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Nahrung und Ernährung
Gesunde Nahrung
- hinterlässt bei ihrer Produktion in der Landwirtschaft keine Schäden,
- beruht nicht auf Massentierhaltung, Tierquälerei, Einsatz von Antibiotika, Pestiziden und Überdüngung;
- hat möglichst wenige Verarbeitungsstufen in der Nahrungsmittelindustrie durchlaufen,
- benötigt keine genveränderten Organismen (GMO), weder bei den pflanzlichen Lebensmitteln noch beim Tierfutter,
- enthält Eiweiß, Kohlenhydrate und gute Fette in einem ausgewogenen Verhältnis,
- ist reich an Ballaststoffen,
- ist angefüllt mit natürlich entstandenen Mikronährstoffen (Vitaminen, Mineralien, Bioflavonoiden),
- enthält keine Umweltgifte und keine Chemikalien (künstliche Süßstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe usw.).
Die Feststellung, welche Nahrungsmittel gesund sind, erfordert Intuition und Wissen. Es bleibt eine Herausforderung, im Lebensmittelangebot das zu finden, was gesund ist und zugleich den eigenen Bedürfnissen und Wünschen entspricht.
1 Nährstoffe - Lebensmittel
Aus den Nährstoffen beziehen wir die Energie für alle Körperfunktionen sowie die Bausteine für den Aufbau von Zellen, Gewebe, Organen, Knochen usw. Kohlenhydrate (Saccharide), Fette und Eiweiße sind Nährstoffe, die der Mensch benötigt und die er in einem ausgewogenen Verhältnis zu sich nehmen sollte. Zu viele Kohlenhydrate sind ungesund; das gilt besonders für weißen Zucker und Auszugsmehl. Bei Fetten gibt es große Qualitätsunterschiede. Viele Gewürze aus direkter pflanzlicher Herkunft sowie Salz (NaCl) haben gesundheitsförderliche Wirkung.
1.1 Fette
Fette erfüllen viele Aufgaben im Körper. Fehlen bestimmte Fette und Fettsäuren – oder sind andere im Übermaß vorhanden – kann das verschiedene Krankheiten begünstigen. Die Ernährung sollte einen ausgewogenen Fett-Anteil enthalten. Die Gesamtfettaufnahme sollte weniger als 30 % der täglichen Kalorien sein. Eine Ernährung mit zu vielen Fetten ist ungesund.
Seit Jahrzehnten galt ein medizinisches Dogma, das auf einer Statistikstudie beruhte: gesättigte Fettsäuren erhöhen den Cholesterinspiegel, und Cholesterin verursacht Herzkrankheiten. Doch die wissenschaftliche Grundlage war fragwürdig – sie basierte auf frisierten Daten und wurde eher durch Korrelation und Experten-Konsens als durch kritische Bewertung gestützt. Ergebnis: gesättigte Fette erhöhen nicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Aseem Malhotra: Saturated fat is not the major issue (22.10.2013)
Transfette, die in vielen Fastfood-Produkten, Backwaren und in Margarine enthalten sind, erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch entzündliche Prozesse. Doch bei gesättigten Fettsäuren sieht die Sache ganz anders aus: deren Vermeidung hat das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
- Die
PURE
-Studie:
Mahshid Dehghan, Andrew Mente, Xiaohe Zhang, Sumathi Swaminathan, Wei Li, Viswanathan Mohan, Romaina Iqbal, Rajesh Kumar, Edelweiss Wentzel-Viljoen, Annika Rosengren, Leela Itty Amma, Alvaro Avezum, Jephat Chifamba, Rafael Diaz, Rasha Khatib, Scott Lear, Patricio Lopez-Jaramillo, Xiaoyun Liu, Rajeev Gupta, Noushin Mohammadifard, Nan Gao, Aytekin Oguz, Anis Safura Ramli, Pamela Seron, Yi Sun, Andrzej Szuba, Lungiswa Tsolekile, Andreas Wielgosz, Rita Yusuf, Afzal Hussein Yusufali, Koon K Teo, Sumathy Rangarajan, Gilles Dagenais, Shrikant I Bangdiwala, Shofiqul Islam, Sonia S Anand, Salim Yusuf, Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE) study investigators:
Associations of fats and carbohydrate intake with cardiovascular disease and mortality in 18 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study, auch hier (29.8.2017)Bert Ehgartner: Die Entlarvung des Fett-Mythos (28.8.2018)
In der
PURE
-Studie werden die Daten von 135.335 gesunden Menschen im Alter zwischen 35 und 70 Jahren aus 18 verschiedenen Ländern ausgewertet. Ihre Ernährungsgewohnheiten werden über einen Zeitraum von sieben Jahren penibel aufgezeichnet. Es zeigen sich überraschende Ergebnisse.Zu viele Kohlenhydrate sind ungesund. Fette, soweit man sie in ausgewogenem Umfang zu sich nimmt, sind notwendig und führen nicht zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkten. (Fett sollte nicht wegen einer Schlankheitsdiät reduziert werden.) Gesättigte Fettsäuren sind besser als ungesättigte Fettsäuren, weil sie das Risiko für Schlaganfall eher reduzieren.
- Christopher E Ramsden, Daisy Zamora, Sharon Majchrzak-Hong, Keturah R Faurot, Steven K Broste, Robert P Frantz, John M Davis, Amit Ringel, Chirayath M Suchindran, Joseph R Hibbeln:
Re-evaluation of the traditional diet-heart hypothesis: analysis of recovered data from Minnesota Coronary Experiment (1968-73) (19.2.2016)Wenn gesättigte Fettsäuren durch Linolsäure ersetzt werden, dann senkt das den Cholesterinspiegel, aber nicht das Sterberisiko durch koronare Herzkrankheiten und andere Ursachen.
- Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention:
DSGiP-Leitfaden: Gesättigte Fettsäuren. Unverzichtbarer Teil einer gesunden Ernährung (3.2022) - Nina Teicholz:
A short history of saturated fat: the making and unmaking of a scientific consensus (8.12.2022)Die Hypothese, gesättigte Fettäuren würden Herzerkrankungen verursachen, beruhte auf fehlerhafter Wissenschaft und methodischen Mängel. Daraus folgten Ernährungsrichtlinien, die tierische Fette verteufelten und Pflanzenöle als gesündere Alternative propagierten. Dieser Beitrag beschreibt, wie es zu der Fehleinschätzung kam und wie sie aufgedeckt wurde.
Abstract (übersetzt)
Die Theorie, dass gesättigte Fette Herzkrankheiten verursachen, die sogenannte Ernährungs-Herz-Hypothese, wurde in den 1950er Jahren auf der Grundlage schwacher, assoziativer Beweise aufgestellt. Spätere klinische Studien, die diese Hypothese zu untermauern versuchten, konnten nie einen kausalen Zusammenhang herstellen. Diese Daten aus klinischen Studien wurden jedoch jahrzehntelang weitgehend ignoriert, bis Journalisten sie vor etwa einem Jahrzehnt ans Licht brachten. Spätere Überprüfungen dieser Beweise durch Ernährungsexperten wurden inzwischen in über 20 Übersichtsartikeln veröffentlicht, die größtenteils zu dem Schluss kamen, dass gesättigte Fette keinen Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die kardiovaskuläre Mortalität oder die Gesamtmortalität haben. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, diesen neuen Konsens über gesättigte Fette von den politischen Entscheidungsträgern anzuerkennen, die in den Vereinigten Staaten deutlichen Widerstand gegen die Einführung der neuen Erkenntnisse gezeigt haben. Im Fall der Ernährungsrichtlinien 2020 wurde festgestellt, dass Experten sogar ihre eigenen Beweise leugnen. Die globale Neubewertung gesättigter Fette im letzten Jahrzehnt legt nahe, dass Obergrenzen für diese Fette nicht gerechtfertigt sind und nicht länger Teil nationaler Ernährungsrichtlinien sein sollten. Interessenkonflikte und langjährige Vorurteile stehen einer Aktualisierung der Ernährungspolitik im Wege, um die aktuellen Erkenntnisse zu berücksichtigen.
- Taylor Gray, Yewande O Fasina, Scott H Harrison, Evelyn M Chang, Alex Y Chang, Antoinette Maldonado-Devincci, Jian Han:
Exploring the impact of a high-fat diet on the serotonin signaling in gut-brain axis, auch hier (25.8.2025)Zu viel Fett in der Nahrung ist nicht gesund. Eine chronisch fettreiche Ernährung erhöht den Spiegel der Stresshormone, führt zu einer Serotoninüberladung im Darm und schwächt die Darmbarriere (
Leaky Gut
). Dadurch entsteht ein Entzündungskreislauf, der sich im ganzen Körper ausbreitet. Die chemische Verbindung zwischen Darm und Gehirn wird unterbochen. Im Darm wird der Serotoninspiegel erhöht, gleichzeitig wird aber dieser Neurotransmitter in stimmungsregulierenden Bereichen verringert.
1.2 Zucker
Der Mensch ist nicht für eine kohlenhydratreiche Ernährung optimiert. Übermäßiger Zuckerkonsum ist nicht gesund. Dennoch enthalten die meisten Lebensmittel, die auf der ganzen Welt verzehrt werden, erhebliche Mengen Zucker. Dies war nicht immer der Fall. Historisch gesehen ‒ und noch im 20. Jahrhundert ‒ galt Zucker als Leckerbissen. Es handelte sich um eine Delikatesse, die nur gelegentlich genossen wurde, beispielsweise zu einer Tasse Kaffee oder Tee.
Im 21. Jahrhundert findet sich zugesetzter Zucker in fast allem, was wir essen, darunter in vielen Alltags-Produkten wie Nudelsauce, Salatdressing, Crackern, Fruchtsäften, Joghurt und Energy-Drinks. Zucker wird vom süßen Leckerbissen zur alltäglichen Gewohnheit.
Die Einführung einer zuckerreichen Ernährung hat weltweit zu einer Verschlechterung der Gesundheit und zu einer Vielzahl von chronischen und potenziell tödlichen Krankheiten geführt. Clevere Marketingtaktiken der Lebensmittelindustrie steigern den Absatz zuckerhaltiger Lebensmittel und sind maßgeblich für den übermäßigen Zuckerkonsum und die daraus resultierenden Krankheiten verantwortlich.
Andererseits gilt:
Zucker (und Stärke) sind ein Bestandteil von pflanzlichen und tierischen Naturprodukten und damit ein Grundnahrungsmittel, das für den Stoffwechsel als Energielieferant benötigt wird. Glukose, der Einfachzucker, ist die effizienteste Energiequelle für die zelluläre Energieproduktion und erzeugt im Vergleich zu Fetten mehr ATP (Energie) pro Sauerstoffmolekül. Dies macht sie besonders wertvoll bei sauerstoffarmen Bedingungen wie intensiver körperlicher Aktivität.
Es gibt mehrere Formen von Zucker:
- Fruktose: Fruchtzucker
- Maltose: Malzzucker.
- Laktose: Milchzucker.
Die Laktose wird mittels des Enzyms Laktase verstoffwechselt. Die Laktase wird bei den meisten Menschen im Dünndarm produziert. Wird Laktase nicht produziert, dann entsteht die Laktose-Intoleranz. - Saccharose: Rohrzucker, Rübenzucker.
- Glukose, auch Einfachzucker, Dextrose, Traubenzucker oder Blutzucker genannt.
Chemische Summenformel: C6H12O6. Obwohl das Gehirn nur 2% des Körpergewichts ausmacht, verbraucht es 20% der Energie – ca. 140 Gramm pro Tag. In den Mitochondrien der Zellen wird die Glukose – unter Verbrauch von Sauerstoff – in denEnergieträger
Adenosintriphosphat (ATP) verstoffwechselt.Im Gegensatz zu Fetten kann Glukose – durch Glykolyse – auch ohne Sauerstoff Energie produzieren. Dies dient als wichtiges Backup-System bei hochintensiven Aktivitäten, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut nicht ausreicht. Glukose ist ein vielseitiger Baustein im Körper und ist an wichtigen Prozessen wie der Gluconeogenese (Herstellung von neuer Glukose aus Proteinen) und dem Pentosephosphatweg beteiligt, der wichtige Komponenten für DNA und RNA produziert.
Glukose benötigt zur Verstoffwechselung das Vitamin B1. Bei Mangel an Vitamin B1 entsteht die Wernicke-Enzephalopathie, eine schwere neurologische Erkrankung (siehe dazu Beschreibung, auch Symptome in Wikipedia). Medikamente gegen Diabetes Typ 2 verursachen Mangel an Vitamin B1 und erhöhen dadurch das Erkrankungs-Risiko; dazu die Studie
Glucagon-like peptide-1 receptor ...
(s.u.). Bleibt die Wernicke-Enzephalopathie unbehandelt, drohen irreparable Schäden am Gehirn.- Madelyn M Klemmensen, Seth H Borrowman, Colin Pearce, Benjamin Pyles, Bharatendu Chandra:
Mitochondrial dysfunction in neurodegenerative disorders (19.12.2023)Obwohl die Mitochondriendichte in Neuronen geringer sein kann als in anderen Zellen, wie beispielsweise Myozyten, verbraucht das Gehirn im Vergleich zu anderen Geweben fast zehnmal mehr Sauerstoff und Glukose. Ein ruhendes kortikales Neuron [Nervenzelle im Cortex, der Hirnrinde] verbraucht 4,7 Milliarden ATP-Moleküle pro Sekunde. Dies unterstreicht die Abhängigkeit des Nervensystems von Mitochondrien für seine reibungslose Funktion. [...] Der höchste ATP-Bedarf eines Neurons besteht üblicherweise in den Synapsen.
- Dana Lev, Avshalom Leibowitz, Alon Lang, Gadi Shlomai, Gilad Twig, Yehudit Eden-Friedman, Tal Engel, Tali Cukierman-Yaffe, Rachel Dankner, Hertzel C. Gerstein, Adam Goldman:
Glucagon-like peptide-1 receptor agonists and Wernicke encephalopathy: A pharmacovigilance study and literature review (2.2026)Zur Therapie von Diabetes Typ 2 werden Medikamente mit GLP-1-Rezeptoragonisten, insbesondere Semaglutid oder Tirzepatid, eingesetzt. Sie verursachen Magen-Darm-Probleme und in der Folge eine schlechtere Versorgung mit dem Vitamin B1. Das verursacht die Wernicke-Enzephalopathie (siehe dazu die Beschreibung, auch Symptome in der Wikipedia).
- Madelyn M Klemmensen, Seth H Borrowman, Colin Pearce, Benjamin Pyles, Bharatendu Chandra:
In der Lebensmittelindustrie wird den Fertigprodukten und Getränken Zucker (Industriezucker
), vor allem Fruktose, zugesetzt, ohne das auf der Verpackung unmissverständlich zu deklarieren. Aber es schmeckt gut und wird gekauft. Hinzugefügter Zucker ist schon deshalb ungesund, weil dann z.B. die Vitalstoffe (Vitamine und Mineralien) für die Verstoffwechselung fehlen. Beispiele: Knuspermüsli (Granola), Proteinriegel, Frühstücks- und Haferflocken, Pasta-Saucen, Salat-Saucen (Dressings), Fertigsuppen, Nussbutter, Energiedrinks, Limonade (Softdrink) und verarbeitete Fruchtsäfte.
Zucker stimuliert die Ausschüttung von Dopamin. Dopamin ist das Glückshormon
, es erzeugt das Gefühl von Stärke und Freude, ein Gefühl, das man immer wieder haben möchte. (Im Fall von Parkinson produziert das Gehirn zu wenig oder kein Dopamin.) Übermäßiger Zuckerkonsum erzeugt eine Zucker-Sucht, vergleichbar mit anderen Missbrauchsdrogen. Untersuchungen an Schweinen, die 12 Tage lang täglich eine Stunde lang Zugang zu Zuckerwasser erhalten, zeigen, dass die Opioid- und Dopaminrezeptoren im Gehirn überstimuliert und dadurch herunterreguliert werden. Das geschieht, um das Gehirn vor Schäden zu schützen. Jetzt benötigt man noch mehr Zucker, damit die gleiche Lustreaktion entsteht. Das ist der Schlüsselmechanismus, durch den sich eine Sucht entwickelt.
Wir müssen keinen Zucker essen, denn der gesunde Körper kann ihn praktisch aus fast allen zugeführten Nahrungsmitteln und unseren Reserven selbst zusammensetzen. So wird der Zuckergehalt im Blut reguliert. Insbesondere Süßigkeiten und Zucker sind nicht notwenig, sondern im Gegenteil sehr schädlich. Der tägliche Zuckerkonsum beeinträchtigt das räumliche Gedächtnis und hemmt die Neurogenese (Bildung neuer Nervenzellen) im Hippocampus, einem Hirnareal, das an Lern- und Gedächtnisprozessen beteiligt ist. Zuckerreiche Ernährung verschlechtert die Situation im präfrontalen Kortex, wo Entscheidungsfindung und Impulskontrolle stattfinden. Dadurch steigt das Risiko für psychische Gesundheitsprobleme bei Kindern und Jugendlichen und im späteren Leben.
Das Gehirn benötigt Zucker. Aber zu viel Zucker schädigt das Gehirn!
Zu viel Zucker ist auch eine Ursache für das metabolische Syndrom
, also der Mischung aus Fettleibigkeit (Bauchfett, Adipositas), Insulin-Resistenz, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörung (Fettleber, Cholesterin). Zusätzlich wird das Risiko für Darmkrebs deutlich größer. Der zu hohe Zuckerkonsum verursacht nicht nur Krankheiten, sondern belastet auch weltweit die Gesundheitssysteme. Leider empfehlen die Gesundheitsbehörden keine Obergrenze für die tägliche Zuckeraufnahme. Gesundheitspolitische Maßnahmen zur Begrenzung des Zuckerkonsums werden von der Lebensmittelindustrie bekämpft.
Empfehlungen
- Verzichten Sie auf zu viel Süßes! Das gilt besonders für Kinder.
- Es ist keine gute Idee, statt Zucker künstliche Süßstoffe zu verwenden. Nur geringfügig besser ist Stevia (zulässig: vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag).
- Wenn Sie mal ein Gefühl der Unterzuckerung haben, dann trinken Sie ein Glas Apfelsaft, oder besser, essen Sie einen Apfel!
Weitere Informationen
- Zentrum der Gesundheit:
- Zuckerersatz: die 7 gesündesten Süssungsmittel
- Kann Zuckerersatz das Krebsrisiko erhöhen?
Zucker und künstliche Süßstoffe sind krebsfördernd, Zuckerersatzstoffe jedoch nicht.
- Die Lebensmittelindustrie verkauft Zucker, am liebsten an Kinder
- foodwatch-Marktcheck:
Frühstücksflocken für Kinder enthalten 50 Prozent mehr Zucker als Erwachsenen-Produkte ‒ foodwatch fordert gesetzliche Regelung für Kinder-Lebensmittel (17.12.2012)Frühstücksflocken, die speziell für Kinder vermarktet werden, enthalten im Mittel 50 Prozent mehr Zucker als Erwachsenen-Produkte.
