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Chronische Entzündung

1. Grundlagen

Infektion ist der Eintritt und das Wachstum von unerwünschten Organismen in den Körper, und der Körper reagiert darauf mit einer Entzündung. Die Entzündung ist die erste Verteidigung des Körpers gegen eine Infektion. Weitreichende gesundheitliche Probleme entstehen, wenn Entzündungen chronisch werden. Deshalb ist es wichtig, dies zu erkennen, die Ursachen zu finden und zu beheben. Chronische Entzündungen schwächen und belasten das Immunsystem.

Anzeichen chronischer Entzündungen können sein:
  • Schilddrüsen-Unterfunktion: die Schilddrüse produziert nicht genügend Hormone. Dadurch kann der Stoffwechsel beeinträchtigt werden, Erschöpfung und Depressionen können die Folge sein.
  • Schlechte Schlafqualität: Schlafstörungen, Schlafmangel; dadurch könnte sich die Schlafqualität weiter verschlechtern.
  • Mehr Stress, mehr Cortisol. Bei chronischem Stress nimmt allerdings die Fähigkeit von Cortisol, Entzündungen abzubauen, ab. Die Entzündungen nehmen zu.
  • Eine Nahrungsmittel-Intoleranz wird eigentlich vom Immunsystem beeinflusst. Nahrung, auf die der Körper empfindlich reagiert, triggert einen Entzündungs-Prozess, manchmal auch entzündungsfördernde Zytokine.

Weitere Informationen:

 

1.1 Entzündungen: Ursache und Folge von Krankheiten

Chronische Entzündungen können verursacht oder begünstigt werden durch

und Ursache sein von
  • Mangel an Vitalstoffen (Vitamine, Mineralien etc.) bei chronischer Darmentzündung (Reizdarm, Morbus Crohn, Leaky Gut), weil die Vitalstoffe nicht gut aus der Nahrung entnommen und aufbereitet werden,
  • Krebs, weil die Entzündung zu Zellschädigung führt,
  • Autoimmunkrankheiten, weil die Entzündungen das Immunsystem permanent belasten und dessen Fehlfunktion begünstigen,
  • Schädigung des Nervensystems,
  • vielen anderen chronischen Krankheiten.

 

1.2 Was sind eigentlich Entzündungen?

Eine Entzündung (Inflammation) ist die natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf Verletzung oder Infektion, also ein Reparaturmechanismus des Immunsystems, nachdem es Fremdstoffe, Reizstoffe, pathogene Keime (Krankheitserreger) oder beschädigte Zellen im Körper vorgefunden hat. Die Entzündung wirkt auch als Alarmsystem, damit die Reparatur beginnt und unerwünschte Eindringlinge aus dem Körper entfernt werden. Typtische äußere Anzeichen einer Entzündung sind Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz und funktionelle Einschränkung. Es handelt sich also um die natürliche, biologische Antwort der Selbstheilungskräfte des Körpers.

Die Entzündung wird chronisch, wenn diese unerwünschten Fremdkörper, -substanzen und Erreger permanent in den Körper gelangen oder wenn das Immunsystem keinen Weg findet, sie zu entfernen. Bei chronischen Entzündungen ist die Immunantwort eher unkontrolliert gegen harmlose Fremdantigene, z.B. Allergene, gegen persistierende Erreger, z.B. Candida und Herpesviren, oder gegen körpereigene Zellen gerichtet (Autoimmunität). Das ist vergleichbar einem Schwelbrand, der außer Kontrolle geraten ist, nicht mehr gelöscht werden kann und fortwährende Schäden an Gebäuden oder Landschaft verursacht. Wichtig wäre, die Ursache der chronischen Entzündung zu erkennen und zu beseitigen.

Chronisch-entzündliche Erkrankungen nehmen in allen höher entwickelten Industrienationen in ihrer Inzidenz und Prävalenz stetig zu. Dazu zählen Allergien, Diabetes, Rheuma, Magen-, Darm- oder Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Parodontitis und andere chronische Infektionen.

