen, also weiter werden, sobald das notwendig ist, etwa weil sich das Blutvolumen kurzfristig erhöht, wenn der Mensch wegen Hitze oder Salzzufuhr viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Mit NO kann der Körper einen zu hohen Blutdruck schnell absenken.
  • Das Endothel wird durch chronische Entzündung geschädigt. Mögliche Ursachen auch hier: eingelagerte Umweltgifte, Mangel an Vitalstoffen, oxidativer Stress. Der Körper reagiert auf die Entzündung mit der Bildung von Thromben (Blutgerinnseln), um am geschädigten Blutgefäß den Blutaustritt zu verhindern. Im chronischen Fall gelingt das aber nicht. Die Thromben lagern sich an den entzündeten Stellen an, verringern den Adernquerschnitt und erhöhen dadurch den Blutdruck weiter, zudem steigt die Gefahr einer totalen Verstopfung der Adern, einer Thrombose; Folge: akute Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall. In der Medizin werden deshalb Medikamente wie ASS oder Marcumar eingesetzt, um die Gerinnungsneigung des Blutes zu verringern.

    Durch Gerinnungshemmung bzw. Blutverdünnung wird erreicht, dass das Blut leichter durch den verengten Blutgefäß-Querschnitt gelangt. Wenn das Blutgefäß allerdings spröde geworden ist, wird es weniger dicht, und es entsteht die Gefahr, dass das Blut durch die Wände der Adern und Venen direkt ins Gewebe gelangt. Folge: innere Blutungen, im Gehirn das Aneurysma. Dieses gilt als besonders gefährlich, weil es nicht frühzeitig entdeckt und verhindert werden kann und weil Heilung nicht möglich ist.

  • Ein erhöhter Homocysteinspiegel fördert die Entzündung des Endothels. Ursache kann ein Mangel an den Vitaminen B12, B9 (Folsäure) und B6 (Pyridoxin) sein.

In allen Fällen kommt es zur Ablagerung von Cholesterin (LDL, HDL) an den Gefäßwänden, zur Verengung des Gefäßquerschnitts und zu Bluthochdruck. Als besonders gefährlich gilt das Low Density Lipoprotein (LDL), weil es den oxidativen Stress weiter steigert. In der Medizin werden Statine zur Cholesterin-Senkung eingesetzt.

weitere Symptome: Atherosklerose, die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) oder Schaufensterkrankheit, Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheiten, Diabetes.

In der Schulmedizin gelten diese Erkrankungen als nicht heilbar; die Symptome können nur gemildert und ihr Fortschreiten kann nur verlangsamt werden, z.B. mit Blutverdünnern (ASS, Marcumar) und Cholesterin­senkern (Statine); beide Therapien haben gefährliche Nebenwirkungen. In den nachfolgenden Verweisen werden Hintergründe zur endothelialen Dysfunktion näher erläutert. Leider werden Umweltgifte als Ursache häufig nicht erwähnt.

4. Was kann man dagegen tun?

Freie Radikale werden durch Antioxidantien neutralisiert. Diese werden durch Stoffwechselvorgänge im Körper produziert und können mit der Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Wichtige Vitalstoffe, die antioxidativ wirken, sind die Vitamine A, C und E, Zink sowie Bio-Flavonoide (das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die bei vielen Früchten besonders reichlich in den Schalen vorkommen). Im gesunden Körper herrscht ein Gleichgewicht aus freien Radikalen und Antioxidantien. Kein Schaden entsteht durch zu viele Antioxidantien.

5. Diagnostik: Wie wird oxidativer Stress gemessen?

Durch Labormessungen, z.B.
  • Malondialdehyd-modifiziertes LDL (MDA-LDL),
  • Glutathion (GSH) gesamt, reduziertes GSH, oxidiertes GSH,
kann das Ausmaß des oxidativem Stress' bestimmt werden.

Hinweis:

In der Schulmedizin gilt es lediglich als unbestätigte Theorie, dass durch freie Radikale und oxidativen Stress Krankheiten entstehen bzw. verstärkt werden. Entsprechende diagnostische und therapeutische Methoden gelten deshalb als überflüssig.

Studien und weitere Informationen

Studien und weitere Informationen zur endothelialen Dysfunktion

zu Ursachen und therapeutischen Möglichkeiten

  • Chronische Entzündungen bekämpfen.
  • Freie Radikale bzw. oxidativen Stress im Blut bekämpfen durch optimale Versorgung mit Vitalstoffen; Vitamin C unterstützt die Entgiftung von Umweltgiften und den Aufbau von Kollagen und Blutgefäßen.
  • Durch Vitamin D wird die Endothel-Funktion wiederhergestellt und dadurch die Situation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2 verbessert.
  • Beseitigung der Umweltgifte, die in den Gefäßwänden eingelagert wurden, durch Chelattherapie.

Infos und Links:

28.11.2021 11:48

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