- Nutella: Nutritional facts (5.4.2017)
Nutella wirbt mit dem Geschmack von Haselnuss, Kakao und Schokolade. Aber eine 15 g – Portion Nutella besteht zur Hälfte – 8,5 g ‒ aus Zucker.
- Spiegel Online:
So überzuckert und gefährlich sind Fruchtsnacks für Kinder (20.6.2024) - Laura Lara-Castor, Renata Micha, Frederick Cudhea, Victoria Miller, Peilin Shi, Jianyi Zhang, Julia R Sharib, Josh Erndt-Marino, Sean B Cash, Simon Barquera, Dariush Mozaffarian:
Intake of sugar sweetened beverages among children and adolescents in 185 countries between 1990 and 2018: population based study (7.8.2024)Samantha Anderer: Children's Sugary Drink Intake Has Increased Over 3 Decades (30.8.2024)
Kinder auf der ganzen Welt konsumierten 2018 durchschnittlich 23 % mehr zuckergesüßte Getränke als 1990. Untersucht wurde das Verhalten von Personen im Alter von 3 bis 19 Jahren aus 185 Ländern.
- foodwatch-Marktcheck:
- DocCheck
Weißt du alles über Zucker?
Teil 1 Teil 2 Teil 3- Im bittersüßen Zucker-Rausch
- Amy C Reichelt, Simon Killcross, Luke D. Hambly, Margaret J. Morris and R. Fred Westbrook:
Impact of adolescent sucrose access on cognitive control, recognition memory, and parvalbumin immunoreactivity, auch hier (2015)An jungen Ratten wird untersucht, wie sich täglicher Zuckerkonsum im Gehirn auswirkt. Bei Aufgaben, die den präfrontalen Kortex und den Hippocampus, also die Verhaltenskontrolle und übergeordnete kognitive Prozesse, betreffen, wird im späteren Alter die Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Diese Ergebnisse zeigen, dass der Konsum von hohen Mengen an zuckergesüßten Getränken bei Jugendlichen auch die neurokognitiven Funktionen beeinträchtigt, die die Entscheidungsfindung und das Gedächtnis beeinflussen. Dadurch erhöht sich später das Risiko für psychische Gesundheitsstörungen.
- Eurídice Martínez Steele, Larissa Galastri Baraldi, Maria Laura da Costa Louzada, Jean-Claude Moubarac, Dariush Mozaffarian, Carlos Augusto Monteiro:
Ultra-processed foods and added sugars in the US diet: evidence from a nationally representative cross-sectional study, auch hier (1.2016)Die Gefahr aus hochverarbeiteten Produkten der Lebensmittelindustrie entsteht vor allem durch ihren hohen Zuckergehalt. Deshalb wäre es gut, diese Produkte zu meiden. Die Informationen über die Verarbeitungsschritte sind leider nur lückenhaft, auch für die Wissenschaftler, die die Ernährung statistisch erfassen und Ernährungsempfehlungen erarbeiten.
- Saccharose
- Michael Winterdahl, Ove Noer, Dariusz Orlowski, Anna C. Schacht, Steen Jakobsen, Aage K. O. Alstrup, Albert Gjedde & Anne M. Landau:
Sucrose intake lowers µ-opioid and dopamine D2/3 receptor availability in porcine brain (15.11.2019)An Minischweinen wird untersucht, wie sich die übermäßige Zufuhr von Saccharose im Gehirn auswirkt. Ähnlich wie bei einer Einnahme von Opioiden kommt es zu einer Abnahme der Opioid- und Dopaminrezeptoren, so dass eine Sucht entsteht, die immer höhere Reize erfordert, damit ein Gefühl der Zufriedenheit ‒ z.B. durch schmackhaftes Essen ‒ entsteht.
- Michael Winterdahl, Ove Noer, Dariusz Orlowski, Anna C. Schacht, Steen Jakobsen, Aage K. O. Alstrup, Albert Gjedde & Anne M. Landau:
- Zucker und gesättigte Fette
- Cristin E. Kearns, Laura A. Schmidt, Stanton A. Glantz:
Sugar Industry and Coronary Heart Disease Research (11.2016)Camila Domonoske:
50 Years Ago, Sugar Industry Quietly Paid Scientists To Point Blame At Fat (13.9.2016)Die Zuckerindustrie fördert über die
Sugar Research Foundation
(SRF) seit den 1960er Jahren den Gedanken, dass koronare Herzkrankheiten nicht durch Zucker (Saccharose), sondern durch Fett und Cholesterin verursacht werden. Damit gelingt es, gesundheitspolitische Entscheidungen zu lenken: Statine sollen das Problem lösen. - Tuki Attuquayefio, Richard J. Stevenson, Megan J. Oaten, and Heather M. Francis:
A four-day Western-style dietary intervention causes reductions in hippocampal-dependent learning and memory and interoceptive sensitivity, auch hier (23.2.2017)Die Ernährungsweise in den reichen Industriestaaten (
Western Diet
) ist reich an gesättigten Fetten und zugesetztem Zucker. Gesättigte Fette stammen vorwiegend aus Fleisch, weniger aus pflanzlicher Nahrung. Diese Ernährungsweise schädigt schon nach wenigen Tagen die Lern- und Gedächtnisfunktionen im Hippocampus, einem Teil des Gehirns. Zudem geht das Gefühl für Hunger und Sättigung teilweise verloren. - Richard J. Stevenson, Heather M. Francis, Tuki Attuquayefio, Dolly Gupta, Martin R. Yeomans, Megan J. Oaten and Terry Davidson:
Hippocampal-dependent appetitive control is impaired by experimental exposure to a Western-style diet, auch hier (19.2.2020)Die
westliche Diät
, typisch für die reichen Industriestaaten, ist reich an gesättigten Fetten und zugesetztem Zucker. Diese Ernährungsweise schädigt schon nach wenigen Tagen die Appetitkontrolle sowie die Lern- und Gedächtnisfunktionen des Hippocampus (Teil des Gehirns). Das wird schon seit längerem an Tieren beobachtet, nun auch am Menschen.
- Cristin E. Kearns, Laura A. Schmidt, Stanton A. Glantz:
- James J. DiNicolantonio, Varshil Mehta, Varshil Mehta, Sojib Bin Zaman, Sojib Bin Zaman, James H. O'Keefe, James H. O'Keefe:
Not Salt But Sugar As Aetiological In Osteoporosis: A Review (5.2018)Zuviel Zucker verursacht Osteoporose. Das hängt mit folgendem zusammen:
- Zucker erhöht die Ausscheidung von Calcium und Magnesium,
- Zucker verringert die Aufnahme von Calcium im Darm,
- Zucker erhöht die osteoklastische Aktivität und schädigt damit die Knochen,
- Zucker verringert die osteoblastische Aktivität und verhindert damit die Knochenbildung,
- Zucker verschlechtert die Bildung und Aktivität von Vitamin D.
Abstract (übersetzt)
Salz ist bekanntermaßen für eine erhöhte Kalziumausscheidung im Urin verantwortlich und gilt daher als Risikofaktor für Osteoporose. Allerdings kann die erhöhte Kalziumausscheidung im Urin bei höherer Natriumzufuhr durch die gesteigerte Kalziumaufnahme im Darm ausgeglichen werden. Somit scheint die Kalziumbilanz insgesamt durch eine höhere Natriumzufuhr nicht beeinträchtigt zu werden. Zucker hingegen, ein weiterer allgegenwärtiger weißer Kristall, kann durch verstärkte Entzündungen, Hyperinsulinämie, erhöhte Säurebelastung der Nieren, reduzierte Kalziumaufnahme und erhöhte Kalziumausscheidung im Urin zu Osteoporose führen. Zucker, nicht Salz, ist bei übermäßigem Konsum der wahrscheinlichere weiße Kristall, der ein Risikofaktor für Osteoporose darstellt.
- Elissa S Epel, Alison Hartman, Laurie M Jacobs, Cindy Leung, Michael A Cohn, Leeane Jensen, Laura Ishkanian, Janet Wojcicki, Ashley E Mason, Robert H Lustig, Kimber L Stanhope, Laura A Schmidt:
Association of a Workplace Sales Ban on Sugar-Sweetened Beverages With Employee Consumption of Sugar-Sweetened Beverages and Health, auch hier (28.10.2019)Es wurde ausprobiert, ob ein Verkaufsverbot für zucker-gesüßte Getränke innerhalb einer Firma möglich und nützlich ist. Ergebnis: es werden deutlich weniger gesüßte Getränke konsumiert, und die Beschäftigten nehmen ab und werden schlanker.
- Zucker fördert Krebs
- Michael A. Fuchs, Kaori Sato, Donna Niedzwiecki, Xing Ye, Leonard B. Saltz, Robert J. Mayer, Rex B. Mowat, Renaud Whittom, Alexander Hantel, Al Benson, Daniel Atienza, Michael Messino, Hedy Kindler, Alan Venook, Shuji Ogino, Kana Wu, Walter C. Willett, Edward L. Giovannucci, and Jeffrey A. Meyerhardt:
Sugar-Sweetened Beverage Intake and Cancer Recurrence and Survival in CALGB 89803 (Alliance), auch hier (17.6.2014)Bei Patienten mit Dickdarmkrebs im Stadium III ist der Verzehr von zuckergesüßten Getränken mit einem deutlich höheren Risiko für das erneute Auftreten von Krebs und mit einem höheren Sterberisiko verbunden.
- Jinhee Hur, Ebunoluwa Otegbeye, Hee-Kyung Joh, Katharina Nimptsch, Kimmie Ng, Shuji Ogino, Jeffrey A Meyerhardt, Andrew T Chan, Walter C Willett, Kana Wu, Edward Giovannucci, Yin Cao:
Sugar-sweetened beverage intake in adulthood and adolescence and risk of early-onset colorectal cancer among women, auch hier, als pdf (6.5.2021)Wer in der Jugend öfter gezuckerte Getränke zu sich nimmt, hat ein deutlich höheres Risiko für Darmkrebs. Mit jedem zuckergesüßten Getränk, das man im Alter von 13-18 Jahren pro Tag zu sich nimmt, erhöht sich das Risiko für Darmkrebs im Frühstadium um 32 %. Darmkrebs ist die zweithäufigste Todesursache mit einer bemerkenswerten Zunahme bei Menschen unter 55 Jahren.
- Michael A. Fuchs, Kaori Sato, Donna Niedzwiecki, Xing Ye, Leonard B. Saltz, Robert J. Mayer, Rex B. Mowat, Renaud Whittom, Alexander Hantel, Al Benson, Daniel Atienza, Michael Messino, Hedy Kindler, Alan Venook, Shuji Ogino, Kana Wu, Walter C. Willett, Edward L. Giovannucci, and Jeffrey A. Meyerhardt:
- Xiaojin Shi, Hsiaohan Tuan, Xiaona Na, Haibing Yang, Yucheng Yang, Yulin Zhang, Menglu Xi, Yuefeng Tan, Celi Yang, Junhan Zhang, Ai Zhao:
The Association between Sugar-Sweetened Beverages and Male Pattern Hair Loss in Young Men, auch hier (1.1.2023)In dieser chinesischen Statistik-Studie wird gefunden, dass durch hohen Zucker-Konsum, etwa in Getränken, bei jungen Männern das Risiko des Haar-Ausfalls steigt.
Abstract (übersetzt)
Wir haben diese Studie durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckergesüßter Getränke (SSB) und männlichem Haarausfall (MPHL) bei jungen Männern zu untersuchen. Wir haben diese Querschnittsstudie von Januar bis April 2022 in Festlandchina durchgeführt. Junge Menschen im Alter von 18-45 Jahren (n = 1951) wurden aus 31 Provinzen in China rekrutiert. Zur Datenerhebung verwendeten wir eine selbstausgefüllte Online-Umfrage. Wir untersuchten die Zusammenhänge zwischen der Menge/Häufigkeit des SSB-Konsums und MPHL mithilfe eines binären logistischen Regressionsmodells mit Anpassungen für soziodemografische, Haarstatus-, Nahrungsaufnahme-, Lebensstil- und psychologische Faktoren. Unter den 1028 Teilnehmern (27,8 ± 7,2 Jahre) stellten wir in der Endanalyse fest, dass ein hoher SSB-Konsum mit einem höheren MPHL-Risiko verbunden ist. Wir empfehlen mehr Unterstützung, um den SSB-Konsum bei jungen Menschen zu senken und negative gesundheitliche Folgen zu minimieren.
- Yin Huang, Zeyu Chen, Bo Chen, Jinze Li, Xiang Yuan, Jin Li, Wen Wang, Tingting Dai, Hongying Chen, Yan Wang, Ruyi Wang, Puze Wang, Jianbing Guo, Qiang Dong, Chengfei Liu, Qiang Wei, Dehong Cao, Liangren Liu:
Dietary sugar consumption and health: umbrella review (5.4.2023)Kommentar von DocCheck: Zucker: Süß, weiß und tödlich?
In dieser Meta-Analyse werden die gesundheitlichen Gefahren übermäßigen Zuckerverbrauchs analysiert. Ein hoher Zuckerkonsum ist im Allgemeinen eher schädlich für die Gesundheit, insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Konsum von zuckergesüßten Getränken führt zu einem erhöhten Körpergewicht, zu Leberverfettung und einer krankhaften Muskelfettansammlung. Bei hohem Zuckerverbrauch besteht auch ein erhöhtes Risiko für Gicht, Fettleibigkeit, erhöhte LDL-Cholesterinwerte, Typ-2-Diabetes und latenten Autoimmundiabetes (LADA).
- Laura Lara-Castor, Meghan O'Hearn, Frederick Cudhea, Victoria Miller, Peilin Shi, Jianyi Zhang, Julia R. Sharib, Sean B. Cash, Simon Barquera, Renata Micha, Dariush Mozaffarian & Global Dietary Database:
Burdens of type 2 diabetes and cardiovascular disease attributable to sugar-sweetened beverages in 184 countries (26.1.2025)Übermäßiger Verbrauch von Zucker ist weltweit ein gesundheitliches Problem. Er ist im Jahr 2020 verantwortlich für 2,2 Millionen neue Fälle Typ-2-Diabetes und 1,2 Millionen neue Fälle an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das betrifft eher Männer als Frauen, eher jüngere als ältere Erwachsene, eher Erwachsene mit höherem als mit niedrigerem Bildungsniveau und eher Erwachsene in städtischen als in ländlichen Gebieten.
Abstract (übersetzt)
Der Konsum zuckergesüßter Getränke (SSBs) wird mit Typ-2-Diabetes (T2D) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) in Verbindung gebracht. Eine aktuelle und umfassende Bewertung der globalen Belastung durch SSBs ist jedoch nach wie vor rar. Hier haben wir die SSB-bedingten T2D- und CVD-Belastungen in 184 Ländern für die Jahre 1990 und 2020 global, regional und national geschätzt und dabei Daten der Global Dietary Database einbezogen, die gemeinsam nach Alter, Geschlecht, Bildungsabschluss und Urbanität stratifiziert wurden. Im Jahr 2020 waren weltweit 2,2 Millionen (95 %-Unsicherheitsintervall 2,0-2,3) neue T2D-Fälle und 1,2 Millionen (95 %-Unsicherheitsintervall 1,1-1,3) neue CVD-Fälle auf SSBs zurückzuführen, was 9,8 % bzw. 3,1 % aller Neuerkrankungen entspricht. Weltweit waren die proportionalen Belastungen durch SSB bei Männern höher als bei Frauen, bei jüngeren als bei älteren Erwachsenen, bei Erwachsenen mit höherem als bei niedrigerem Bildungsniveau sowie bei Erwachsenen in städtischen als in ländlichen Gebieten. Nach Weltregionen wiesen die höchsten prozentualen Belastungen durch SSB in Lateinamerika und der Karibik (T2D: 24,4 %; CVD: 11,3 %) sowie in Afrika südlich der Sahara (T2D: 21,5 %; CVD: 10,5 %) auf. Von 1990 bis 2020 verzeichneten die größten proportionalen Anstiege der SSB-bedingten Fälle von T2D und CVD in Afrika südlich der Sahara (+8,8 % bzw. +4,4 %). Unsere Studie beleuchtet die Länder und Bevölkerungsgruppen, die am stärksten von kardiometabolischen Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Konsum von SSB betroffen sind, und trägt dazu bei, wirksame Strategien und Interventionen zur weltweiten Reduzierung dieser Belastungen zu entwickeln.
- Jiazhen Zheng, Zhen Zhou, Jinghan Huang, Qiang Tu, Haisheng Wu, Quan Yang, Peng Qiu, Wenbo Huang, Junchun Shen, Chuang Yang, Gregory Y H Lip:
Exposure to sugar rationing in first 1000 days after conception and long term cardiovascular outcomes: natural experiment study (22.10.2025)Mit Daten von Menschen aus Großbritannien, die zwischen 1951 und 1956 geboren wurden und deshalb in der Nachkriegszeit von Zucker-Rationierung betroffen waren, wird ein Vergleich möglich: wie wirkt sich ein Mangel an Zucker in den tausend Tagen nach der Empfängnis, also bis ca. zwei Jahre nach der Geburt auf die Gesundheit im späteren Leben aus.
Ergebnis: weniger Zucker bewirkt weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bessere Gesundheit des Herzens, weniger Diabetes und weniger Bluthochdruck.Abstract (übersetzt)
Zielsetzung: Untersuchung, ob die Erfahrung von Zuckerrationierung in der frühen Kindheit mit einem reduzierten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen im Erwachsenenalter einhergeht.
Studiendesign: Natürliches Experiment.
Studienort: Britische Bevölkerungskohorte.
Teilnehmer: 63.433 Teilnehmer der UK Biobank, geboren zwischen Oktober 1951 und März 1956, ohne vorbestehende kardiovaskuläre Erkrankungen, Mehrlingsgeburten, Adoption oder Geburt außerhalb Großbritanniens. Die Exposition wurde quasi-experimentell anhand des Geburtsdatums relativ zum Ende der Zuckerrationierung im Jahr 1953 zugeordnet. Externe Validierungskohorten der Health and Retirement Study und der English Longitudinal Study of Ageing wurden herangezogen.
Hauptzielkriterien: Primäre Zielkriterien waren neu aufgetretene kardiovaskuläre Erkrankungen, Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, Schlaganfall und kardiovaskuläre Mortalität, ermittelt anhand verknüpfter Gesundheitsdaten. Die Hazard-Ratios wurden mithilfe von Cox- und parametrischen Hazard-Modellen geschätzt, adjustiert für demografische, sozioökonomische, lebensstilbezogene, elterliche Gesundheits- und genetische Faktoren sowie geografische Kontrollgruppen. Bei einer Untergruppe, die sich einer kardialen Magnetresonanztomographie unterzog, wurden mehrere kardiale Parameter gemessen.