 

2. Ursachen einer Entzündung

  • Mastzellen

    Mastzellen zählen zu den weißen Blutkörperchen und sind für die unspezifische Immunabwehr von besonderer Bedeutung. Die Hauptaufgabe der Mastzellen besteht darin, bei Kontakt mit einem Krankheitserreger den Körper in einen Alarmzustand zu versetzen, indem sie Entzündungs-Mediatoren (z.B. Histamin, Zytokine) freisetzen. Das ist das Startsignal für eine örtlich begrenzte oder sich ausbreitende Entzündung der Haut und für die Entstehung unterschiedlichster und scheinbar nicht miteinander verbundener Symptome.

    Ein Problem entsteht, wenn die Mastzellen ohne besonderen Anlass, meistens ausgelöst durch einen Trigger, aktiv werden.

    • Volker von Baehr, IMD Berlin: Mastzellaktivierungssyndrom ‒ Differentialdiagnostik zur Histaminintoleranz (29.9.2016)

      Umfassende Beschreibung von Bedeutung und Funktion der Mastzellen; Labordiagnostik und therapeutische Optionen; Zusammenhang zur Histaminintoleranz.

    • Ludwig Manfred Jacob:
      Gut belegt, aber fast unbekannt: Die zentrale Rolle der Mastzellaktivierung (MCAS) bei COVID-19, Long Covid und Impfreaktionen (23.11.2021)

      Jede allergische (z. B. auf einen Bienenstich) und pseudoallergische Reaktion (z. B. Histaminintoleranz) wird von Mastzellen vermittelt. Sie werden als Reaktion auf einen Kontakt mit Krankheitserregern wie Viren, Bakterien oder Parasiten sowie Allergenen aktiv. Sie kommen über den ganzen Körper verteilt im Bindegewebe vor, am häufigsten in der Submukosa von Darm und Atemwegen und in der Lederhaut, in der Nähe von Gefäßen und Nerven.

  • Die Hygiene Hypothese

    Warum gibt es seit den 1970er Jahre einen Anstieg chronisch-entzündlicher Erkrankungen und der Allergien? Manche behaupten, der Grund sei (zu) viel Hygiene beim Kleinkind: dadurch werde das Immunsystem zu wenig trainiert, die Hygiene Hypothese. In diesem Beitrag wird zusätzlich behauptet, dass auch der Impfschutz die Auseinandersetzung des frühkindlichen Organismus mit pathogenen Keimen verhindert. Nicht erwähnt werden die Gifte im Impfstoff, die das Immunsystem aktiv schädigen. Und viel Hygiene bedeutet meistens auch vermehrten Einsatz von Desinfektionsmitteln, also giftigen Bioziden. Zudem ist der kindliche Organismus hinsichtlich der Entgiftung bei weitem nicht so leistungsfähig wie der Organismus eines Erwachsenen.

    Wodurch wird also das Immunsystem geschädigt?
    • Dadurch, dass dem Immunsystem zu wenige pathogene Keime angeboten werden und das Immunsystem deshalb zu wenig trainiert wird?
      Das wäre die Hygiene Hypothese.
    • Oder durch die Belastung und Schädigung des kindlichen Immunsystems mit chronisch wirkenden Giften ‒ Haushaltsreiniger, Desinfektionsmittel, Herbizide, Pestizide, Insektizide, Medikamente, Impfstoffe?
    Damit kein Missverständnis aufkommt: Hygiene mit sauberem Wasser und mit einfacher Seife ist gut.
  • Volker von Baehr:
    Autoimmunität, Allergie, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen ‒ Gibt es einen Zusammenhang zu Zahnersatzmaterialien? (2010)

    Erkrankungen, die mit chronischen Entzündungszuständen einhergehen, nehmen einen immer höheren Stellenwert ein. Es geht um Allergien, Diabetes, Rheuma, Magen-, Darm- oder Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose, Herz-Kreislauferkrankungen, Parodontitis und andere chronische Infektionen sowie um Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose, Morbus Crohn und Diabetes.