Ergebnisse: Eine längere Exposition gegenüber Zuckerrationierung war mit einem progressiv geringeren kardiovaskulären Risiko im Erwachsenenalter assoziiert. Im Vergleich zu Personen, die nie von Rationierungen betroffen waren, wiesen diejenigen, die im Mutterleib und in den ersten ein bis zwei Lebensjahren Rationierungen ausgesetzt waren, ein Hazard Ratio von 0,80 (95%-Konfidenzintervall (KI) 0,73 bis 0,90) für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 0,75 (0,63 bis 0,90) für Myokardinfarkt, 0,74 (0,59 bis 0,95) für Herzinsuffizienz, 0,76 (0,66 bis 0,92) für Vorhofflimmern, 0,69 (0,53 bis 0,89) für Schlaganfall und 0,73 (0,54 bis 0,98) für die kardiovaskuläre Mortalität auf. Neu aufgetretener Diabetes und Bluthochdruck erklärten gemeinsam 31,1 % des Zusammenhangs zwischen Zuckerrationierung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, während das Geburtsgewicht nur 2,2 % beitrug. Die Zuckerrationierung war zudem mit einem leichten Anstieg des linksventrikulären Schlagvolumenindex (0,73 ml/m² (95 %-KI: 0,05-1,41)) und der Ejektionsfraktion (0,84 % (95 %-KI: 0,40-1,28 %)) verbunden.
Schlussfolgerung: Eine Zuckerrationierung in den ersten 1000 Lebenstagen war mit einem geringeren kardiovaskulären Risiko im Erwachsenenalter und etwas günstigeren Herzparametern assoziiert. Dies deutet auf langfristige kardiovaskuläre Vorteile einer Zuckerrestriktion im frühen Kindesalter hin.
1.2.1 Fruktose
Fruktose wird hauptsächlich in der Leber verstoffwechselt. Überschüssige Fruktose wird in der Leber zu Fettzellen verarbeitet. Bei übermäßigem Konsum (insbesondere in gesüßten Getränken und verarbeiteten Lebensmitteln) führt sie zu Fettansammlungen in der Leber und erhöht das Risiko einer nichtalkoholischen Fettleber
. Limonaden (Cola, Fanta usw.) werden häufig mit Fruktose gesüßt, z.B. mit Maissirup, der viel Fruktose enthält. Die dauerhafte, tägliche Aufnahme von Fruktose verursacht Fettleibigkeit, Insulinresistenz, Stoffwechselstörungen, Diabetes Typ 2 und chronische Entzündungen.
Weniger bedenklich ist die Fruktose innnerhalb von Früchten, weil sie dann von Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien begleitet wird.
- Qingying Meng, Zhe Ying, Emily Noble, Yuqi Zhao, Rahul Agrawal, Andrew Mikhail, Yumei Zhuang, Ethika Tyagi, Qing Zhang, Jae-Hyung Lee, Marco Morselli, Luz Orozco, Weilong Guo, Tina M. Kilts, Jun Zhu, Bin Zhang, Matteo Pellegrini, Xinshu Xiao, Marian F. Young, Fernando Gomez-Pinilla, Xia Yang:
Systems Nutrigenomics Reveals Brain Gene Networks Linking Metabolic and Brain Disorders, auch hier (5.2016)Fruchtzucker (Fruktose) verändert zahlreiche Gene im Gehirn, die den Stoffwechsel und andere Gehirnfunktionen regulieren. Das Gedächtnis wird schlechter. Mit Omega-3-Fettsäuren kann dieser ungünstige Prozess umgekehrt werden. Viele industriell gefertigte Nahrungsmittel und Getränke haben einen hohen Fruchtzucker-Anteil. Der natürliche Gehalt von Fruchtzucker in Obst ist nicht schädlich.
dazu in der Apotheken-Umschau: Schadet zu viel Obst? Antwort: nein. Obst ist unproblematisch. (4.9.2020)
- Luanne R. DeChristopher and Katherine L. Tucker:
Excess free fructose, high-fructose corn syrup and adult asthma: the Framingham Offspring Cohort, auch hier (5.2018)
Kommentar: Fructose Consumption Linked to AsthmaMaissirup mit hohem Fruchtzuckergehalt (High Fructose Corn Sirup, HFCS) bzw. ein hohes Fruktose:Glukose-Verhältnis verursacht Asthma. Chronische Entzündungen entstehen wegen schlechter Verdauung der Fruktose (Malabsorption).
- Sayer Ji: Is Fructose As Addictive and Harmful As Alcohol? (8.2018)
Fruchtzucker (Fruktose) ist wegen seines Suchtpotentials für die Gesundheit gefährlicher als andere Zucker-Arten. Das gilt speziell für die konzentrierte Form als Maissirup, der in der Lebensmittelindustrie reichlich verwendet wird. Es geht hier nicht um den Verzehr von Obst und den darin enthaltenen Fruchtzucker.
- Diabetiker Niedersachsen: Wie Fruktose die Leber verfettet (24.5.2021)
Bereits 600 ml eines fruktosehaltigen Getränks pro Tag führt laut einer Schweizer Studie bei schlanken jungen Männern in wenigen Wochen zur Bildung von Fettsäuren in der Leber. Und zwar in einem Maße, das auf Dauer auch ohne Gewichtszunahme zu einer Fettleber und einem Typ-2-Diabetes führen könnte.
- Juliane Russ, Deutsche Apotheker Zeitung: Fettleber durch Fructose (17.4.2023)
Metabolisches Syndrom und nicht-alkoholische Fettleber.
- Samir Softic, Jesse G. Meyer, Guo-Xiao Wang, Manoj K. Gupta, Thiago M. Batista, Hans P.M.M. Lauritzen, Shiho Fujisaka, Dolors Serra, Laura Herrero, Jennifer Willoughby, Kevin Fitzgerald, Olga Ilkayeva, Christopher B. Newgard, Bradford W. Gibson, Birgit Schilling, David E. Cohen, C. Ronald Kahn:
Dietary Sugars Alter Hepatic Fatty Acid Oxidation via Transcriptional and Post-translational Modifications of Mitochondrial Proteins (1.10.2019)Theo Dingermann, Pharmazeutische Zeitung: Fructose, das Problemmolekül für die Leber (8.10.2019)
Ein hoher Fruktosespiegel in der Nahrung ist nicht gut für die Leber, denn er stört ihren Fettstoffwechsel; das Fett sammelt sich in der Leber an.
- Adeline Coursan, Delphine Polve, Anne-Marie Leroi, Magali Monnoye, Lea Roussin, Clara Benatar, Marie-Pierre Tavolacci, Muriel Quillard Muraine, Mathilde Maccarone, Olivia Guérin, Estelle Houivet, Charlène Guérin, Valery Brunel, Jérôme Bellenger, Jean-Paul Pais de Barros, Guillaume Gourcerol, Laurent Naudon, Sophie Layé, Charlotte Madore, Xavier Fioramonti, Chloé Melchior, Véronique Douard:
Fructose malabsorption induces dysbiosis and increases anxiety in male human and animal models, auch hier (17.12.2025)Karina Petrova: Undigested fruit sugar is linked to increased anxiety and inflammation (11.3.2026)
Fruktose sollte im Dünndarm verstoffwechselt werden und ins Blut übergehen. Das geschieht bei manchen Menschen und bei hohen Fruktose-Mengen nur teilweise (Fruktose-Malabsorption), so dass erhebliche Mengen in den Dickdarm gelangen und dort das Mikrobiom (Darmflora) schädigen. Dies führt zu Veränderungen am Immunsystem und zu Entzündungen, auch in den Mikroglia-Zellen im Gehirn, und zu verstärkten Angstzuständen und Depressionen.
1.3 Mittelmeerdiät
Die Mittelmeerdiät
spiegelt die Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung an der Mittelmeerküste wider und ist
- durch relativ viel Obst, Gemüse, Fisch, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse,
- einen moderaten Alkoholkonsum und wenig rotes Fleisch, Milchprodukte und raffiniertes Getreide (Auszugsmehl),
- gesättigte und einfach ungesättigte Fette
- Hannah Gardener, Michelle R Caunca:
Mediterranean Diet in Preventing Neurodegenerative Diseases (3.2018)Viele Statistik-Studien und klinische Studien berichten von einem Zusammenhang zwischen Einhaltung der Mittelmeerdiät, Gehirngesundheit und Schutz des Gehirns vor kognitiven Beeinträchtigungen. Auch für Parkinson gibt es solche Hinweise.
1.4 Milch
Milch ist ein Lebensmittel mit gesundheitsförderlichen Wirkstoffen. Durch die Behandlung in der Molkerei ‒ Pasteurisierung (kurzzeitige Erhitzung), Homogenisierung, Ultra-hoch-Erhitzung (h-Milch, englisch: UHT) ‒ gehen die gesundheitlichen Vorteile teilweise verloren, die die unbehandelte, rohe Milch hat. Manche befürchten, Rohmilch könne mit Krankheitserregern kontaminiert sein, die von der Kuh, der Umwelt oder der Melkausrüstung kommen. Das Risiko dafür ist sehr gering.
In einigen Staaten ist der Vetrieb von Rohmilch an Endverbraucher verboten, in Deutschland und anderen Staaten unter speziellen Bedingungen erlaubt.
- Wikipedia: Rohmilch
- Siehe auch Muttermilch
- Peg Coleman, Weston A. Price Foundation: A Campaign for Real Milk
Eine genauere Betrachtung der gemeldeten Erkrankungen nach Verzehr von Rohmilch zeigt, dass das Erkrankungs- und Sterberisiko weitaus geringer ist als oft dargestellt.
- Stephanie Venn-Watson:
The Cellular Stability Hypothesis: Evidence of Ferroptosis and Accelerated Aging-Associated Diseases as Newly Identified Nutritional Pentadecanoic Acid (C15:0) Deficiency Syndrome, auch hier (23.6.2024)In dieser Studie geht es um die Pentadecansäure, eine essentielle Fettsäure, die wichtig für die Erhaltung der Zellgesundheit und die Reduzierung von Entzündungen ist. Sie kommt in Milch, im Fett des Aals und in Rind- und Lammfleisch vor und kann Zellmembranen stabilisieren und die Mitochondrienfunktion reparieren. Sie schützt vor Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vor der nichtalkoholischen Fettleber.
- Keren Papier, Kathryn E Bradbury, Angela Balkwill, Isobel Barnes, Karl Smith-Byrne, Marc J Gunter, Sonja I Berndt, Loic Le Marchand, Anna H Wu, Ulrike Peters, Valerie Beral, Timothy J Key, Gillian K Reeves:
Diet-wide analyses for risk of colorectal cancer: prospective study of 12,251 incident cases among 542,778 women in the UK, auch hier (8.1.2025)Es geht um die Ursachen von Dickdarmkrebs. Außer Alkohol und rotem Fleisch wird gefunden, dass Milch und Milchprodukte wegen ihres Gehalts an Calcium vor Dickdarmkrebs schützen.
Bio-Milch hat besondere Vorzüge:
- verbessertes Fettsäureprofil,
- nur geringe Mengen an chemischen Rückständen,
- das Tierfutter enthält keine genetisch veränderten (GMO) Bestandteile,
- reichhaltiges Nährwertprofil,
- geringerer ökologischer Fußabdruck.
1.5 Fleisch, E250
- Zentrum der Gesundheit: Fake-News:
Esst ruhig weiter rotes Fleisch!
(11.2019)Es bleibt dabei, trotz anders lautender Medienberichte: übermäßiger Fleischverzehr erhöht das Krebs- und das Sterberisiko. Die wissenschaftliche Datenlage für die gegenteilige Behauptung ist dürftig. Kann den Menschen zugemutet werden, weniger Fleisch zu verzehren?
- Natriumnitrit (E250)
Gesundheitsschädlich ist Natriumnitrit (E250), das den Fleisch- und Wurstwaren hinzugefügt wird, um sie zu konservieren und damit sie frisch und rötlich aussehen.
- Luise Rau: Natriumnitrit (E 250): Anwendung, Wirkung und Risiken des Konservierungsstoffes (3.2.2020)
- Corrupt Food Industry | Hidden Work | Dangerous additives | Documentary (Youtube-Video, 1.12.2023)
Der Film zeigt, wie in der Industrie dem Schinken Natriumnitrit (E250) per Injektion hinzugefügt wird, damit der Schinken die leckere rosa Farbe erhält. E250 reagiert während der Verdauung mit dem Schinken zu Nitrosaminen; diese verursachen Darmkrebs.
1.6 Ballaststoffe
Ballaststoffe sind in pflanzlichen Produkten, also in Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und Vollkornprodukten enthalten. Durch Fermentierung der Ballaststoffe im Darm entstehen die wertvollen kurzkettigen Fettsäuren Propionat und Butyrat. Ihre Wirkung:
- die Förderung der mikrobiellen Vielfalt, also die Zunahme nützlicher Mikroben und die Blockade schädlicher Mikroben.
- Die nützlichen Mikroben schützen die Darmschleimhaut, reduzieren Entzündungen im Darm
- und unterstützen die Verbesserung der Darmbarriere, um das Leaky-Gut-Syndrom zu vermeiden.
- Butyrat dient den Darmzellen (L-Zellen), die GLP-1 produzieren, als Energielieferant. GLP-1 ist ein natürliches Hormon, das zur Regulierung von Appetit, Blutzucker und Stoffwechsel beiträgt.
GLP-1 wird auch therapeutisch bei Diabetes Typ 2 eingesetzt.
Werden Obst oder Gemüse entsaftet, dann gehen die Ballaststoffe verloren und man verzichtet auf deren Vorteile. Weitere Infos und Studien:
- Ballaststoffe im Darm haben eine entzündungshemmende Wirkung
- William Yip, Michael R Hughes, Yicong Li, Alissa Cait, Martin Hirst, William W Mohn, Kelly M McNagny:
Butyrate Shapes Immune Cell Fate and Function in Allergic Asthma (15.2.2021)Das Darm-Mikrobiom spielt eine grundlegende Rolle für das Immunsystem und für (chronische) Entzündungen. Kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, die von Darmmikroben produziert werden, verringern das Risiko für Asthma und andere allergische Atemwegserkrankungen.
Abstract (übersetzt)
Das Mikrobiom spielt eine grundlegende Rolle in der Entwicklung des Immunsystems und der Gestaltung und Regulation von Entzündungsreaktionen. Die
Darm-Lungen-Achse
ist ein relativ neuer Begriff, der die entscheidende biologische Wechselwirkung zwischen Darmmikrobiom und Lunge hervorhebt. Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass eine Dysbiose, also eine Störung des Darmmikrobioms, ein treibender Faktor für die Entstehung und den Schweregrad von allergischem Asthma ist. Tiermodelle haben Forschern neue Erkenntnisse darüber geliefert, wie von Darmmikroben produzierte Komponenten und Metaboliten, wie z. B. kurzkettige Fettsäuren (SCFAs), die Asthmaentwicklung beeinflussen. Obwohl die genauen Mechanismen des Einflusses von SCFAs auf allergische Atemwegserkrankungen noch nicht vollständig verstanden sind, zeichnet sich ein wiederkehrendes Thema der epigenetischen Regulation der Genexpression in verschiedenen Immunzellkompartimenten ab. Dieser Übersichtsartikel fasst den aktuellen Kenntnisstand darüber zusammen, wie SCFAs, insbesondere Butyrat, das Zellverhalten und epigenetische Veränderungen steuern, und bietet einen detaillierten Überblick über die Auswirkungen dieser Modifikationen auf Immunzellen im Kontext allergischer Atemwegserkrankungen. - Kendra Hodgkinson, Faiha El Abbar, Peter Dobranowski, Juliana Manoogian, James Butcher, Daniel Figeys, David Mack, Alain Stintzi:
Butyrate's role in human health and the current progress towards its clinical application to treat gastrointestinal disease, auch hier (2.2023)Butyrat unterstützt die Kolonozytenfunktion, reduziert Entzündungen, stärkt die Darmbarriere und fördert ein gesundes Mikrobiom. Zu wenig Butyrat führt zu mehr Krankheiten und einem schlechteren Gesundheitszustand.
Abstract (übersetzt)
Butyrat ist eine wichtige Energiequelle für Kolonozyten und wird von der Darmmikrobiota durch Fermentation von Ballaststoffen produziert. Es hemmt die Histon-Deacetylase und signalisiert über drei G-Protein-gekoppelte Rezeptoren. Butyrat spielt nachweislich eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Magen-Darm-Trakts, und sein Spiegel beeinflusst sowohl Wirts- als auch Mikrobenfunktionen, die eng miteinander verknüpft sind. Die Aufrechterhaltung optimaler Butyratspiegel verbessert die Magen-Darm-Gesundheit in Tiermodellen, indem es die Kolonozytenfunktion unterstützt, Entzündungen reduziert, die Darmbarriere stärkt und ein gesundes Mikrobiom fördert. Butyrat zeigte auch protektive Wirkungen bei Darmerkrankungen wie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Graft-versus-Host-Reaktion des Magen-Darm-Trakts und Darmkrebs. Niedrige Butyratspiegel und/oder eine verminderte Anzahl der für die Produktion dieses Metaboliten verantwortlichen Mikroben sind hingegen mit Krankheiten und einem schlechteren Gesundheitszustand assoziiert. Klinische Studien zur Erhöhung des Butyratspiegels beim Menschen und zur Umkehr dieser negativen Auswirkungen lieferten jedoch uneinheitliche Ergebnisse. Dieser Artikel erörtert unser aktuelles Verständnis der molekularen Wirkungsmechanismen von Butyrat mit Schwerpunkt auf dem Magen-Darm-Trakt, die Verbindungen zwischen Wirts- und mikrobiellen Faktoren sowie die derzeitigen Bemühungen, die gewonnenen Erkenntnisse in die klinische Praxis umzusetzen.
- Neeraja Recharla, Ramasatyaveni Geesala, Xuan-Zheng Shi:
Gut Microbial Metabolite Butyrate and Its Therapeutic Role in Inflammatory Bowel Disease: A Literature Review, auch hier (11.5.2023)Butyrat, ein mikrobielles Stoffwechselprodukt im Darm, spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Immunfunktion, der epithelialen Barrierefunktion und der intestinalen Homöostase. Butyrat-Präparate zur oralen Einnahme haben eine positive Wirkung bei der Reduzierung von Entzündungen gezeigt. Eine entsprechende Diät, u.a. gekeimte Gerstennahrung und Haferkleie, erhöht die Butyratkonzentration im Darm und verbessert die Gesundheit.
- Petra Voiß, Susanne Rolker, Kristina Hugen: Mikrobiom und ballaststoffreiche Kost (12.11.2024)
Durch eine ballaststoffreiche pflanzenbasierte Kost kann die Vielfalt der Bakterien erhöht werden und das Darmmilieu sowie die Barrierefunktion des Kolons günstig beeinflusst werden. Im Fall von Darm- oder Brustkrebs wirkt sich eine Ballaststoffzufuhr von mindestens 20 g pro Tag positiv auf das Überleben aus.
- Michael Nshanian, Joshua J. Gruber, Benjamin S. Geller, Faye Chleilat, Samuel M. Lancaster, Shannon M. White, Ludmila Alexandrova, Jeannie M. Camarillo, Neil L. Kelleher, Yingming Zhao & Michael P. Snyder:
Short-chain fatty acid metabolites propionate and butyrate are unique epigenetic regulatory elements linking diet, metabolism and gene expression (9.1.2025)Christine Amrhein, DocCheck: Vorsorge statt Krebs-Sorge: Wir brauchen Ballast! (30.1.2025)
Bei der Verdauung von Ballaststoffen produziert das Darm-Mikrobiom als Nebenprodukt in großen Mengen kurzkettige Fettsäuren. Die häufigsten davon sind Propionat und Butyrat. Die Fettsäuren beeinflussen die Epigenetik so, dass ein schützender Effekt vor Krebs entsteht. Gesunde Zellen werden gefördert, Krebszellen werden bekämpft.