  • Dequina A. Nicholas, Elizabeth A. Proctor, Madhur Agrawal, Philip A. Kern, Douglas A. Lauffenburger, Barbara S. Nikolajczyk:
    Fatty Acid Metabolites Combine with Reduced ß Oxidation to Activate Th17 Inflammation in Human Type 2 Diabetes, auch hier (8.2019)
    Kommentar: What drives inflammation in type 2 diabetes? Not glucose, says new research

    Chronische Entzündungen können auch durch bestimmte Fettsäuren ausgelöst werden, die die Mitochondrien schädigen. Untersucht wurde dies an Entzündungen, die zu Diabetes Typ II führen.

 

3. Ort der Entzündung

3.1 Zähne, Kieferknochen (Ostitis, NICO)

Eine häufig unerkannte Quelle chronischer Entzündungen befindet sich im Kieferknochen: die Fettig degenerative Osteolyse im Kiefer (FDOK), auch NICO (neuralgia inducing cavitational osteonecrosis) oder chronische Kieferostitis genannt. Unerkannt, weil sie mit herkömmlichen bildgebenden Verfahren (Panorama-Röntgenaufnahmen) im Idealfall nur vermutet werden kann und erst mit einer digitalen Volumentomographie (DVT), einem Dental-CT, ggf. auch durch Magnetresonanz (MRT, mit Gabe eines Kontrastmittels, Gadolinium) in Form und Ausdehnung sicher identifiziert wird. Therapie: der Kiefer muss operativ ausgeräumt werden.

  • chronische Kieferostitis (FDOK, NICO) als Ursache chronischer Entzündungen

    FDOK: Fettig degenerative Osteolyse im Kiefer
    NICO: Neuralgia inducing cavitational osteonecrosis

  • Wurzelkanäle im Zahn

    Ein Zahn ist (normalerweise) ein lebendes Objekt wie alle Teile eines lebendigen Menschen. Es ist allerdings möglich, den Zahn abzutöten und ihn dennoch weiter im Mund zu belassen. Dazu wird der Wurzelkanal und die Pulpa entfernt, also das Geflecht aus Nervenfasern und Blutgefäßen im Inneren des Zahns und an seiner Wurzel. Dann ist dieser Zahn zwar abgestorben und schmerzfrei, verbleibt aber im Körper. Leider kann ein totes Organ im Körper auf Dauer zu Infekten führen, weil das Immunsystem jetzt den Zahn nicht mehr schützen kann. Im Zahn existieren weiterhin anaerobe Bakterien, produzieren giftige Stoffwechselprodukte und können in andere Bereiche des Körpers wandern.

    Dr. Weston A. Price hat erstmals die Probleme um die Wurzelkanalbehandlung gründlich untersucht und beschrieben.

    • Die Gefahren von wurzelgefüllten Zähnen
      DNA-Studien bestätigen die über hundert Jahre alten Erkenntnisse von Dr. Weston Price!
    • Zentrum der Gesundheit: Die Folgen einer Zahnwurzelbehandlung
    • Film: Root Cause, Film-Trailer (5.2020)

      Kommentar von Johanna Graf, DGUHT.

      Ein Mensch erleidet im Alter von ca. 20 Jahren ein Frontzahn-Trauma, in dessen Folge der Nerv eines Zahnes abstirbt. Durch eine Wurzelbehandlung kann dieser Zahn erhalten werden. In den folgenden Jahren kommt es zu einem allmählichen gesundheitlichen Niedergang. Sämtliche schulmedizinischen Behandlungen zur Änderung des Zustandes führen zu keiner dauerhaften Besserung. Der Patient flüchtet deshalb in verschiedene alternative Therapien, die aber auch keine wesentliche Hilfe bringen.

      Über verschiedene Umwege kommt er schließlich zu der Erkenntnis, dass sein wurzelbehandelter Zahn die Ursache allen Übels sein könnte – er lässt ihn entfernen und von da an geht es gesundheitlich wieder bergauf, was ihn zu einer Sanierung seines Gebisses nach ganzheitlich-biologischen Kriterien veranlasst. Dann lässt er auch Osteonekrosen (Knochenerweichungen) im Kiefer, die für die Schulzahnmedizin irrelevant sind, als Mitursache seiner Odyssee entfernen. So kommt es schließlich zu einer stabilen Gesundung und einer Wiederherstellung seiner Lebensfreude.

 

3.2 Chronische Entzündung des Darms

Der Darm ist Lebensraum von vielen lebensnotwendigen Bakterien, Viren und Pilzen, dem Mikrobiom, auch als Mikrobiota oder Darmflora bezeichnet. Der Mensch hat etwa 10-mal so viele Bakterien wie Körperzellen. Im gesunden Darm sind die nützlichen Bakterien eindeutig in der Überzahl, und das Immunsystem kann die schädlichen Bakterien und Parasiten unter Kontrolle halten (begrenzen). Hier befindet sich auch ca. 80% des gesamten Immunsystems eines Menschen. So ist beispielsweise jede zehnte Zelle im Darm eine sogenannte lymphatische Immunzelle. Die Darmschleimhaut, also die innere Oberfläche der Darmwand, bildet die Trennmauer zwischen dem Nahrungsbrei/Stuhl, der allerlei Stoffe ‒ nützliche und schädliche ‒ enthält, und dem Blutkreislauf, in dem schädliche Stoffe keinesfalls erwünscht sind und bei Vorhandensein sofort vom Immunsystem bekämpft werden bzw. über Nieren und Leber ausgefiltert werden.

Die nützlichen und notwendigen Stoffe ‒ Nährstoffe (Kohlehydrate, Fette und Eiweiße) und Vitalstoffe (Vitamine und Mineralien) ‒ müssen durch Darmschleimhaut und Darmwand hindurch gelangen, die schädlichen müssen blockiert und ausgeschieden werden. Die Trennmauer-Funktion erfüllen Immunzellen im Darm, bei einer entzündeten Darmschleimhaut jedoch nur lückenhaft. Bei Fehlbesiedlung des Darms werden diese Immunzellen ge- oder zerstört, d.h. funktionsuntüchtig. Dann gelangen die schädlichen Stoffe durch ein schadhaftes Immunsystem in Blutkreislauf und Körper und schädigen das Immunsystem und die Gesundheit des Menschen.

Das Leaky-Gut-Syndrom
Nicht nur krankmachende Darmbakterien und Pilze erzeugen Verdauungsgifte, sondern auch gesunde Bakterien. Normalerweise werden diese Gifte von einer gesunden Schleimhaut auf der Darm-Innenwand zurückgehalten. Beim Leaky-Gut-Syndrom ist die Schleimhaut so gestört und die Durchlässigkeit der Darmwand so sehr erhöht, dass auch normale Verdauungsgifte in den Körper gelangen. Durch eine einfache Stuhluntersuchung lässt sich die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut bestimmen. Dazu werden das Alpha-1-Antitrypsin oder auch Calprotectin gemessen. Erhöhte Werte lassen Rückschlüsse auf eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut zu.

Eine gesunde Darmschleimhaut nimmt keine Allergene auf, da diese durch das in der Schleimhaut befindliche Immunsystem sofort erkannt und unschädlich gemacht werden. Beim Leaky-Gut-Syndrom können Allergene ungehindert die Darmwand durchdringen und so eine Allergie, etwa eine Nahrungsmittelallergie, auslösen. Um zu verhindern, dass Allergene auf diese Weise in den Körper gelangen, muss sich die Schleimhaut wieder regenerieren und schließen. Dazu ist es notwendig, probiotische, effektive Mikroorganismen über einen längeren Zeitraum einzunehmen. Diese speziellen Mikroorganismen ernähren und reinigen die Darmschleimhaut und bauen eine intakte Darmflora auf.