- Maria Luisa Savo Sardaro, Veronika Grote, Jennifer Baik, Marco Atallah, Katherine Ryan Amato and Melinda Ring:
Effects of Vegetable and Fruit Juicing on Gut and Oral Microbiome Composition, als pdf (27.1.2025)Kommentar von Korin Miller, Prevention:
Scientists Find Juice Cleanses May Harm Your Gut and Boost Inflammation in Just 3 Days (12.12.2025)Eine Saft-Diät gilt als gesundheitsförderlich – unterstützt Gewichtsverlust und Entgiftung. In einer Studie wird überprüft, welche Wirkung das Entsaften hat. Verglichen werden die gesundheitlichen Wirkungen, wenn man entweder das ganze Obst/Gemüse einschließlich der Ballaststoffe isst oder wenn man alles entsaftet und nur den Saft zu sich nimmt, der keine Ballaststoffe mehr enthält.
Ergebnis: bei Menschen, die mehr Ballaststoffe, also das ganze Obst bw. Gemüse zu sich nehmen, gibt es einen Anstieg der nützlichen Mikroben, die die Darmschleimhaut schützen und entzündungshemmende Eigenschaften haben. Bei geringerer Ballaststoffaufnahme kommt es zu einer Abnahme der mikrobiellen Vielfalt und zu einem Anstieg der Bakterien, die Entzündungen und Stoffwechselstörungen fördern. - Arda Erkan Kalkan, Mona N BinMowyna, António Raposo, Md Faruque Ahmad, Faiyaz Ahmed, Abdullah Y Otayf, Conrado Carrascosa, Ariana Saraiva, Sercan Karav:
Beyond the Gut: Unveiling Butyrate's Global Health Impact Through Gut Health and Dysbiosis-Related Conditions: A Narrative Review, auch hier (9.4.2025)Butyrat hat großen gesundheitlichen Nutzen: es ist entzündungshemmend und stärkt die Darmbarriere, wirkt positiv bei Adipositas, bei Typ-2-Diabetes und über die Darm-Hirn-Achse auf die neurologische Gesundheit. Butyrat kann neurologische Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Autismus und Chorea Huntington lindern.
Abstract (übersetzt)
Kurzkettige Fettsäuren (SCFAs), die hauptsächlich von der Darmmikrobiota durch Fermentation von Ballaststoffen und Proteinen produziert werden, sind für die menschliche Gesundheit essenziell. Butyrat, eine bekannte SCFA mit vier Kohlenstoffatomen, zeichnet sich durch seine wichtige regulatorische Wirkung auf Darm- und Immunfunktionen aus. Dieser Übersichtsartikel untersucht die wichtigen physiologischen Funktionen von SCFAs, insbesondere Butyrats Rolle als Energiequelle für Kolonozyten und seine Fähigkeit, die Darmbarriere zu stärken und gleichzeitig entzündungshemmend zu wirken. Die Butyratsynthese, die primär von Firmicutes-Bakterien gebildet wird, kann durch eine Ernährung mit einem hohen Anteil an resistenter Stärke und Ballaststoffen beeinflusst werden. Butyrat kann Histon-Deacetylasen hemmen, die Genexpression modulieren, die Immunfunktion beeinflussen und die Integrität der Tight Junctions regulieren, was seine Rolle bei der Erhaltung der Darmbarriere untermauert. Butyrat besitzt systemische entzündungshemmende Eigenschaften, insbesondere die Fähigkeit, proinflammatorische Zytokine zu reduzieren und die Immunhomöostase aufrechtzuerhalten. Dies unterstreicht sein therapeutisches Potenzial bei der Behandlung von Dysbiose und entzündlichen Erkrankungen. Obwohl Butyrat in der Regel nur in geringen Mengen in den Blutkreislauf aufgenommen wird, sind seine weitreichenden gesundheitlichen Auswirkungen erheblich, insbesondere im Hinblick auf Adipositas und Typ-2-Diabetes durch seinen Einfluss auf die Stoffwechselregulation und Entzündungsprozesse. Dieser narrative Review untersucht zudem eingehend die zunehmende Bedeutung von Butyrat als Modulator der neurologischen Gesundheit durch seine Interaktion mit der Darm-Hirn-Achse. Darüber hinaus werden die neuroprotektiven Effekte von Butyrat durch die Aktivierung spezifischer G-Protein-gekoppelter Rezeptoren wie FFAR3 und GPR109a sowie die Hemmung von Histon-Deacetylasen (HDACs) vermittelt. Studien deuten darauf hin, dass Butyrat neurologische Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Autismus-Spektrum-Störungen und Chorea Huntington lindern kann, indem es Neuroinflammationen reduziert, die Neurotransmittermodulation verbessert und die Histonacetylierung erhöht. Dieser Fokus trägt dazu bei, das volle therapeutische Potenzial von Butyrat für die metabolische und neurologische Gesundheit zu erschließen, anstatt sich ausschließlich auf seine bekannten Vorteile für die Darmgesundheit zu konzentrieren, da diese Bereiche häufig miteinander verbunden sind.
- Sunhee Jung, Hosung Bae, Won-Suk Song, Yujin Chun, Johnny Le, Yasmine Alam, Amandine Verlande, Sung Kook Chun, Joohwan Kim, Miranda E. Kelly, Miranda L. Lopez, Sang Hee Park, Daniel Onofre, Jongwon Baek, Ki-Hong Jang, Varvara I. Rubtsova, Alexis Anica, Selma Masri, Gina Lee & Cholsoon Jang:
Dietary fibre-adapted gut microbiome clears dietary fructose and reverses hepatic steatosis (15.9.2025)Inulin ist ein Ballaststoff, der reichlich in Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Chicorée vorkommt. Es spielt eine zentrale Rolle beim Schutz der Leber. Es wird im Dickdarm verdaut und in kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat und Propionat umgewandelt. Mit deren Hilfe wird Fruktose im Darm abgebaut und nicht in der Leber gespeichert, wodurch eine Überlastung der Leber verhindert wird. Insulinresistenz, Leberverfettung und Fibrose werden abschwächt oder sogar rückgängig gemacht. (Tierversuch, Mäuse)
Abstract (übersetzt)
Übermäßiger Konsum des Einfachzuckers Fruktose, der eine übermäßige Lipogenese in der Leber und eine Dysbiose des Darmmikrobioms auslöst, ist ein Risikofaktor für kardiometabolische Erkrankungen. Wir zeigen hier an männlichen Mäusen, dass das Darmmikrobiom, angepasst an den Ballaststoff Inulin, Fruktose aus der Nahrung abbaut und Insulinresistenz, Leberverfettung und Fibrose abschwächt oder sogar umkehrt. Konkret fördert die Inulin-Supplementierung, ohne den Fruktoseabbau im Dünndarm zu beeinflussen, den Abbau von Fruktose im Dünndarmmikrobiom. Dadurch werden die Lipogenese in der Leber und der Fruktose-Übertritt in das Dickdarmmikrobiom reduziert. Inulin aktiviert zudem die Serin-Neusynthese in der Leber und die Cystinaufnahme, steigert die Glutathionproduktion und schützt die Leber vor fruktoseinduzierter Lipidperoxidation. Diese vielfältigen Wirkungen von Inulin werden durch das Darmmikrobiom vermittelt, wobei Bacteroides acidifaciens eine Schlüsselrolle spielt. Das Darmmikrobiom, das an die Verwertung von Inulin (einem Fruktosepolymer) angepasst ist, verstoffwechselt somit effizient monomere Fruktose aus der Nahrung und schützt dadurch den Wirt. Diese Erkenntnisse liefern einen Mechanismus, wie Ballaststoffe das Darmmikrobiom dabei unterstützen können, die Belastung des Wirts durch schädliche Nährstoffe und das Fortschreiten von Krankheiten zu verringern.
1.7 Ernährung in der Schwangerschaft
- Hiya A Mahmassani, Karen M Switkowski, Tammy M Scott, Elizabeth J Johnson, Sheryl L Rifas-Shiman, Emily Oken, Paul F Jacques:
Maternal diet quality during pregnancy and child cognition and behavior in a US cohort (25.9.2021)Eine gute, hochwertige Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft führt zu besseren visuell-räumlichen Fähigkeiten des Kindes in der frühen Kindheit, zu höherer Intelligenz und weniger Verhaltensstörungen in der mittleren Kindheit.
Abstract (übersetzt)
Hintergrund
Die Aufnahme verschiedener Nährstoffe durch die Mutter während der Schwangerschaft ist mit der Kognition der Nachkommen verknüpft. Der Zusammenhang zwischen mütterlichen Ernährungsgewohnheiten und der Kognition der Nachkommen ist weniger gut belegt.Ziele
Wir untersuchten die Zusammenhänge zwischen der Ernährungsqualität der Mutter während der Schwangerschaft und der Kognition und dem Verhalten der Kinder.Methoden
Unter 1580 Mutter-Kind-Paaren im Projekt Viva, einer prospektiven Kohorte vor der Geburt, untersuchten wir die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft mithilfe von FFQs und bewerteten die Ernährungsqualität mithilfe von für die Schwangerschaft modifizierten Versionen des Mediterranean Diet Score (MDS-P) und des Alternate Healthy Eating Index (AHEI-P). Die kognitiven und verhaltensbezogenen Ergebnisse der Kinder wurden im Säuglingsalter sowie in der frühen und mittleren Kindheit mithilfe standardisierter Tests und Fragebögen erfasst. Wir führten multivariable lineare Regressionsanalysen durch.Ergebnisse
Die Mütter waren überwiegend weiß, hatten einen Hochschulabschluss und waren Nichtraucherinnen. Nach Anpassung an Alter und Geschlecht des Kindes sowie soziodemografische und Lebensstilmerkmale der Mutter war ein hoher (6-9) MDS-P der Mutter im Vergleich zu einem niedrigen (0-3) MDS-P der Mutter während der Schwangerschaft mit höheren nonverbalen (mittlere Differenz für das erste Trimester: 4,54; 95%-KI: 1,53, 7,56) und verbalen Werten (3,78; 95%-KI: 1,37, 6,19) des Kindes im Kaufman Brief Intelligence Test (KBIT-II) und einem niedrigeren Metakognitionsindex (-1,76; 95%-KI: -3,25, -0,27) des Behavioral Rating Inventory of Executive Function (BRIEF) verbunden, was auf eine bessere Intelligenz und weniger Metakognitionsprobleme in der mittleren Kindheit hindeutet. Die mütterliche Q4-Prüfung im Vergleich zur Q1-Prüfung des AHEI-P während der Schwangerschaft war mit höheren Übereinstimmungswerten im Wide Range Assessment of Visual Motor Abilities in der frühen Kindheit (mittlere Differenz im ersten Trimester: 2,79; 95 %-KI: 0,55-5,04) und höheren verbalen KBIT-II-Werten (2,59; 95 %-KI: 0,13-5,04) sowie niedrigeren BRIEF Global Executive Composite-Werten in der mittleren Kindheit (-1,61; 95 %-KI: -3,20-0,01) verbunden. Dies deutet auf bessere visuell-räumliche Fähigkeiten, verbale Intelligenz und exekutive Funktionen hin.Schlussfolgerungen
Eine qualitativ hochwertigere Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft war mit besseren visuell-räumlichen Fähigkeiten der Nachkommen in der frühen Kindheit und mit besserer Intelligenz und exekutiven Funktionen der Nachkommen in der mittleren Kindheit verbunden. - Lotta Saros, Sirkku Setänen, Janina Hieta, Eeva-Leena Kataja, Kristin Suorsa, Tero Vahlberg, Kristiina Tertti, Harri Niinikoski, Sari Stenholm, Tuomas Jartti, Kirsi Laitinen:
The effect of maternal risk factors during pregnancy on children's motor development at 5-6 years (4.2025)Ernährung und Gesundheit der Mutter beeinflussen die spätere neurologische Entwicklung eines Kindes. Die motorische Entwicklung des Kindes wird durch gesündere Ernährungsweise während der Schwangerschaft gefördert, aber durch die Fettleibigkeit der Mutter beeinträchtigt.
Abstract (übersetzt)
Hintergrund und Ziele
Die Ernährung und Gesundheit der Mutter können die spätere neurologische Entwicklung eines Kindes beeinflussen. Wir untersuchten den Einfluss von mütterlicher Ernährung, Adipositas, Gestationsdiabetes mellitus (GDM) und depressiven/angsthaften Symptomen während der Schwangerschaft auf die motorische Entwicklung des Kindes im Alter von 5-6 Jahren.Methoden
Die motorische Leistungsfähigkeit von 159 Kindern von Frauen mit Übergewicht oder Adipositas (Body-Mass-Index vor der Schwangerschaft: 25-29,9 kg/m² bzw. = 30 kg/m²) wurde im Alter von 5-6 Jahren mit der Movement Assessment Battery for Children – Second Edition (Movement ABC-2, Gesamtpunktzahl und Subskalen für manuelle Geschicklichkeit, Zielen und Fangen, Gleichgewicht) bewertet. Höhere Perzentile wiesen auf eine bessere motorische Leistungsfähigkeit hin, wobei < 15. Perzentile der Gesamtpunktzahl als Grenzwert für eine Entwicklungsstörung der Koordination (DCD) verwendet wurden. Ernährung (Ernährungsmuster aus dreitägigen Ernährungstagebüchern und Fischkonsum aus einem Häufigkeitsfragebogen), Adipositas (Luftverdrängungsplethysmographie), Depressions- und Angstsymptome (Edinburgh Postnatal Depression Scale bzw. SCL-90/Angst-Subskala) wurden in der Früh- und Spätschwangerschaft erfasst. Schwangerschaftsdiabetes (GDM) wurde mittels eines oralen Glukosetoleranztests in der Früh- oder Mittelschwangerschaft diagnostiziert. Zur Analyse der Assoziationen wurden logistische und allgemeine Regressionsmodelle verwendet.Ergebnisse
Die mittleren Perzentile für die Gesamtpunktzahl des Movement ABC-2 lagen bei 47,5 (SD 28,3), und 14,3 % der Kinder hatten eine UEMF. Ein gesünderes Ernährungsmuster der Mutter in der Frühschwangerschaft war mit einer besseren motorischen Leistungsfähigkeit des Kindes im Alter von 5-6 Jahren verbunden (adj. Mittelwertdifferenz = 9,80, 95%-KI = 0,66-19,0). Eine höhere mütterliche Körperfettmasse sowohl in der Früh- als auch in der Spätschwangerschaft (adj. OR = 1,07, 95 %-KI = 1,01-1,13 und adj. OR = 1,08, 95 %-KI = 1,02-1,14) sowie ein höherer Körperfettanteil in der Spätschwangerschaft (adj. OR = 1,12, 95 %-KI = 1,09-1,24) waren mit einem höheren Risiko für eine UEMF assoziiert. Zunehmende depressive Symptome der Mutter waren mit einem geringeren Risiko für Ziel-/Fangstörungen assoziiert (Früh-/Spätschwangerschaft adj. OR = 0,78, 95 %-KI = 0,65-0,93, adj. OR = 0,82, 95 %-KI = 0,70-0,96). Schwangerschaftsdiabetes war nicht mit der motorischen Leistungsfähigkeit assoziiert.Schlussfolgerungen
Eine gesündere Ernährungsweise während der Schwangerschaft förderte die motorische Entwicklung der Kinder, während sie durch eine höhere mütterliche Adipositas beeinträchtigt wurde. Die Förderung einer insgesamt gesunden Ernährung während der Schwangerschaft könnte die motorische Entwicklung von Kindern übergewichtiger oder adipöser Mütter fördern. Unsere Ergebnisse, die darauf hindeuten, dass depressive Symptome der Mutter während der Schwangerschaft mit einer besseren motorischen Leistung des Kindes einhergehen können, bedürfen weiterer Forschung zur Bestätigung.
2 Ungesunde Lebensmittel
Mehrere Entwicklungen tragen zum Rückgang des Nährwerts in Pflanzen, Gräsern und Getreide bei, darunter Monokulturen, gentechnisch veränderte Nutzpflanzen, ertragreiche Praktiken und die Zerstörung der Bodengesundheit. Mit sinkendem Nährwert sinkt auch die öffentliche Gesundheit. Chronische Erkrankungen werden immer häufiger. Gegenmaßnahme: die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bzw. Vitalstoffen (Vitamine, Mineralien, Bioflavonoide).
Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit wird von vielen gesehen. Junk- und Snack-Food-Unternehmen treiben deshalb einen hohen Aufwand, um ihre Umsätze zu steigern:
- durch die Entwicklung von
Convenience Food
(bequemes Essen): das erfordert wenig Zubereitungs-Aufwand und schmeckt; - das Produkt soll sich im Mund gut anfühlen;
- das Produkt ist preiswert und muss geeignet sein, eine lange Zeit von der Produktion, dem Transport, der Bereithaltung im Laden bis zum Kauf und Verzehr zu warten und dennoch frisch zu wirken; das wird u.a. durch (ungesunde) Lebensmittelzusätze erreicht;
- durch massive Werbung;
- durch Verhinderung einer gesundheits-orientierten Nahrungsmittelkennzeichnung;
- durch Korruption der Wissenschaft und der nationalen/internationalen Gesundheitsinstitutionen und -behörden, um die Gesundheitsgefahren durch ungesunde Lebensmittel auf wissenschaftlicher Ebene kleinzureden.
Wenn die Werbung gut gemacht ist und wenn es schmeckt, dann isst man mehr als der Körper benötigt; Ergebnis: Fettleibigkeit, Adipositas, chronische Krankheiten.
Die Unternehmen versuchen auch, das Interesse der Verbraucher für ihre Bio-Produkte zu wecken. Aber einzelne Bio-Zutaten machen Junk-Food nicht gesund. Wichtig wäre eine biodynamische und regenerative Landwirtschaft. Denn die auf Chemikalien basierende Landwirtschaft schädigt den Ackerboden, erhöht die Luft- und Wasserverschmutzung, zerstört Bestäuber und Artenvielfalt und verstärkt die Bodenerosion.
Ungesunde Lebensmittel sind gekennzeichnet durch
Fast Food
, denn darin sind besonders viele Konservierungsstoffe,- viele Verarbeitungsstufen in der Lebensmittelindustrie,
- zu viel Zucker,
- schlechte Fette, z.B. Transfette, und zu viel Fett,
- zu viel Fleisch, insbesondere rotes Fleisch,
- Mangel an Ballaststoffen und Vollwertkost,
- genetisch veränderte Nahrungsmittel,
- zu viel Gebratenes und Frittiertes, z.B. Kartoffelchips und Pommes frites,
denn sie enthalten hohe Mengen an dem krebsverursachenden Acrylamid, zudem viele Transfette. - ungesunde bis giftige Zusatzstoffe in der Nahrung,
z.B. Glutamat, Süßstoffe wie Aspartam oder Sucralose, Farbstoffe, synthetische Aromen, Verdickungsmittel, Emulgatoren, Konservierungsmittel, Hormonstörer. - Darüber hinaus finden sich in den Lebensmitteln auch Rückstände von Industriechemikalien, die bei der Herstellung von Verpackungen und in Lebensmittelverarbeitungsanlagen verwendet werden, wie z. B. Bisphenol A, Phthalate, PFAS und Perchlorat.
- Alle Lebensmittel enthalten Rückstände aus der Produktion, z.B. Obst und Gemüse können Pestizid-Rückstände enthalten.
Der Regulierung schützt Kinder und die übrige Bevölkerung nicht vor Krankheiten, die durch Pestizide verursacht werden. Die Menschen sind Pestiziden wie etwa Glyphosat über die Nahrung ausgesetzt. Die meisten Menschen, darunter auch Kinder, tragen einen Cocktail dieser giftigen Chemikalien in sich, ohne dass es wissenschaftliche Belege für deren Unbedenklichkeit gibt. Es gibt jedoch zahlreiche Belege dafür, dass diese Chemikalien schaden, speziell unseren Kindern.
Verbraucher können synthetische Pestizide meiden, indem sie Bio-Lebensmittel kaufen. Mehrere wissenschaftliche Studien belegen, dass biologisch angebaute Lebensmittel der wirksamste Weg zum Schutz der Kinder sind, da die Pestizidbelastung hauptsächlich durch den Verzehr von Lebensmitteln aus industrieller Landwirtschaft entsteht.
Tausende von chemischen Zusatzstoffen werden in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, und viele von ihnen verursachen Stoffwechselstörungen, Schäden am Hormonsystem, neurologische und Verhaltensprobleme, Krebs, Herz- und Lebererkrankungen und Schäden am Mikrobiom im Darm (Darmflora). Die Lebensmittel-Zusatzstoffe werden vor der Zulassung nicht daraufhin untersucht.
Weitere Informationen und Studien
- Thomas G. Neltner, Neesha R. Kulkarni, Heather M. Alger, Maricel V. Maffini, Erin D. Bongard, Neal D. Fortin, Erik D. Olson:
Navigating the U.S. Food Additive Regulatory Program (10.2011)Umfangreiche Erläuterung der Regulierung und der Systematik von Lebensmittelzusätzen in den USA.
- Werbung für ungesunde Nahrung
- Marie A. Bragg, Alysa N. Miller, Christina A. Roberto, Rachel Sam, Vishnudas Sarda, Jennifer L. Harris, Kelly D. Brownell:
Sports Sponsorships of Food and Nonalcoholic Beverages (4.2018)
Kommentar:
Sport-Sponsoring wird intensiv genutzt, um für ungesunde Nahrung und Getränke zu werben, die eine wesentliche Ursache für Übergewicht, Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2 sind. Das ist besonders tückisch: der gesund aussehende, leistungsfähige Sportler wirbt für Lebensmittel, von denen der Konsument krank und weniger leistungsfähig wird.
76% of sports sponsorships tied to junk food, study says - Franz-Werner Dippel, DocCheck: Zuckersüße Werbung: Wo bleibt das Verbot? (21.10.2024)
Die Nahrungsmittelindustrie wendet sich mit hohem Aufwand an Kinder, um sie zu ungesunder Ernährung zu verführen. Kinder zwischen drei und 13 Jahren sehen pro Tag im Schnitt 15 Werbespots für ungesunde Lebensmittel. Der Erfolg: gut 16 % der Drei- bis Siebzehnjährigen wiegen zu viel, etwa 10 % haben Übergewicht, knapp 6 % sind zusätzlich adipös. Aber da geht noch mehr: die WHO prognostiziert eine Zunahme der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen von 2,4 % pro Jahr bis zum Jahr 2035.
- Ross C. Hollett, Brennen Mills, Stephanie L. Godrich, Julia Butt, Gina S. A. Trapp:
Length and Framing of Anti-Junk Food Ads Impact Inclinations to Consume Junk Food Among Normal Weight, Overweight, and Adults With Obesity (2.2.2026)Liji Thomas: Short anti-junk food ads cut adult cravings (20.2.2026)
Ständig wiederholte Werbung für ungesundes Junk food wirkt. Aber auch die Gegen-Werbung wirkt. Schon kurze Werbespots gegen ungesunde Lebensmittel reduzieren Heißhungerattacken.
- Marie A. Bragg, Alysa N. Miller, Christina A. Roberto, Rachel Sam, Vishnudas Sarda, Jennifer L. Harris, Kelly D. Brownell:
Sports Sponsorships of Food and Nonalcoholic Beverages (1.4.2018)Pressemitteilung:
Top sports leagues heavily promote unhealthy food and beverages, new study finds (26.3.2018)Sportsponsoring wird häufig genutzt, um ungesunde Lebensmittel und alkoholfreie, zuckergesüßte Getränke zu vermarkten. Mit diesen Werbebotschaften werden Millionen von Konsumenten, vor allem Jugendliche, erreicht. Werbung wirkt!
- Marie A. Bragg, Alysa N. Miller, Christina A. Roberto, Rachel Sam, Vishnudas Sarda, Jennifer L. Harris, Kelly D. Brownell:
- Robert H. Lustig: Ultraprocessed Food: Addictive, Toxic, and Ready for Regulation (5.11.2020)
The Defender:
Hundreds of Studies Confirm: Ultra-Processed Foods Linked to Higher Risk of Disease, Early Death (5.2.2024)Es gibt eine globale Pandemie nicht übertragbarer Krankheiten: Krebs, Typ-2-Diabetes, Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen, Demenz und Alzheimer, nicht-alkoholische Fettleber und chronische Nierenerkrankung. Viele Erkrankungen haben ihren Ursprung in unserer
westlichen
Ernährung mit hochverarbeiteten Lebensmitteln. Eine wichtige Krankheitsursache ist der zu hohe Zuckeranteil in vielen industriell hergestellten Lebensmitteln. - Tera L Fazzino, Daiil Jun, Lynn Chollet-Hinton, Kayla Bjorlie:
US tobacco companies selectively disseminated hyper-palatable foods into the US food system: Empirical evidence and current implications (8.9.2023)Tabak- und Lebensmittelindustrie sind eng miteinander verflochten. Die Tabakkonzerne Philip Morris und R.J. Reynolds kaufen in den 1980er Jahren strategisch große Lebensmittelunternehmen auf und dominieren so über 20 Jahre lang den amerikanischen Lebensmittelmarkt. Sie maximieren Konsum und Profit, indem sie mit ungesunden Komponenten besonders schmackhafte Lebensmittel konzipieren, die übermäßig die Belohnungsschaltkreise im Gehirn aktivieren, übermäßigen Konsum fördern und zu suchtähnlichem Essverhalten führen. Andere Unternehmen der Lebensmittelindustrie übernehmen diese Methoden.
- Mathilde Touvier, Maria Laura da Costa Louzada, Dariush Mozaffarian, Phillip Baker, Filippa Juul, Bernard Srour:
Ultra-processed foods and cardiometabolic health: public health policies to reduce consumption cannot wait (9.10.2023)Hoch verarbeitete Lebensmittel nehmen zu und sind eine besondere Gefahr für Kinder. Schlechte Ernährungsgewohnheiten, gefördert von der Lebensmittelindustrie, führen schon in jugendlichem Alter zu Übergewicht und Fettleibigkeit mit dem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das metabolische Syndrom und Diabetes Typ 2 und zu hohen gesellschaftlichen Kosten im Gesundheitssystem. Diese Ergebnisse sind mit hoher Evidenz gut gesichert – warum handelt die Politik nicht?
- Melissa M Lane, Elizabeth Gamage, Shutong Du, Deborah N Ashtree, Amelia J McGuinness, Sarah Gauci, Phillip Baker, Mark Lawrence, Casey M Rebholz, Bernard Srour, Mathilde Touvier, Felice N Jacka, Adrienne O'Neil, Toby Segasby, Wolfgang Marx:
Ultra-processed food exposure and adverse health outcomes: umbrella review of epidemiological meta-analyses (28.2.2024)Wer mehr hochverarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, hat ein höheres Krankheits-Risiko, insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Störungen und Sterblichkeit.
Abstract (übersetzt)
Ziel
Bewertung der vorhandenen metaanalytischen Evidenz zu Zusammenhängen zwischen der Exposition gegenüber hochverarbeiteten Lebensmitteln (definiert durch das Nova-Lebensmittelklassifizierungssystem) und negativen gesundheitlichen Folgen.Design
Systematische Übersichtsarbeit bestehender Metaanalysen.Datenquellen
MEDLINE, PsycINFO, Embase und die Cochrane Database of Systematic Reviews sowie manuelle Recherchen in Referenzlisten von 2009 bis Juni 2023.Einschlusskriterien für die Studienauswahl
Systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen von Kohorten-, Fallkontroll- und/oder Querschnittsstudien. Zur Bewertung der Glaubwürdigkeit der Evidenz wurden vorab festgelegte Klassifizierungskriterien angewendet, die als überzeugend (Klasse I
), stark suggestiv (Klasse II
), suggestiv (Klasse III
), schwach (Klasse IV
) oder nicht suggestiv (Klasse V
) eingestuft wurden. Die Qualität der Evidenz wurde anhand des GRADE-Frameworks (Grading of Recommendations, Assessment, Development, and Evaluations) bewertet und alshoch
,mittel
,niedrig
undsehr niedrig
eingestuft.Ergebnisse
Die Suche ergab 45 einzigartige gepoolte Analysen, darunter 13 Dosis-Wirkungs-Assoziationen und 32 Nicht-Dosis-Wirkungs-Assoziationen (n = 9.888.373). Insgesamt wurden direkte Assoziationen zwischen der Exposition gegenüber hochverarbeiteten Lebensmitteln und 32 (71 %) Gesundheitsparametern festgestellt, die Mortalität, Krebs sowie psychische, respiratorische, kardiovaskuläre, gastrointestinale und metabolische Gesundheitsergebnisse umfassten. Basierend auf den vorab festgelegten Kriterien zur Klassifizierung von Beweisen stützten überzeugende Beweise (Klasse I) direkte Zusammenhänge zwischen einer stärkeren Exposition gegenüber hochverarbeiteten Lebensmitteln und einem höheren Risiko für die Sterblichkeit infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Risikoverhältnis 1,50, 95 %-Konfidenzintervall 1,37 bis 1,63; GRADE = sehr niedrig) und Typ-2-Diabetes (Dosis-Wirkungs-Risiko-Verhältnis 1,12, 1,11 bis 1,13; mittel) sowie einem höheren Risiko für vorherrschende Angstzustände (Odds Ratio 1,48, 1,37 bis 1,59; niedrig) und kombinierte häufige psychische Störungen (Odds Ratio 1,53, 1,43 bis 1,63; niedrig). Hochgradig suggestive (Klasse II) Beweise zeigten, dass eine stärkere Exposition gegenüber hochverarbeiteten Lebensmitteln direkt mit einem höheren Risiko für Gesamtmortalität (Risikoverhältnis 1,21, 1,15 bis 1,27; niedrig), Mortalität in Verbindung mit Herzkrankheiten (Hazard Ratio 1,66, 1,51 bis 1,84; niedrig), Typ-2-Diabetes (Odds Ratio 1,40, 1,23 bis 1,59; sehr niedrig) und depressiven Folgen (Hazard Ratio 1,22, 1,16 bis 1,28; niedrig) zusammenhängt, zusammen mit einem höheren Risiko für vorherrschende schlafbezogene Folgen (Odds Ratio 1,41, 1,24 bis 1,61; niedrig), Keuchen (Risikoverhältnis 1,40, 1,27 bis 1,55; niedrig) und Fettleibigkeit (Odds Ratio 1,55, 1,36 bis 1,77; niedrig). Von den verbleibenden 34 gepoolten Analysen wurden 21 als suggestiv oder schwach (Klasse III-IV) und 13 als nicht nachweisbar (Klasse V) eingestuft. Insgesamt wurden 22 gepoolte Analysen nach dem GRADE-Modell als von geringer Qualität, 19 als sehr gering und vier als mäßig eingestuft.Schlussfolgerungen
Eine stärkere Exposition gegenüber hochverarbeiteten Lebensmitteln war mit einem höheren Risiko für negative gesundheitliche Folgen verbunden, insbesondere für kardiometabolische Erkrankungen, häufige psychische Störungen und Mortalität. Diese Ergebnisse liefern eine Grundlage für die Entwicklung und Bewertung der Wirksamkeit bevölkerungsbezogener und öffentlicher Gesundheitsmaßnahmen zur gezielten Reduzierung der ernährungsbedingten Exposition gegenüber hochverarbeiteten Lebensmitteln im Sinne einer verbesserten menschlichen Gesundheit. Sie liefern zudem Informationen und Unterstützung für dringende mechanistische Forschung. - Marie Payen de la Garanderie, Anaïs Hasenbohler, Nicolas Dechamp, Guillaume Javaux, Fabien Szabo de Edelenyi, Cédric Agaësse, Alexandre De Sa, Laurent Bourhis, Raphaël Porcher, Fabrice Pierre, Xavier Coumoul, Emmanuelle Kesse-Guyot, Benjamin Allès, Léopold K. Fezeu, Emmanuel Cosson, Sopio Tatulashvili, Inge Huybrechts, Serge Hercberg, Mélanie Deschasaux-Tanguy, Benoit Chassaing, Héloïse Rytter, Bernard Srour, Mathilde Touvier:
Food additive mixtures and type 2 diabetes incidence: Results from the NutriNet-Santé prospective cohort, auch hier (8.4.2025)Franz-Werner Dippel, DocCheck: Aspartam: Diabetisch im Abgang (23.4.2025)
Lebensmittelzusatzstoffe (Chemikalien), die in einer Vielzahl von Produkten der Lebensmittelindustrie vorkommen, erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes.
2.1 Ungesunde Ernährung
Gesunde Ernährung bedeutet: ausgewogenes Verhältnis von guten Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen (Aminosäuren) sowie gute Versorgung mit Vitaminen, Bioflavonoiden, Mineralien, anderen Vitalstoffen und Ballaststoffen. Diese Ziele sind nur erreichbar, wenn weitgehend auf verzehrfertige Produkte der Lebensmittelindustrie verzichtet wird.
Hoch verarbeitete Lebensmittel (Fertignahrung), die viele Verarbeitungsstufen in der Lebensmittelindustrie durchlaufen haben, zergehen im Mund und müssen nur wenig gekaut werden. Dadurch wird kein Sättigungsgefühl erzeugt und man isst übermäßig viel. Die Lebensmittel-Designer nutzen Geräusche, Gerüche, Aussehen und Verpackung, um unsere Sinne zu stimulieren und uns zu konditionieren. Aber hoch verarbeitete Lebensmittel sind ungesund und machen süchtig.
Sie verursachen Fettleibigkeit, reduzieren die Vielfalt der Darmflora, schädigen das Immunsystem, fördern Entzündungen und das Risiko eines Knochenbruchs. In extremen Fällen (Ernährung fast nur mit stark verarbeiteten Lebensmitteln) erhöht sich das Risiko für Schlafstörungen, Ängste, Trägheit, Libidoverlust, schlechte Gefühle, das metabolische Syndrom, Diabetes, Hämorrhoiden, Sodbrennen, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Leider wird diese ungesunde Ernährung stark beworben und sie ist beliebt. Das Problem heißt Junkfood, wörtlich übersetzt: Abfall-Nahrung. Tatsächlich ist es Nahrung, die durch intensive industrielle Prozesse hergestellt wird. Sie enthält hohe Anteile an Salz, Zucker, minderwertigen Fetten und künstlichen Aromen und hat einen Mangel an Vitaminen, Bioflavonoiden, Mineralien und Ballaststoffen.
Ergebnis: zu viele Kalorien und zu wenige Vitalstoffe.
Beispiele für hoch verarbeitete Lebensmittel, Junkfood:
- Suppen in Dosen,
- industriell hergestellte Backwaren,
- Tiefkühlgerichte,
- Fertiggerichte,
- Verarbeitetes Fleisch,
- Limonaden und Energy-Drinks,
- Snacks wie Kartoffelchips, Kekse und Cracker,
- gesüßte Frühstückscerealien.
Fast Food macht dick und dumm!
Weitere Infos und Studien:
- GBD 2017 Diet Collaborators:
Health effects of dietary risks in 195 countries, 1990-2017: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2017, auch hier (5.2019)Pressemitteilung:
Despite growing burden of diet-related disease, medical education does not equip students to provide high quality nutritional care to patientsEin Fünftel aller Todesfälle weltweit infolge nichtübertragbarer Krankheiten wird durch mangelhafte, ungesunde Ernährung verursacht und könnte mit einer gesunden Ernährung verhindert werden. An der Spitze stehen zu viel Natrium, zu wenig Vollwertkost und zu wenig Obst. Leider ist die Ernährung weltweit nur unzureichend in die medizinische Ausbildung integriert, was bedeutet, dass es Medizinstudenten an Selbstvertrauen, Fähigkeiten und Wissen mangelt, um Patienten mit Informationen über gute Nahrungsmittel zu versorgen.
- Barkha Madhogaria, Priyanka Bhowmik, Atreyee Kundu:
Correlation between human gut microbiome and diseases (24.8.2022)Es lohnt sich, den Darm und seine Darmflora gut zu pflegen. Eine ungünstige Darmflora kann die Ursache verschiedener lebensbedrohlicher Erkrankungen sein: Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und schwer behandelbare bakterielle Infektionen.
Abstract (übersetzt)
Highlights
- Normale Zusammensetzung der Darmmikrobiota, ihre Vielfalt in Anzahl und Art in verschiedenen Darmabschnitten. Faktoren, die eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Darmmikrobioms spielen.
- Die Rolle der Darmmikrobiota im menschlichen Körper und die Erklärung, warum Abweichungen in ihrer Zusammensetzung zu verschiedenen Erkrankungen führen können.
- Abweichungen oder Dysbiose im Zusammenhang mit verschiedenen lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und schwer behandelbaren bakteriellen Infektionen werden erläutert.
- Zukunft der Darmmikrobiota-Forschung und ihre Rolle in der Behandlung von Krankheiten werden diskutiert.