Chronische Entzündungskrankheiten hängen häufig mit einer erhöhten Durchlässigkeit des Darms (Leaky Gut) zusammenhängen. Solche Krankheiten sind:

  • Autoimmunerkrankungen wie Zöliakie, Typ-1-Diabetes, Multiple Sklerose und Morbus Bechterew (chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung mit Schmerzen und Versteifung von Gelenken),
  • Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas, Insulinresistenz, nichtalkoholische Fettleber, Schwangerschaftsdiabetes, Hyperlipidämie und Typ-2-Diabetes,
  • Darmerkrankungen wie Reizdarmsyndrom, nicht-zöliakische Glutensensitivität und umweltbedingte Erkrankung des Duodenums (Zwölffingerdarm), des ersten Teils des Dünndarms,
  • Entzündung des Gehirns: Autismus, Schizophrenie, Depressionen und chronische Müdigkeit/Myalgische Enzephalomyelitis,
  • Hirn- und Leberkarzinome.

Weitere Ursachen der chronischen Darmentzündung

  • Chemo- oder Strahlentherapie zerstören Krebszellen, doch leider schädigen sie auch die Schleimhäute im Darm.
  • Durch Antibiotika und andere Medikamente werden nicht nur schädliche Keime bekämpft, sondern das gesamte Immunsystem des Darms wird geschädigt. Setzen Sie lieber pflanzliche Antibiotika ein.
  • Viele Nahrungsbestandteile ‒ Farb- und Konservierungsstoffe und weitere Zusätze der Lebensmittelindustrie ‒ schaden dem Darm. Konservierungsstoffe in Lebensmitteln haben die Kennzeichnung E200 bis E299. Sie töten die guten Darmbakterien, greifen die Darmschleimhaut an und machen sie durchlässiger.
Lokale Symptome im Darm bei Beschädigung oder Entzündung der Darmschleimhaut:
  • zu viele schädliche Pilze,
  • Fehlbesiedlung mit schädlichen Bakterien, die Dysbiose,

    Dysbiose meint ein Ungleichgewicht innerhalb der Darmflora; die Bakteriengemeinschaft kann durch Schadstoffe gestört sein. Zur schädlichen Fremdflora gehören z.B. die Fäulnisbakterien der Spezies Proteus, Klebsiella, Pseudomonas, Sarcina, auch Hefepilze wie Candida albicans, Candida crusei, Candida glabrata, Candida tropicalis sowie Schimmelpilze wie Aspergillus fumigatus und pathogene Vertreter von Colibakterien.

  • Durchfall (Diarrhö),
  • Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Divertikulitis, Leaky Gut Syndrome, Reizdarm.
Systemische Symptome chronischer Entzündungen sind am ganzen Körper zu spüren
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
  • Allergien, z.B. Heuschnupfen und Photosensibilität, und Kreuzallergien,
  • schlechteres Immunsystem, verminderte Infektabwehr,
  • Autoimmunkrankheiten wie Rheuma.
  • Die Blutgefässe werden durchlässiger, um Wasser, Elektrolyte und Proteine in die entzündeten Körperregionen zu senden, was zu Schwellungen führt, damit dort schneller eine Heilung eintreten kann, die aber nicht kommt.
  • Neurologische/psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen und Migräne.
Therapeutische Optionen zur Reduktion von Darmentzündungen und Verbesserung der Darmflora:
  • die Aminosäure L-Glutamin,
  • Knochenbrühe ‒ mit Kollagen-haltiger Gelatine,
  • Kräuter ‒ Rot-Ulme und Eibischwurzel,
  • Probiotika, z.B. fermentierte Nahrung,
  • Kokosöl,
  • Intervallfasten.