Zusammenfassung
Das menschliche Darmmikrobiom ist eine Hauptquelle der menschlichen Bakterienpopulation und trägt maßgeblich zu positiven wie negativen Auswirkungen bei. Aufgrund seiner Beteiligung an vielfältigen Interaktionen haben Darmmikroorganismen einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit während unseres gesamten Lebens. Die Auswirkungen der Darmmikrobenpopulation werden seit zwei Jahrzehnten intensiv erforscht. Eine umfassende Literaturrecherche in englischsprachigen elektronischen Datenbanken wie PubMed, Google Scholar, Pubag, Google Books und ResearchGate konzentrierte sich auf aktuelle Entwicklungen auf diesem Gebiet und diente vorwiegend dazu, die Rolle des menschlichen Darmmikrobioms und dessen Bedeutung für verschiedene Erkrankungen zu verstehen. Das Darmmikrobiom gesunder Personen unterscheidet sich von dem erkrankter Personen. Typ-2-Diabetes, Adipositas, nichtalkoholische Fettlebererkrankung und kardiometabolische Erkrankungen wurden mit einer Dysbiose der Darmmikrobiota in Verbindung gebracht. Auch die Pathogenese vieler Erkrankungen ist mit Veränderungen der Darmmikrobiota verknüpft. Weitere Erkrankungen wie Krebs, Arthritis, Autismus, Depressionen, Angststörungen, Schlafstörungen, HIV, Bluthochdruck und Gicht stehen ebenfalls im Zusammenhang mit einer Dysbiose der Darmmikrobiota. In diesem Review konzentrieren wir uns auf aktuelle Studien, die den Zusammenhang zwischen Darmmikrobiom-Dysbiose und Krankheitsentstehung untersuchen. Die Forschung zum Einfluss der Darmmikrobiota auf den Stoffwechsel des Wirts hat sich in den letzten Jahrzehnten von deskriptiven Analysen hin zu integrativen Hochdurchsatz-Omics-Datenanalysen wie Metagenomik und Metabolomik gewandelt. Die Identifizierung der molekularen Mechanismen hinter den beschriebenen Zusammenhängen erfolgt an Menschen, Tieren und Zellen, um die Physiologie und die Mechanismen des Wirts zu untersuchen. Viele dieser Mechanismen sind jedoch noch nicht vollständig verstanden.
- Anna M R Hayes, Logan Tierno Lauer, Alicia E Kao, Shan Sun, Molly E Klug, Linda Tsan, Jessica J Rea, Keshav S Subramanian, Cindy Gu, Natalie Tanios, Arun Ahuja, Kristen N Donohue, Léa Décarie-Spain, Anthony A Fodor, Scott E Kanoski:
Western diet consumption impairs memory function via dysregulated hippocampus acetylcholine signaling, auch hier (8.3.2024)Eating junk food during childhood may lead to long-term, irreversible memory issues (16.4.2024)
Der Verzehr von Junkfood in der Kindheit kann zu langfristigen, irreversiblen Gedächtnisproblemen führen. Könnte es sein, dass Schokoriegel genauso schlimm sind wie Bierdosen? Eine Studie mit Nagetieren ergibt, dass Ratten, die während der Pubertät fett- und zuckerreich ernährt werden, über lange Zeit Gedächtnisstörungen haben, die lange bis ins Erwachsenenalter anhalten und die intellektuelle Entwicklung stören.
Die Forscher haben die schädlichen Veränderungen im Gehirn genauer untersucht. Ergebnis: durch die ungünstige Ernährung kommt es zu einer dauerhaften Verringerung des cholinergen Tonus im Hippocampus. Dadurch wird die Freisetzung von Acetylcholin im Hippocampus, die für die Signalübertragung notwendig ist, beeinträchtigt.
- Karla Walsh:
How Poor Gut Health Can Increase Anxiety and Depression Risk & What to Eat to Help
Wie eine schlechte Darmgesundheit das Angst- und Depressionsrisiko erhöhen kann und welche Ernährung dagegen hilft (12.10.2024)Der Einfluss des Darm-Mikrobioms, von Leaky Gut und Entzündungen im Darm auf Hormone, Neurotransmitter und die psychische Gesundheit werden beschrieben.
- Hyuna Sung, Rebecca L Siegel, Mathieu Laversanne, Chenxi Jiang, Eileen Morgan, Mariam Zahwe, Yin Cao, Freddie Bray, Ahmedin Jemal:
Colorectal cancer incidence trends in younger versus older adults: an analysis of population-based cancer registry data, auch hier (11.12.2024Darmkrebs nimmt bei jüngeren Menschen zu. Einige Gründe hängen mit der Lebensweise in den reichen Industriestaaten zusammen: Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht. Die Abkehr von traditionellen, fettarmen und ballaststoffreichen Ernährungsweisen hin zu einem erhöhten Konsum von rotem oder verarbeitetem Fleisch, Zucker und hochverarbeiteten Fertigprodukten trägt zum erhöhten Darmkrebs-Risiko bei. Fettleibige Menschen haben ein zusätzlich erhöhtes Darmkrebs-Risiko.
- Audrey Ting, Amelia S. Wallace, Mary R. Rooney, Hyunju Kim, Valerie K. Sullivan, Elizabeth Selvin, Casey M. Rebholz:
Association of plant-based diets with subclinical cardiovascular disease in U.S. adults, 1999-2004 (14.6.2025)Gesunde pflanzliche Lebensmittel bieten gesundheitlich erhebliche Vorteile gegenüber ungesunden pflanzlichen Lebensmitteln. Gesunde pflanzliche Lebensmittel sind reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Ungesunde pflanzliche Lebensmittel enthalten hochverarbeitete Lebensmittel, raffiniertes Getreide, zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten/Desserts. Ergebnis: die ungesunde Ernährung löst chronische Entzündungen und gestörte Cholesterinwerte aus und erhöht das Risiko für Herz-Krankheiten signifikant.
- Zentrum der Gesundheit
- Wie das Essen von Junk Food Ihr Gehirn verändert
Amy Reichelt: Five ways junk food changes your brain (19.9.2016)
Junkfood verändert das Gehirn und erzeugt ein Glücksgefühl. Kinder und Jugendliche haben nur geringe Möglichkeiten, sich gegen diese Manipulation zu wehren. Zu viel Zucker verursacht Entzündungen im Gehirn. Das Gedächtnis wird schlechter, der Mensch hat Schwierigkeiten, Neues zu lernen, und er wird geistig schwerfälliger.
- Diese Lebensmittel machen am meisten süchtig – und diese gar nicht!
Besonders süchtig machen Pizza, Schokolade, Chips und Kekse. Besonders wenig Suchtpotential haben frische Gurken, Karotten, Bohnen (ohne Sauce) und Äpfel.
- Immer mehr Darmkrebs bei unter 45-Jährigen: Das ist der Grund! (28.9.2022)
Grund der wachsenden Häufigkeit von Darmkrebs ist die ungesunde Ernährung mit zu vielen verarbeiteten Lebensmitteln.
- Wie das Essen von Junk Food Ihr Gehirn verändert
- Öl und Fett
Die Gesamtfettaufnahme sollte weniger als 30 % der täglichen Kalorien betragen. Eine fettreiche Ernährung erhöht das Risiko für eine entzündliche Darmerkrankung, schwächt die Darmbarriere und fördert schädliche Bakterien, während sie gleichzeitig die Anzahl nützlicher Mikroben im Verdauungssystem reduziert. Eine ketogene Diät verstärkt den Schweregrad einer Colitis ulcerosa (chronisch-entzündliche Darmerkrankung) dramatisch und führt in Tierstudien zu Gewichtsverlust, Dickdarmverkürzung, erhöhten Entzündungswerten und erhöhter Darmdurchlässigkeit.
Die ketogene Diät ist gekennzeichnet durch hohen Fettanteil und minimale Kohlenhydrat-Mengen. Bei vorhandener Dickdarmentzündung (Colitis) wird durch eine ketogene Diät die Entzündung verstärkt, die Darmbarriere geschwächt und schädliche Bakterien werden gefördert, während gleichzeitig die Anzahl nützlicher Mikroben im Verdauungssystem reduziert wird.
Die Reduzierung der Fettaufnahme auf unter 30 % der täglichen Kalorien, die Auswahl von Vollwertkost, der Verzicht auf Pflanzenöle und die Erhöhung der Ballaststoffe tragen zur Heilung von Darmentzündungen und zur Wiederherstellung einer gesunden Verdauung bei.
- Vanessa Las Heras, Adam G. Clooney, Feargal J. Ryan, Raul Cabrera-Rubio, Pat G. Casey, Cara M. Hueston, Jorge Pinheiro, Justine K. Rudkin, Silvia Melgar, Paul D. Cotter, Colin Hill and Cormac G. M. Gahan:
Short-term consumption of a high-fat diet increases host susceptibility to Listeria monocytogenes infection, auch hier (1.2019)Kommentar von MedicalXpress:
High fat diet increases risk of food poisoning from Listeria monocytogenesEine besonders fettreiche Ernährung beeinträchtigt die Fähigkeit des Immunsystems, Infektionen abzuwehren, speziell die Listerien im Darm. Hinsichtlich einer Listerien-Infektion sind besonders Menschen mit geschwächter Immunabwehr ‒ Kleinkinder, ältere Menschen, frisch Operierte, Aids- oder Krebspatienten und Diabetiker – gefährdet. Allerdings ist es nicht einfach, Listerien als Krankheitsursache zu erkennen.
- Ramani Soundararajan, Michelle M Maurin, Jetsen Rodriguez-Silva, Gunjan Upadhyay, Ashley J Alden, Siddabasave Gowda B Gowda, Michael J Schell, Mingli Yang, Noah Jhad Levine, Divyavani Gowda, Punith M Sundaraswamy, Shu-Ping Hui, Lance Pflieger, Heiman Wang, Jorge Marcet, Carolina Martinez, Robert David Bennett, Allen Chudzinski, Andreas Karachristos, Timothy M Nywening, Paul M Cavallaro, Matthew Linley Anderson, Robert J Coffey, Michael V Nebozhy, Andrey Loboda, Domenico Coppola, Warren Jackson Pledger, Ganesh V Halade, Timothy J Yeatman:
Integration of lipidomics with targeted, single cell, and spatial transcriptomics defines an unresolved pro-inflammatory state in colon cancer (10.12.2024)Lauren J. Young:
Ultraprocessed Foods High in Seed Oils Could Be Fueling Colon Cancer Risk (13.12.2024)Dickdarm- und Mastdarmkrebs steigt bei Menschen unter 50 Jahren an. Bestimmte Lipide, insbesondere Omega-6-Fettsäuren, die häufig in Samenölen enthalten sind, die zur Herstellung von hochverarbeitetem Junkfood verwendet werden, können Entzündungen fördern, die zu Dickdarmkrebs führen.
- Joseph Mercola
- Linoleic acid, mitochondria, gut microbiome, and metabolic health: a mechanistic review (8.4.2025)
Linolsäure (nicht Linolensäure) ist eine zweifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure und kommt vor allem in Samenölen vor. Sie verursacht, bei zu hohem Anteil an der gesamten Fett-Aufnahme, oxidativen Stress, schädigt die Mitochondrien, verursacht Stoffwechselstörungen und Darm-Fehlbesiedlung.
Abstract (übersetzt)
Das Wichtigste (Highlights):
- Dualer Stresspfad: Linolsäure (LA) verursacht sowohl oxidativen als auch reduktiven Stress und stört die mitochondriale Redoxhomöostase.
- Cardiolipin-Anfälligkeit: Erhöhte LA-Konzentrationen in der Nahrung integrieren sich in Cardiolipin, erhöhen dessen Anfälligkeit für Peroxidation und destabilisieren Superkomplexe der Elektronentransportkette.
Erläuterung: Cardiolipin kommt in der inneren Membran von Mitochondrien sowie in bakteriellen Membranen vor. Cardiolipin-Schäden stehen im Zusammenhang mit Syphilis und Malaria. (Quelle: DocCheck) - Stoffwechselstörungen: LA-induzierte mitochondriale Schäden führen zu einer beeinträchtigten ATP-Synthese, Insulinresistenz und verstärkter Entzündung.
- Zusammenhang mit dem Darmmikrobiom: Überschüssige LA verändert den Kolonozytenstoffwechsel, untergräbt die für kommensale Mikroben wichtige anaerobe Nische und trägt zur Dysbiose bei.
- Ernährungsstrategien: Eine Reduzierung der LA-Zufuhr im Rahmen ausgewogener Makronährstoffverhältnisse kann die mitochondriale Funktion wiederherstellen, die Stoffwechselgesundheit verbessern und den Verlauf chronischer Erkrankungen abmildern.
- Seed Oils as a Hypothesized Contributor to Heart Disease: A Narrative Synthesis (21.1.2026)
Oxidierte Linolsäure fördert entzündliche und oxidative Prozesse. Der übermäßige Konsum von Linolsäure-reichen Pflanzenölen könnte ein bisher unterschätzter Faktor für den Anstieg der koronaren Herzkrankheiten im 20. Jahrhundert sein.
- Linoleic acid, mitochondria, gut microbiome, and metabolic health: a mechanistic review (8.4.2025)
- Carina Rehberg, Zentrum der Gesundheit: Linolsäure – Die Wirkung der Omega-6-Fettsäure
Linolsäure gehört zu den essenziellen Omega-6-Fettsäuren. Sie gilt oft als ungesund und entzündungsfördernd. Das ist nicht immer korrekt.
- Vanessa Las Heras, Adam G. Clooney, Feargal J. Ryan, Raul Cabrera-Rubio, Pat G. Casey, Cara M. Hueston, Jorge Pinheiro, Justine K. Rudkin, Silvia Melgar, Paul D. Cotter, Colin Hill and Cormac G. M. Gahan:
- Hochverarbeitete Lebensmittel
- Carlos A Monteiro, Geoffrey Cannon, Renata B Levy, Jean-Claude Moubarac, Maria LC Louzada, Fernanda Rauber, Neha Khandpur, Gustavo Cediel, Daniela Neri, Euridice Martinez-Steele, Larissa G Baraldi and Patricia C Jaime:
Ultra-processed foods: what they are and how to identify them (12.2.2019)Um sachgerechte Diskussionen über hochverarbeitete Lebensmittel zu ermöglichen, müssen sie definiert werden. Hochverarbeitete Lebensmittel sind hochprofitabl (kostengünstige Zutaten, lange Haltbarkeit, überzeugende Markenbildung), praktisch (verzehrfertig) und besonders schmackhaft. Diese Produkte verdrängen andere Lebensmittelgruppen, insbesondere unverarbeitete oder minimal verarbeitete Lebensmittel.
Abstract (übersetzt)
Der vorliegende Kommentar enthält einen klaren und einfachen Leitfaden zur Identifizierung hochverarbeiteter Lebensmittel. Er trägt dem wachsenden Interesse an hochverarbeiteten Lebensmitteln bei politischen Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern, Gesundheitsexperten, Journalisten und Verbrauchern Rechnung, die politische Strategien entwickeln, Ernährungsgewohnheiten untersuchen, Menschen beraten, Medienberichte erstellen und Lebensmittel im Handel oder zu Hause kaufen und Etiketten prüfen. Hochverarbeitete Lebensmittel werden im NOVA-Klassifizierungssystem definiert, das Lebensmittel nach Umfang und Zweck der industriellen Verarbeitung gruppiert. Zu den Verfahren, die die Herstellung hochverarbeiteter Lebensmittel ermöglichen, gehören die Zerlegung von Vollwertlebensmitteln in einzelne Substanzen, die chemische Modifikation dieser Substanzen, die Zusammensetzung unveränderter und modifizierter Lebensmittelsubstanzen, die häufige Verwendung kosmetischer Zusatzstoffe und anspruchsvolle Verpackungen. Die Verfahren und Zutaten zur Herstellung hochverarbeiteter Lebensmittel sind darauf ausgelegt, hochprofitable (kostengünstige Zutaten, lange Haltbarkeit, überzeugende Markenbildung), praktische (verzehrfertige) und besonders schmackhafte Produkte zu schaffen, die alle anderen NOVA-Lebensmittelgruppen, insbesondere unverarbeitete oder minimal verarbeitete Lebensmittel, verdrängen könnten. Eine praktische Methode zum Erkennen eines hochverarbeiteten Produkts besteht darin, zu prüfen, ob die Zutatenliste mindestens einen für die Gruppe der hochverarbeiteten Lebensmittel der Kategorie NOVA charakteristischen Bestandteil enthält. Dabei handelt es sich entweder um Nahrungsmittel, die in Küchen nie oder nur selten verwendet werden (wie etwa Maissirup mit hohem Fruchtzuckergehalt, gehärtete oder umgeesterte Öle und hydrolysierte Proteine) oder um Zusatzstoffklassen, die das Endprodukt schmackhafter oder ansprechender machen sollen (wie etwa Aromen, Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Emulgatoren, Schmelzsalze, Süßstoffe, Verdickungsmittel und Mittel zur Schaumverhütung, zum Füllen, Karbonisieren, Aufschäumen, Gelier- und Überzugsmittel).
- Jörg Blech, Spiegel: Essen mit Risiken und Nebenwirkungen (4.9.2021)
Aus den Fabriken der Nahrungsmittelhersteller kommen immer häufiger Produkte, die fast nur noch aus nährstoffarmen Substanzen wie Farbstoffen, künstlichen Aromen, Emulgatoren und Geschmacksverstärkern, aus Zucker, Glukose-Fruktose-Sirup, Fett und Salz zusammengesetzt sind. Je mehr Mahlzeiten aus solchen ultraverarbeiteten Produkten die Menschen konsumieren, desto häufiger bekommen sie später Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Herzrhythmusstörungen.
- Natalia Gomes Gonçalves, Naomi Vidal Ferreira, Neha Khandpur, Euridice Martinez Steele, Renata Bertazzi Levy, Paulo Andrade Lotufo, Isabela M. Bensenor, Paulo Caramelli, Sheila Maria Alvim de Matos, Dirce M. Marchioni, Claudia Kimie Suemoto:
Association Between Consumption of Ultraprocessed Foods and Cognitive Decline (5.12.2022)Wer über viele Jahre stark verarbeitete Produkte der Lebensmittelindustrie isst, hat im Alter ein höheres Risiko für die Abnahme der geistigen Kräfte (Neurodegeneration) und für Demenz.
- Kiara Chang, Marc J. Gunter, Fernanda Rauber, Renata B. Levy, Inge Huybrechts, Nathalie Kliemann, Christopher Millett, Eszter P. Vamos:
Ultra-processed food consumption, cancer risk and cancer mortality: a large-scale prospective analysis within the UK Biobank (31.1.2023)Weltweit ist Krebs die Ursache von einem Sechstel aller Todesfälle. Mindestens 50% aller Krebsfälle wären vermeidbar, und eine gesündere Ernährung wäre dabei ein Schlüsselfaktor. Industriell hoch verarbeitete Lebensmittel bestehen aus industriell gewonnenen Substanzen und Zusatzstoffen und werden in aufwändigen lebensmitteltechnischen Prozessen hergestellt. Sie enthalten kaum Vollwertkost, sind reich an Kohlenhydraten und Salz, Zucker und Fett, aber arm an Ballaststoffen und anfällig für übermäßigen Konsum. Sie werden aggressiv vermarktet und verdrängen nach und nach die traditionelle Ernährung, die auf frischen und minimal verarbeiteten Lebensmitteln basiert.
Die britische Studie bestätigt, dass durch Ernährung mit hoch verarbeiteten Lebensmitteln das Risiko signifikant ansteigt, an Krebs zu erkranken und daran zu sterben. Das gilt besonders für den Krebs der Eierstöcke.
- FAO: The State of Food and Agriculture 2023, Erläuterung (6.11.2023)
Ermittlung der wahren Lebensmittelkosten zur Umgestaltung der Agrar- und ErnährungssystemeSpiegel Online: »Versteckte Kosten« unserer Ernährung sind extrem hoch
Durch ungesunde Ernährung und eine umweltschädliche Landwirtschaft entstehen pro Jahr weltweit Kosten in Billionenhöhe. Die Uno will Strategien entwickeln, um diese »hidden costs« zu verringern.