Weitere Informationen und Studien zu chronischen Entzündungen des Darms

 

4. Wirkung der Entzündung

4.1 Chronische Entzündung und Krebs

 

4.2 Chronische Entzündung im Nervensystem

Von besonderer Bedeutung sind das zentrale Nervensystem (Gehirn, Rückenmark, ZNS) und das enterische Nervensystem (Nervenzellen im Magen-Darm-Trakt, ENS). In beiden findet man Neurotransmitter: die exzitatorischen (z.B. Serotonin und Dopamin) und die inhibitorischen (z.B. Gamma-Aminobuttersäure, GABA, und Glycin). Der Vagus-Nerv, die Darm-Hirn-Achse, stellt die Verbindung zwischen beiden Nervensystemen her.

  • Wendeln AC, Degenhardt K, Kaurani L, Gertig M, Ulas T, Jain G, Wagner J, Häsler LM, Wild K, Skodras A, Blank T, Staszewski O, Datta M, Centeno TP, Capece V, Islam MR, Kerimoglu C, Staufenbiel M, Schultze JL, Beyer M, Prinz M, Jucker M, Fischer A, Neher JJ:
    Innate immune memory in the brain shapes neurological disease hallmarks (4.2018)

    Kommentar: Ein Immungedächtnis im Gehirn / An immunological memory in the brain

    Entzündungs-Reaktionen können die Immunzellen des Gehirns dauerhaft ändern, was bedeutet, dass diese Zellen ein immunologisches Gedächtnis haben. Dieses Gedächtnis kann die Entwicklung neurologischer Erkrankungen beeinflussen, die später im Leben auftreten. Daraus wird deutlich, wie wichtig es ist, chronischen Entzündungsprozessen im Gehirn wirksam vorzubeugen.
  • Qianquan Ma, Changsheng Xing, Wenyong Long, Helen Y. Wang, Qing Liu & Rong-Fu Wang:
    Impact of microbiota on central nervous system and neurological diseases: the gut-brain axis, auch hier (3.2019)

    Es gibt eine gegenseitige Beeinflussung zwischen dem Mikrobiom des Darms (Darmflora) und dem Gehirn. Diese Beeinflussung bzw. Kommunikation übt einen entscheidenden Einfluss während der Entwicklung des Gehirns, beim Abbau des Gehirns (Neurodegeneration) und bei Gehirntumoren aus. In dieser Studie wird erläutert, wie diese Kommunikation durch neurologische Erkrankungen gestört wird und wie Veränderungen am Darm-Mikrobiom neue therapeutische Optionen zur Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems bieten.

  • Michael T. Treadway, Jessica A. Cooper, Andrew H. Miller:
    Can't or Won't? Immunometabolic Constraints on Dopaminergic Drive, auch hier: _1_ _2_ (4.2019)
    Kommentare:

    Menschen sind erschöpft und antriebslos und sie bewegen sich zu wenig: können sie nicht, oder wollen sie nicht? Durch Analyse der Entzündungswerte (inflammatorische Zytokine) wird objektiv deutlich, dass diesen Menschen die Energie fehlt, u.a. erkennbar an niedrigen Dopamin-Werten. Die Motivation geht verloren, psychiatrische Störungen können entstehen.

  •  

    5. Diagnostik

    Folgende Biomarker sind geeignet, um damit eine chronische Entzündung zu erkennen, und können im Labor mittels Blutprobe gemessen werden:

    • C-reaktives Protein (CRP)
      CRP ist ein Eiweiß, das in der Leber gebildet und ins Blut abgegeben wird; es gehört zu den Akute-Phase-Proteinen. CRP ist der wichtigste unspezifische akute Entzündungsparameter. Seine Blutkonzentration steigt im Rahmen entzündlicher (infektiöser und nichtinfektiöser) Erkrankungen an, am stärksten durch bakterielle Infektionen.
    • Tumornekrosefaktor-α (TNF-α)
      TNF-α ist ein Zytokin des Immunsystems und an lokalen und systemischen Entzündungen beteiligt. Es wird hauptsächlich von Makrophagen ausgeschüttet. Es regelt die Aktivität verschiedener Immunzellen, regt den Zelltod (Apoptose), die Zellproliferation, die Zelldifferenzierung und die Ausschüttung anderer Zytokine an. Es kann Fieber auslösen. Es wirkt auf den Fettstoffwechsel, die Blutgerinnung (Koagulation), die Insulinresistenz und die endotheliale Funktion.
    • Blutsenkungsreaktion
      Bei der Blutsenkungsreaktion ‒ auch als Blutkörperchensenkungsreaktion, Blutkörperchensenkung (BKS), Blutsenkung, Senkungsreaktion (SR), Erythrozytensedimentationsrate (ESR) oder Blutsenkungsgeschwindigkeit bzw. Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) bezeichnet ‒ handelt es sich um ein unspezifisches Suchverfahren bei Verdacht auf entzündliche Erkrankungen oder um einen Labortest zu deren Verlaufsbeurteilung. Entzündliche Erkrankungen, bei denen die Blutsenkungsgeschwindigkeit in der Beurteilung eine große Rolle spielt, sind beispielsweise Autoimmunerkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis, Sepsis oder die Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
    • RANTES
      Regulated And Normal T cell Expressed and Secreted, auch CCL-5 genannt, ist ein Chemokin, also ein Zytokin mit chemotaktischer Wirkung. Es lockt NK-Zellen, Granulozyten, Monozyten und Makrophagen in ein bestehendes Entzündungsgebiet.
    • Interleukin-6 (IL-6)
      Interleukine (bzw. umfassender die Zytokine) regulieren die Entzündungsreaktion des Körpers. Bei manchen Entzündungsreaktionen des Gehirns, z.B. bei Autismus, zeigt IL-6 erhöhte Werte im Blut, im Gehirn und in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor, Nervenwasser). Auch bei Gesunden zeigt sich kurzzeitig ein massiver Anstieg von IL-6 nach starker Muskelbeanspruchung.

    Wenn eine chronische Entzündung als Ursache der Leiden erkannt wurde, besteht das große Problem für Arzt und Patient darin, den Ort und die Ursache der Entzündung zu finden. Da in der Schulmedizin die oben genannten Ursachen, z.B. Umweltgifte, als unbedeutend gelten, steht der Arzt vor großen Rätseln. Des Rätsels Lösung in der Schulmedizin: Nicht über chronische Entzündungen reden und symptomatische, schmerzlindernde Therapien verordnen.

    Weitere Informationen:

    • Monika Puzianowska-Kuznicka, Magdalena Owczarz, Katarzyna Wieczorowska-Tobis, Pawel Nadrowski, Jerzy Chudek, Przemyslaw Slusarczyk, Anna Skalska, Marta Jonas, Edward Franek, and Malgorzata Mossakowska:
      Interleukin-6 and C-reactive protein, successful aging, and mortality: the PolSenior study (6.2016)

      IL-6 und CRP sind gut geeignet, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sowie das Sterblichkeitsrisiko anzuzeigen, speziell bei älteren Menschen.

    • Zytokine

      Zytokine sind Proteine, die der Signalübertragung zwischen Zellen dienen und die Entstehung, das Wachstum und die Differenzierung von Zellen regulieren, speziell von Zellen des Immunsystems. Es gibt sowohl entzündungsfördernde als auch entzündungshemmende Zytokine: Interleukine, Interferone, Tumornekrosefaktoren, Chemokine und koloniestimulierende Faktoren.

      • Lexikon: Wikipedia, DocCheck
      • Chemokine, RANTES, CCL-5
        Chemokine locken Effektorzellen, d.h. Zellen des Immunsystems, zum Infektionsherd und sorgen auch dafür, dass die Abwehrzellen durch Gefäßwände in das beschädigte Gewebe eindringen können.

        RANTES (Regulated And Normal T cell Expressed and Secreted) oder CCL-5 sind Chemokine, ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Bei einer Verletzung, Infektion oder Entzündung werden sie freigesetzt und locken Immunzellen an.