Im Bericht der UNO-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) werden die vielen extrem verarbeiteten Lebensmittel kritisiert sowie die Tatsache, dass der Anteil von Fett und Zucker immer größer wird. Das führt zu Fettleibigkeit und anderen Krankheiten, was die Gesundheitssysteme hoch belastet.
- Melissa M Lane, Elizabeth Gamage, Shutong Du, Deborah N Ashtree, Amelia J McGuinness, Sarah Gauci, Phillip Baker, Mark Lawrence, Casey M Rebholz, Bernard Srour, Mathilde Touvier, Felice N Jacka, Adrienne O'Neil, Toby Segasby, Wolfgang Marx:
Ultra-processed food exposure and adverse health outcomes: umbrella review of epidemiological meta-analyses (19.1.2024)Wer häufiger hochverarbeitete Lebensmittel isst, hat ein höheres Krankheitsrisiko, insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Störungen und Tod, auch für Krebs, Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen.
- Varun M. Bhave, Carol R. Oladele, Zsuzsanna Ament, Naruchorn Kijpaisalratana, Alana C. Jones, Catharine A. Couch, Amit Patki, Ana-Lucia Garcia Guarniz, Aleena Bennett, Michael Crowe, Marguerite R. Irvin, and W. Taylor Kimberly:
Associations Between Ultra-Processed Food Consumption and Adverse Brain Health Outcomes, auch hier (22.5.2024)Megan Brooks, Medscape:
Ultraprocessed Foods an Independent Risk Factor for Poor Brain Health (23.5.2024)Der regelmäßige Verzehr von Lebensmitteln, die in der Lebensmittelindustrie stark verarbeitet wurden, erhöht das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen (also Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit) und für Schlaganfall.
- Mikaela Conley, US Right to Know:
Ultra-processed foods linked to increased risk of Type 2 diabetes (18.9.2024)Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen immer deutlicher, dass der Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht. Das ist eine chronische Erkrankung, bei der durch Insulinresistenz der Blutzuckerspiegel erhöht wird. Unbehandelt kann diese Erkrankung erhebliche Schäden an Nerven und Blutgefäßen, Herz, Gehirn, Nieren, Magen-Darm-Trakt, Augen, Zahnfleisch und Füßen verursachen. Zu viele Kalorien, die wir zu uns nehmen, stammen aus hochverarbeiteten Lebensmitteln. Das ist besonders verhängnisvoll biei Kindern.
- Nilson E, Hamel V, Wahrhaftig J, Rezende L, Polsky JY, Moubarac JC; Department of Nutrition, University of Montreal:
How much of the burden of cardiovascular disease in Canada is attributable to ultraprocessed foods? (2.2025)Die Untersuchung im Jahr 2019 in Kanada ergibt, dass mehr als ein Drittel (38 %) der Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf den Verzehr von hoch verarbeiteten Lebensmitteln zurückzuführen ist. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie koronare Herzkrankheit und Schlaganfall, gehören zu den häufigsten Todesursachen in Kanada und fordern jährlich über 50.000 Menschenleben.
Abstract (übersetzt)
Was war das Ergebnis dieser Studie?
Diese Studie schätzt die Belastung durch schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzkrankheiten und Schlaganfälle), die auf den Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel und Getränke (UPF) bei kanadischen Erwachsenen ab 20 Jahren zurückzuführen ist. Genauer gesagt schätzt diese Studie, wie viele Neuerkrankungen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD), Todesfälle durch CVD und verlorene oder durch Behinderungen beeinträchtigte Lebensjahre auf den UPF-Konsum zurückzuführen sind. Diese Studie schätzt auch die potenziellen Auswirkungen hypothetischer Veränderungen des UPF-Konsums auf die CVD-Belastung in Kanada.
Was ergab die Studie?
- Kanadier konsumieren viel UPF: Laut den neuesten Daten machten diese Produkte 43,4 % der täglichen Gesamtenergiezufuhr bei Erwachsenen ab 20 Jahren aus.
- Dieser hohe UPF-Verbrauch war mit einer hohen Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden und machte 38 % aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Jahr 2019 aus. Dies entspricht schätzungsweise 96.043 Neuerkrankungen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzerkrankungen und Schlaganfälle), 17.417 Todesfällen und 388.654 verlorenen oder durch Behinderung beeinträchtigten Lebensjahren pro Jahr.
- Würden die Kanadier ihren UPF-Verbrauch um die Hälfte reduzieren, ergäben sich 45.914 weniger Neuerkrankungen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 8.314 weniger Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 185.209 weniger verlorene oder durch Behinderung beeinträchtigte Lebensjahre pro Jahr.
- Würde die UPF-Aufnahme jedoch um 50 % erhöht, kämen jedes Jahr zusätzlich 19.979 Neuerkrankungen, 3.489 Todesfälle und 77.691 verlorene oder durch Behinderung beeinträchtigte Lebensjahre hinzu.
Diese Studie schätzte, dass der Konsum von UPF bei kanadischen Erwachsenen im Jahr 2019 eine hohe Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt: Mehr als ein Drittel der gesamten Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen (38 %) war auf den Konsum dieser Produkte zurückzuführen. Kanada benötigt dringend einen umfassenden Ansatz mit verschiedenen Strategien und Interventionen, um die allgegenwärtige Belastung durch UPF in der kanadischen Lebensmittelumgebung zu reduzieren und den Konsum dieser Produkte in der Bevölkerung zu verringern.
Solche Maßnahmen wären ein wichtiger Schritt, um die erhebliche Belastung der kanadischen Gesellschaft durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bewältigen. - Eduardo A F Nilson, Felipe Mendes Delpino, Carolina Batis, Priscila Pereira Machado, Jean-Claude Moubarac, Gustavo Cediel, Camila Corvalan, Gerson Ferrari, Fernanda Rauber, Euridice Martinez-Steele, Maria Laura da Costa Louzada, Renata Bertazzi Levy, Carlos A Monteiro, Leandro F M Rezende:
Premature Mortality Attributable to Ultraprocessed Food Consumption in 8 Countries (28.4.2025)Franz-Werner Dippel, DocCheck: Fertiggerichte: Jeder siebte beißt früher ins Gras (18.7.2025)
Wer viele hochverarbeitete Nahrungsmittel (Fast Food, Fertignahrung usw.) zu sich nimmt, stirbt früher – je mehr, desto früher (lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung). Die Verhältnisse sind in den untersuchten Ländern unterschiedlich. Die Überschrift
Jeder siebte ...
bezieht sich auf die vorzeitigen Todesfälle in den USA und in Großbritannien.Abstract (übersetzt)
Einleitung:
Ultraverarbeitete Lebensmittel dominieren die globale Lebensmittelversorgung zunehmend. Prospektive Kohortenstudien haben durchgängig einen Zusammenhang zwischen hohem Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel und einem erhöhten Risiko für verschiedene nichtübertragbare Krankheiten sowie einer höheren Gesamtmortalität festgestellt. Ziel der Studie war es, (1) das Gesamtmortalitätsrisiko durch den Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel abzuschätzen und (2) die damit verbundene epidemiologische Belastung durch den Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel in acht ausgewählten Ländern zu ermitteln.Methoden:
Zunächst wurde eine Dosis-Wirkungs-Metaanalyse von Beobachtungskohortenstudien durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen dem Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel und der Gesamtmortalität zu untersuchen. Anschließend wurde das gepoolte relative Risiko für die Gesamtmortalität pro 10 % Anstieg des Anteils ultraverarbeiteter Lebensmittel geschätzt. Anschließend wurden die bevölkerungsbezogenen Anteile an der vorzeitigen Gesamtmortalität, die auf den Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel zurückzuführen sind, in acht ausgewählten Ländern mit relativ niedrigem (Kolumbien und Brasilien), mittlerem (Chile und Mexiko) und hohem (Australien, Kanada, Vereinigtes Königreich und USA) Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel geschätzt. Die Analyse wurde zwischen November 2023 und Juli 2024 durchgeführt.Ergebnisse:
Die Metaanalyse zeigte eine lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen dem Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel und der Gesamtmortalität (RR für jede 10%ige Erhöhung des prozentualen Anteils hochverarbeiteter Lebensmittel = 1,03; 95%-KI = 1,02, 1,04). Angesichts des starken Zusammenhangs zwischen dem Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel und der Gesamtmortalität sowie des Anteils hochverarbeiteter Lebensmittel an der Ernährung (Prozentsatz hochverarbeiteter Lebensmittel) in jedem der acht ausgewählten Länder variierten die Schätzungen zwischen 4 % (Kolumbien) und 14 % (Großbritannien und USA) der vorzeitigen Todesfälle, die auf den Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel zurückzuführen sind.Schlussfolgerungen:
Die Ergebnisse untermauern, dass der Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel in vielen Ländern erheblich zur allgemeinen Krankheitslast beiträgt. Ihre Reduzierung sollte daher in die nationalen Ernährungsrichtlinien aufgenommen und in der öffentlichen Politik berücksichtigt werden. - Samuel J. Dicken, Friedrich C. Jassil, Adrian Brown, Monika Kalis, Chloe Stanley, Chaniqua Ranson, Tapiwa Ruwona, Sulmaaz Qamar, Caroline Buck, Ritwika Mallik, Nausheen Hamid, Jonathan M. Bird, Alanna Brown, Benjamin Norton, Claudia A. M. Gandini Wheeler-Kingshott, Mark Hamer, Chris van Tulleken, Kevin D. Hall, Abigail Fisher, Janine Makaronidis & Rachel L. Batterham:
Ultraprocessed or minimally processed diets following healthy dietary guidelines on weight and cardiometabolic health: a randomized, crossover trial (4.8.2025)Katie Kavanagh: Eating ultra-processed foods could make it harder to lose weight (5.8.2025)
Wer vorwiegend hochverarbeitete Lebensmittel isst, dem gelingen Fettabbau und Gewichtsverlust nicht, selbst dann, wenn er sich an Empfehlungen zur gesunden Ernährung orientiert.
- Lucy K Loch, Matthias Kirch, Dianne C Singer, Erica Solway, J Scott Roberts, Jeffrey T Kullgren, Ashley N Gearhardt:
Ultra-processed food addiction in a nationally representative sample of older adults in the USA, auch hier (29.9.2025)Franz-Werner Dippel, DocCheck: Fertignahrung: Ist Zucker das neue Kokain? (3.11.2025)
Die Abhängigkeit von hochverarbeiteten Lebensmitteln ist unter älteren Erwachsenen, speziell Frauen, in den USA weit verbreitet. Suchtartiges Konsumieren hochverarbeiteter Lebensmittel bedeutet: schlechtere körperliche und psychische Gesundheit sowie geringeres soziales Wohlbefinden.
- Alessandra Escorcio Rodrigues, Ariana Ester Fernandes, Alexis Germán Murillo Carrasco, Felipe Mateus Pellenz, Paula Waki Lopes da Rosa, Aline Maria da Silva Hourneaux de Moura, Fernanda Galvão de Oliveira Santin, Cintia Cercato, Maria Edna de Melo, Marcio C Mancini:
High Consumption of Ultra-Processed Foods Is Associated with Genome-Wide DNA Methylation Differences in Women: A Pilot Study, auch hier (3.11.2025)Eine Ernährung mit extrem hoch verarbeiteten Lebensmitteln verursacht eine verminderte DNA-Methylierung und veränderte Epigenetik. Das kann zu Störungen im Energiestoffwechsel und zu mehr chronischen Entzündungen führen. Die betreffenden Gene sind mit Fettspeicherung, Insulinsensitivität und Krebsentwicklung verknüpft.
Info zur DNA-MethylierungAbstract (übersetzt)
Hintergrund/Ziele:
Der weltweite Anstieg des Konsums ultraverarbeiteter Lebensmittel (UPF) geht mit dem Anstieg von Adipositas und nichtübertragbaren chronischen Krankheiten einher. Obwohl mehrere groß angelegte Studien den UPF-Konsum mit negativen gesundheitlichen Folgen in Verbindung bringen, sind die biologischen Mechanismen weiterhin unklar. Epigenetische Veränderungen, wie z. B. Veränderungen der DNA-Methylierung, könnten einen möglichen Weg darstellen, über den die Ernährung die metabolische Gesundheit beeinflusst. Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, ob ein höherer UPF-Konsum mit genomweiten DNA-Methylierungsmustern bei Frauen assoziiert ist.Methoden:
Es handelte sich um eine Querschnittsstudie mit explorativer epigenetischer Analyse. Wir wählten 30 Frauen aus, die anhand ihres UPF-Konsums (ausgedrückt als Prozentsatz der Gesamtenergiezufuhr) gemäß dem NOVA-Lebensmittelklassifikationssystem in Terzile eingeteilt wurden. Die Nahrungsaufnahme wurde mithilfe eines dreitägigen Ernährungsprotokolls erfasst. Anthropometrische Daten, Körperzusammensetzung und Laborparameter wurden ausgewertet. Die Analyse der DNA-Methylierung erfolgte anhand von DNA, die aus peripheren Blutleukozyten der Teilnehmerinnen im ersten und dritten Terzil des UPF-Konsums extrahiert wurde. Genomweite Methylierungsmuster wurden mittels Next-Generation-Sequenzierung analysiert.Ergebnisse:
Das Medianalter (IQR) der Teilnehmerinnen betrug 31 Jahre (26,0-36,5), der BMI 24,7 (23,6-35,8) kg/m². Für die epigenetischen Analysen wurden 15 Frauen eingeschlossen. Von den ursprünglich 30 untersuchten Frauen wurden 20 aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum ersten und dritten Terzil des UPF-Konsums berücksichtigt. Fünf dieser Frauen wurden aufgrund einer geringen Anzahl an Reads in der NGS-Sequenzierung ausgeschlossen. Insgesamt wurden 80 differentiell methylierte Regionen zwischen den Gruppen identifiziert, die in der Gruppe mit hohem UPF-Konsum größtenteils hypomethyliert waren.Schlussfolgerungen:
Ein hoher UPF-Konsum war mit veränderten DNA-Methylierungsmustern assoziiert, was auf einen möglichen epigenetischen Mechanismus hindeutet, der den negativen gesundheitlichen Auswirkungen von UPF zugrunde liegt. Diese Pilotstudie dient als Grundlage für zukünftige Forschung mit größeren Stichproben. - Chen Wang, Mengxi Du, Hanseul Kim, Long H. Nguyen, Qiao-Li Wang, David A. Drew, Emily R. Leeming, Neha Khandpur, Qi Sun, Xiaoyu Zong, Tae-Geun Gweon, Shuji Ogino, Kimmie Ng, Sarah Berry, Edward L. Giovannucci, Mingyang Song, Yin Cao, Andrew T. Chan:
Ultraprocessed Food Consumption and Risk of Early-Onset Colorectal Cancer Precursors Among Women (13.11.2025)Kaitlin Sullivan, NBC News:
Ultra-processed foods linked to increased risk of precancerous polyps, study finds (13.11.2025)Wer viele hoch verarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, hat ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs, auch schon in jüngeren Jahren. Das ergibt sich aus einer Datenauswertung für Frauen im Alter über 24 Jahre.
- In einer dreiteiligen Serie werden Hypothesen zu einer Ernährung mit extrem hoch verarbeiteten Lebensmitteln untersucht.
- Carlos A Monteiro, Maria Lc Louzada, Euridice Steele-Martinez, Geoffrey Cannon, Giovanna C Andrade, Phillip Baker, Maira Bes-Rastrollo, Marialaura Bonaccio, Ashley N Gearhardt, Neha Khandpur, Marit Kolby, Renata B Levy, Priscila P Machado, Jean-Claude Moubarac, Leandro F M Rezende, Juan A Rivera, Gyorgy Scrinis, Bernard Srour, Boyd Swinburn, Mathilde Touvier:
Ultra-processed foods and human health: the main thesis and the evidence, auch hier (18.11.2025) - Gyorgy Scrinis, Barry M Popkin, Camila Corvalan, Ana Clara Duran, Marion Nestle, Mark Lawrence, Phillip Baker, Carlos A Monteiro, Christopher Millett, Jean-Claude Moubarac, Prof Patricia Jaime, Neha Khandpur:
Policies to halt and reverse the rise in ultra-processed food production, marketing, and consumption (6.12.2025) - Phillip Baker, Scott Slater, Mariel White, Benjamin Wood, Alejandra Contreras, Camila Corvalán, Arun Gupta, Karen Hofman, Petronell Kruger, Amos Laar, Mark Lawrence, Mikateko Mafuyeka, Melissa Mialon, Carlos A Monteiro, Silver Nanema, Sirinya Phulkerd, Barry M Popkin, Paulo Serodio, Katherine Shats, Christoffer Van Tulleken, Marion Nestle, Simón Barquera:
Towards unified global action on ultra-processed foods: understanding commercial determinants, countering corporate power, and mobilising a public health response (6.12.2025)
Die Autoren tragen Nachweise aus über 100 Studien zusammen. Darum geht es:
- Ultraverarbeitete Lebensmittel verdrängen zunehmend eine Ernährung, die auf vollwertigen Lebensmitteln und deren Zubereitung zu Mahlzeiten basiert.
- Das führt zu schlechterer Ernährung: unausgewogene Nahrungsbestandteile, zu viele Kalorien und zu viele Gifte im Essen.
- Als Folge entstehen chronische Krankheiten mit negativen Auswirkungen auf fast alle Organe.
Abstract (übersetzt) des 1. Beitrags
Diese erste Veröffentlichung einer dreiteiligen Lancet-Serie kombiniert narrative und systematische Reviews mit Originalanalysen und Metaanalysen, um drei Hypothesen zu einem Ernährungsmuster auf Basis ultraverarbeiteter Lebensmittel zu untersuchen. Die erste Hypothese – dass dieses Muster weltweit etablierte Ernährungsweisen verdrängt, die auf vollwertigen Lebensmitteln und deren Zubereitung zu Gerichten und Mahlzeiten basieren – wird durch jahrzehntelange nationale Erhebungen zum Lebensmittelverzehr und -kauf sowie aktuelle globale Verkaufsdaten gestützt. Die zweite Hypothese – dass dieses Muster zu einer Verschlechterung der Ernährungsqualität führt, insbesondere im Hinblick auf die Prävention chronischer Krankheiten – wird durch nationale Erhebungen zum Lebensmittelverzehr, große Kohortenstudien und Interventionsstudien bestätigt. Diese zeigen deutliche Nährstoffungleichgewichte, übermäßiges Essen aufgrund hoher Energiedichte, Hyperpalatität, weicher Textur und gestörter Lebensmittelmatrix, eine reduzierte Aufnahme gesundheitsfördernder sekundärer Pflanzenstoffe sowie eine erhöhte Aufnahme toxischer Verbindungen, endokriner Disruptoren und potenziell schädlicher Lebensmittelzusatzstoffe. Die dritte und letzte Hypothese – dass dieses Ernährungsmuster das Risiko für verschiedene ernährungsbedingte chronische Erkrankungen durch unterschiedliche Mechanismen erhöht – wird durch mehr als 100 prospektive Studien, Metaanalysen, randomisierte kontrollierte Studien und mechanistische Studien untermauert, die negative Auswirkungen auf nahezu alle Organsysteme untersuchen. Die Gesamtheit der Evidenz stützt die These, dass die Verdrängung langjähriger Ernährungsmuster durch hochverarbeitete Lebensmittel ein wesentlicher Faktor für die weltweit zunehmende Belastung durch verschiedene ernährungsbedingte chronische Erkrankungen ist. Zwei weitere Artikel dieser Reihe beschreiben konkrete politische Maßnahmen und umfassendere Strategien im Bereich der öffentlichen Gesundheit, um eine Ernährung auf Basis frischer und minimal verarbeiteter Lebensmittel zu fördern, zu schützen und zu unterstützen und deren Verdrängung durch hochverarbeitete Lebensmittel zu verhindern.