    • Labor medivere, 55128 Mainz:
      Darm-Mikrobiom Plus Stuhltest

      Analyse des intestinalen Mikrobioms, sowie die mikrobiologische Analyse, der aeroben und anaeroben Leitkeime, Schimmelpilze und Hefen, Verdauungsrückstände, a-1-Antitrypsin, Calprotectin, Gallensauren, Pankreas-Elastase, sekretorisches IgA und Zonulin.

    • Die Diagnostik ist sehr schwierig! Das wird an einzelnen Patienten-Beispielen deutlich.
    • Wikipedia

     

    6. Was hilft gegen chronische Entzündungen?

    Entzündugshemmende wirkung haben

    • eine gesunde Darmflora, z.B. mittels Probiotika;
    • viel Wasser trinken, saubere Luft atmen;
    • Nahrungsmittel: grüner Tee, Mittelmeer-Diät, Vollkornprodukte, Nüsse, Joghurt, Fisch;
    • Obst: Heidelbeeren, Steinobst;
    • Gemüse: Tomaten (Wirkstoff Lycopen), Bohnen, Olivenöl;
    • Kräuter und Gewürze: Ingwer, Basilikum, Chilipfeffer (Cayennepfeffer, Wirkstoff Capsaicin), Kurkuma, Katzenkralle, Weihrauch;
    • pflanzliche Antibiotika statt chemischer Antibiotika,
    • Vitalstoffe: gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren (Fischöl), mit den Vitaminen A, C, D und E, mit Magnesium, Schwefel, Zink, Algen, Antioxidantien, Resveratrol, S-Adenosylmethionin, L-Arginin;
    • als Therapie bei schweren Erkrankungen: Hochdosis Vitamin C (50 bis 300 g pro Anwendung);
    • lieber vermeiden:
      allergieauslösende Stoffe, Stress, Zucker, Transfette, Produkte der Lebensmittelindustrie.
    • In der Schulmedizin werden vorzugsweise nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Aspirin oder Ibuprofen verordnet, um die mit der Entzündung verbundenen Schmerzen zu dämpfen. Bei der typischen Schmerztherapie werden Ursachen weder gesucht noch gefunden. Allerdings unterstützen die Medikamente nicht die Heilung. Sie sind andererseits bei längerer Einnahme mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden: Magengeschwür, Asthma, Herzinfarkt, Schlaganfall und schlechtere Knochenheilung. Werden Opiate oder Opioide als Schmerztherapie verordnet, dann besteht zusätzlich Suchtgefahr.

    Weitere Studien und Informationen

     

    7. Patienten-Beispiele

    Manchmal wird die Ursache der chronischen Entzündung über Jahrzehnte nicht erkannt. Dann werden nur die Symptome behandelt und der Krankheitszustand ggf. sogar verschlimmert.

    • Franziska Braun und Thomas Braun: Rezidivierende Sialolithiasis? (Bayrisches Ärzteblatt 2019)
      Rainer Pließ: Kommentar

      Als Sialolithiasis bezeichnet man die Speichelsteinbildung, die den Abfluss des Speichels behindert. Das Bayrische Ärzteblatt veröffentlicht das OPG einer Patientin mit Sialolithiasis. Im Kommentar wird kritisiert, dass dabei die chronischen Entzündungen übersehen bzw. als Artefakte (technische Aufnahmefehler) fehlgedeutet wurden.

    • Antonio Jose Reyes, Kanterpersad Ramcharan and Rajesh Maharaj:
      Chronic migraine headache and multiple dental pathologies causing cranial pain for 35 years: the neurodental nexus, auch hier (9.2019)
      Kommentar: Verstrahlt

      Die Kopfschmerzen eines Mannes werden verursacht durch Eiteransammlungen im Zahnfleisch. Kopfschmerzen und Zahnschmerzen können vom selben Nerv vermittelt werden, dem Trigeminusnerv, und deshalb leicht verwechselt werden. Mehr als 35 Jahre lang bleibt den behandelnden Ärzten die Sache rätselhaft.

    28.6.2022 8:08

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