- Carlos A Monteiro, Maria Lc Louzada, Euridice Steele-Martinez, Geoffrey Cannon, Giovanna C Andrade, Phillip Baker, Maira Bes-Rastrollo, Marialaura Bonaccio, Ashley N Gearhardt, Neha Khandpur, Marit Kolby, Renata B Levy, Priscila P Machado, Jean-Claude Moubarac, Leandro F M Rezende, Juan A Rivera, Gyorgy Scrinis, Bernard Srour, Boyd Swinburn, Mathilde Touvier:
- Corrie Pelc, MedicalNewsToday:
Eating more ultra-processed foods linked to higher Crohn's disease risk, auch hier (20.12.2025)Hoch verarbeitete Lebensmittel erhöhen das Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und alle Krankheiten, die sich daraus ergeben, z.B. Morbus Crohn. Aber auch das Risiko für Fettleibigkeit, Lungenkrebs, Diabetes, Bluthochdruck und Depressionen ist erhöht.
- Spiegel Online: Wurst, Chips, Tiefkühlpizza – so schädlich sind Fertigprodukte für Kinder (17.4.2026)
Hoch verarbeitete Lebensmittel sind ungesund: sie machen dick und verursachen Krankheiten. Sie enthalten viel Energie, sind schnell gegessen und verführen deshalb dazu, mehr zu essen als notwendig. Sie sind Ursache für Fettleibigkeit, Verhaltensauffälligkeit und ADHS bei Kindern.
- Carlos A Monteiro, Geoffrey Cannon, Renata B Levy, Jean-Claude Moubarac, Maria LC Louzada, Fernanda Rauber, Neha Khandpur, Gustavo Cediel, Daniela Neri, Euridice Martinez-Steele, Larissa G Baraldi and Patricia C Jaime:
- Energy-Drinks
- Sachin A. Shah, Andy H. Szeto, Raechel Farewell, Allen Shek, Dorothy Fan, Kathy N. Quach, Mouchumi Bhattacharyya, Jasmine Elmiari, Winny Chan, Kate O'Dell, Nancy Nguyen, Tracey J. McGaughey, Javed M. Nasir and Sanjay Kaul:
Impact of High Volume Energy Drink Consumption on Electrocardiographic and Blood Pressure Parameters: A Randomized Trial, auch hier (5.2019)Kommentar von Sci News:
Energy Drinks Bad for Your Heart and Blood Pressure, Study SaysIn einer prospektiven Studie wurde die Wirkung von
Energy drinks
untersucht, die hohe Mengen an Koffein und Zucker enthalten. Ergebnis: erhöhter Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und die Gefahr dauerhafter Schäden am Herzen. Die Forscher vermuten, dass die schädlichen Wirkungen nicht nur von Koffein, sondern auch von weiteren Getränke-Zusätzen verursacht werden. Empfehlung: trinken Sie keine Energy drinks; besonders gefährdet sind Menschen mit Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck. - Stefan Graf, DocCheck: Koffein: Die Kombi macht das Gift (19.12.2024)
Energydrinks bergen erhebliche Risiken für das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem (zerebrale Infarkte, Krampfanfälle), besonders bei hohen Dosen und in Kombination mit Sport oder Alkohol. Die Wechselwirkungen zwischen Koffein, Taurin, Zucker und anderen Zusatzstoffen sind unkalkulierbar. Insbesondere in Verbindung mit Sport oder Alkohol steigt das Risiko für schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie Herzrhythmusstörungen und Hirninfarkte.
- Martha Coyle1 and Sunil Munshi: Energy drinks, hypertension and stroke (12.2025)
In einem Fallbericht wird geschildert, wie bei einem ca. 50-jährigen Mann als Folge von hohem Energy-Drink-Konsum der Blutdruck gefährlich ansteigt. Dann erleidet der Mann einen Infarkt im Zwischenhirn, einen ischämischen Thalamusinfarkt.
Abstract (übersetzt)
Ein Mann in seinen Fünfzigern, ansonsten gesund und fit, erlitt einen ischämischen Thalamusinfarkt, der mittels MRT bestätigt wurde und sich durch linksseitige Schwäche, Taubheitsgefühl und Ataxie äußerte. Bei der Aufnahme betrug sein Blutdruck 254/150 mmHg. Alle Tests auf sekundäre Hypertonie waren unauffällig. Nach 72 Stunden stationärer Behandlung sank der systolische Blutdruck durch die Gabe von Antihypertensiva auf 170 mmHg. Nach der Entlassung stieg sein Blutdruck jedoch wieder an und blieb trotz Dosiserhöhung der Antihypertensiva auf fünf Medikamente anhaltend hoch. Auf Nachfrage gab der Patient an, täglich durchschnittlich acht Dosen Energy-Drink mit je 160 mg Koffein zu konsumieren – eine Gewohnheit, nach der bei der Aufnahme nicht explizit gefragt worden war. Nach Absetzen des Energy-Drinks normalisierte sich sein Blutdruck, und die Antihypertensiva konnten erfolgreich abgesetzt werden. Dieser Artikel untersucht, was wir aus diesem Fall darüber lernen können, ob der Konsum von Energy-Drinks ein Risikofaktor für Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein könnte, und wie wichtig deshalb gezielte Fragen in der klinischen Praxis und ein größeres öffentliches Bewusstsein sind.
- Sachin A. Shah, Andy H. Szeto, Raechel Farewell, Allen Shek, Dorothy Fan, Kathy N. Quach, Mouchumi Bhattacharyya, Jasmine Elmiari, Winny Chan, Kate O'Dell, Nancy Nguyen, Tracey J. McGaughey, Javed M. Nasir and Sanjay Kaul:
- Krankenhaus-Essen ist ungesund
- Lisa M Pörtner, Leon Schlenger, Sabine Gabrysch, Nathalie J Lambrecht:
Dietary quality and environmental footprint of health-care foodservice: a quantitative analysis using dietary indices and lifecycle assessment data (7.2025)Carina Rehberg, Zentrum der Gesundheit:
Krankenhaus-Essen in Deutschland – Risiko für die GesundheitDas Essen in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen ist so mangelhaft, dass der Patient bzw. Heimbewohner kurz- und langfristige Gesundheitsschäden riskiert. Die Mahlzeiten sind arm an Ballaststoffen, an Proteinen und an Mikronährstoffen wie B-Vitamine, Vitamin C, Kalium und Magnesium. Die Mahlzeiten enthalten zu viel Fleisch; die pflanzlichen Lebensmittel sind von geringer Qualität.
Abstract (übersetzt)
Hintergrund
Trotz der Schlüsselrolle der Ernährung für die individuelle und globale Gesundheit wurde dem Lebensmittelangebot in Gesundheitseinrichtungen bisher nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Eine Bewertung der allgemeinen Gesundheit der Verpflegung in Gesundheitseinrichtungen fehlt in der Literatur ebenso wie detaillierte Informationen zum ökologischen Fußabdruck. Ziel dieser Studie ist eine umfassende Bewertung der Gesundheit, der Nährstoffadäquanz und des ökologischen Fußabdrucks der Verpflegung in einer Stichprobe deutscher Krankenhäuser und Pflegeheime.Methoden
Wir untersuchten die Ernährungsqualität und den ökologischen Fußabdruck der Verpflegung in zwei Krankenhäusern und drei Pflegeheimen in Deutschland (zwei in Norddeutschland, zwei in Ostdeutschland und eines in Süddeutschland). Durchschnittliche Tagesmahlzeiten wurden aus Speiseplänen und Rezepten abgeleitet und anhand des Healthy Eating Index 2020, der Einhaltung der Planetary Health Diet und der Nährstoffadäquanz auf Ernährungsqualität analysiert. Der ökologische Fußabdruck wurde analysiert, indem die beschafften Lebensmittel 50 Lebensmittelgruppen zugeordnet und eine Umweltdatenbank genutzt wurde, um die Auswirkungen auf Landnutzung, Treibhausgasemissionen, Eutrophierung, Versauerung und Wasserverbrauch abzuschätzen.Ergebnisse
Die Ernährungsqualität war niedrig. Die Einrichtungen erreichten im Healthy Eating Index 2020 39-57 von 100 Punkten. Auch die Einhaltung der Planetary Health Diet war gering, was sich in den Index-Werten von 30-44 von 150 widerspiegelte. Die meisten Kalorien stammten aus tierischen und ungesunden pflanzlichen Lebensmitteln, weniger als 20 % der Kalorien stammten aus gesunden pflanzlichen Lebensmitteln. Die Mahlzeiten waren durchweg reich an gesättigten Fettsäuren und Salz und arm an Ballaststoffen, während in Pflegeheimen Proteinmangel herrschte. Die Mikronährstoffversorgung variierte, wobei mehrere B-Vitamine, Vitamin C, Kalium und Magnesium in fast allen Einrichtungen kritisch niedrig waren. Tierische Lebensmittel waren für drei Viertel der Umweltbelastung verantwortlich, wobei allein Fleisch 38 % der Treibhausgasemissionen und 33-45 % der sonstigen Umweltbelastungen verursachte. Etwa 60 % des beschafften Proteins stammten aus tierischen Lebensmitteln, während Hülsenfrüchte weniger als 1 % der Beschaffung nach Gewicht ausmachten.Interpretation
Die in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen servierten Mahlzeiten können sowohl die kurz- als auch die langfristige Gesundheit von Patienten und Bewohnern beeinträchtigen und sich negativ auf den ökologischen Fußabdruck der Einrichtung auswirken. Diese Studie unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die Verpflegung im Gesundheitswesen regelmäßig zu bewerten, sie an Empfehlungen für eine gesunde und nachhaltige Ernährung anzupassen und die Ernährungsversorgung zu verbessern.
- Lisa M Pörtner, Leon Schlenger, Sabine Gabrysch, Nathalie J Lambrecht:
- zu viele Kalorien
- Kevin D. Hall, Alexis Ayuketah, Robert Brychta, Hongyi Cai, Thomas Cassimatis, Kong Y. Chen, Stephanie T. Chung, Elise Costa, Amber Courville, Valerie Darcey, Laura A. Fletcher, Ciaran G. Forde, Ahmed M. Gharib, Juen Guo, Rebecca Howard, Paule V. Joseph, Suzanne McGehee, Ronald Ouwerkerk, Klaudia Raisinger, Irene Rozga, Michael Staglian:
Ultra-Processed Diets Cause Excess Calorie Intake and Weight Gain: An Inpatient Randomized Controlled Trial of Ad Libitum Food Intake (5.2019), auch hier; Korrektur (7.2019)Interview mit dem Studienleiter:
Die Testpersonen haben spontan zu viel gegessen
Wer viele stark verarbeitete Lebensmittel isst, nimmt mehr Kalorien zu sich als nötig, und wird dick. Das ist gut für die Umsätze der Lebensmittelindustrie (Essen macht Spaß), aber schlecht für die Gesundheit der Menschen: Gewichtszunahme und Fettleibigkeit (Adipositas) sind die Folge.
- Kenichi Sakamoto, Mary A Butera, Chunxue Zhou, Giulia Maurizi, Bandy Chen, Li Ling, Adham Shawkat, Likhitha Patlolla, Kavira Thakker, Victor Calle, Donald A Morgan, Kamal Rahmouni, Gary J Schwartz, Azeddine Tahiri, Christoph Buettner:
Overnutrition causes insulin resistance and metabolic disorder through increased sympathetic nervous system activity, auch hier (7.1.2025)Mehr essen als nötig führt nicht nur zu Gewichtszunahme und erhöhtem Blutzucker, sondern dann wird auch das
sympathische Nervensystem
aktiviert und es werden größere Mengen an Hormonen wie Noradrenalin (= Norepinephrin) freisetzt. Diese Hormone sind eigentlich Teil der natürlichen Stressreaktion. Bei dauerhafter Überernährung kann daraus eine chronische Stressreaktion und werden und Insulinresistenz entstehen, ein Merkmal von Diabetes Typ 2.

14 Tage essen nach Lust und Laune:
Lebensmittel: stark verarbeitet / unverarbeitet
oben: Kalorienaufnahme unten: Körpergewicht - Kevin D. Hall, Alexis Ayuketah, Robert Brychta, Hongyi Cai, Thomas Cassimatis, Kong Y. Chen, Stephanie T. Chung, Elise Costa, Amber Courville, Valerie Darcey, Laura A. Fletcher, Ciaran G. Forde, Ahmed M. Gharib, Juen Guo, Rebecca Howard, Paule V. Joseph, Suzanne McGehee, Ronald Ouwerkerk, Klaudia Raisinger, Irene Rozga, Michael Staglian:
2.2 Stillen + Säuglingsnahrung
Muttermilch ist die beste Nahrung, die ein Säugling in den Wochen und Monaten nach der Geburt erhalten kann. Sie enthält alles, was der Säugling braucht: angepasste Nährstoffe, Vitalstoffe, Stoffe zur Entwicklung des Immunsystems und vieles mehr. Beide – Mutter und Kind – haben gesundheitliche Vorteile. Stillen über mindestens sechs Monate erhöht die Vielfalt des Darmmikrobioms im Säugling, verbessert die Verdauung, reduziert Entzündungen, unterstützt die Entwicklung des Immunsystems und trägt zu einem niedrigeren Blutdruck in der frühen Kindheit bei.
Das alles gefällt der Lebensmittelindustrie nicht, die die Säuglingsnahrung herstellt. Sie erwirtschaftet weltweit einen Jahresumsatz von fast 100 Milliarden US-Dollar. Sie versucht in einer besonderen, sensiblen Lebensphase von Eltern und Kind mit hohem Werbeaufwand, mit unbewiesenen und falschen Behauptungen über den gesundheitlichen Nutzen ihrer Produkte (sicher und wirksam
) und mit dem Appell an die Bequemlichkeit, die Mütter vom Stillen abzubringen.
Der Staat unterstützt die kommerziellen Interessen der Lebensmittelindustrie. Für den Arbeitgeber bedeutet das Stillen, dass er längeren Mutterschutz, also die ‒ ggf. bezahlte ‒ Abwesenheit der Mutter von der Arbeitsstelle, gewähren muss. Für die Mutter bedeutet es ggf. Verzicht auf Einkommen und Karriere.
- The Lancet: Breastfeeding 2023
In mehreren Artikeln wird über die Vorteile des Stillens und die Taktiken der Lebensmittelindustrie berichtet, um den Müttern das Stillen auszureden.
- The Lancet, Editorial: Unveiling the predatory tactics of the formula milk industry (11.2.2023)
Obwohl es sicher ist, dass Stillen das Beste für Mutter und Kind ist, werden weniger als die Hälfte der Säuglinge gestillt. Hingegen steigt der weltweite Umsatz mit Säuglingsnahrung jedes Jahr, inzwischen auf 55 Milliarden US-Dollar. Die Marketingstrategien beeinflussen Familien, Politik und Wissenschaft. Ohne Nachweis wird behauptet, dass die Produkte eine Lösung für allgemeine Gesundheits- und Entwicklungsprobleme von Säuglingen darstellen. Regierungen räumen den Handelsinteressen, auch durch Drohung mit Sanktionen, Vorrang vor der Gesundheit von Säuglingen ein.
- Ka Yan Cheung, Loukia Petrou, Bartosz Helfer, Erika Porubayeva, Elena Dolgikh, Sana Ali, Insaf Ali, Lindsay Archibald-Durham, Meredith Merilee Brockway, Polina Bugaeva, Rishma Chooniedass, Pasquale Comberiati, Erika Cortés-Macías, Sofia D'Elios, Gavriela Feketea, Peter Hsu, Musa Abubakar Kana, Tatiana Kriulina, Yuzuka Kunii, Comfort Madaki, Rihab Omer, Diego Peroni, Jana Prokofiev, Melanie Rae Simpson, Naoki Shimojo, Linda P Siziba, Jon Genuneit, Sohini Thakor, Marium Waris, Quan Yuan, Sadia Zaman, Bridget E Young, Brighid Bugos, Matthew Greenhawt, Michael E Levin, Jonathan Zheng, Robert J Boyle, Daniel Munblit:
Health and nutrition claims for infant formula: international cross sectional survey, auch hier (15.2.2023)Study Finds Most Baby Formula Health Claims Not Backed by Science (29.3.2023)
Auf den Etiketten der Säuglingsnahrung werden irreführende Behauptungen zum gesundheitlichen Nutzen aufgestellt, die nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Untersucht werden 757 Produkte aus 15 Ländern, darunter die USA, Großbritannien, Norwegen, Nigeria, Russland, Deutschland, Kanada, Italien, Japan und Australien. Ohne Nachweis wird behauptet, dass die Inhaltsstoffe der Muttermilch ähneln. Oder auf dem Lebensmittel-Etikett bezieht man sich auf Studien, in denen gar nicht das steht, was auf dem Etikett über die Studie behauptet wird.
- Moms Across America: Baby Formula Toxic Metals Results Released (21.5.2024)
Die Untersuchung von Säuglingsnahrung in USA hat erschreckendes gezeigt: alle Produkte sind kontaminiert mit sehr hohen Werten (einem Vielfachen der erlaubten Werte) von giftigen Metallen (Aluminium, Blei, Arsen, Quecksilber und Cadmium).
- Mathilde Kersting, Hermann Kalhoff, Katja Zahn, Aziza Janice Belgardt, Kathrin Sinningen & Thomas Lücke:
Replacing cow's milk with plant-based drinks: consequences for nutrient intake of young children on a balanced diet in Germany (28.3.2025)Zunehmend greifen die Menschen zu Milch, die nicht von der Kuh stammt, sondern auf Soja, Hafer oder Mandeln beruht. Was passiert, wenn diese Milch dem Säugling gegeben wird? Ergebnis: es fehlt an wichtigen Nährstoffen wie Calcium, Jod und den Vitaminen B2 und B12. Die schädlichen gesundheitlichen Folgen für das Kind sind kaum vorhersehbar. Selbst geringfügige Änderungen einer ausgewogenen Ernährung erfordern die fachkundige Beratung durch einen Experten.
Abstract (übersetzt)
Ziel
Der Übergang zu einer planetarisch gesunden Ernährung geht mit der Zunahme pflanzlicher Milchalternativen auf dem Markt einher. Daher ist es notwendig, die Auswirkungen des Milchersatzes durch pflanzliche Getränke auf die Nährstoffaufnahme von Kleinkindern bei ausgewogener Ernährung zu untersuchen.
Methoden
Es wurde eine Internetrecherche zu pflanzlichen Getränken auf dem deutschen Markt durchgeführt. Es wurden Szenarien der Nährstoffaufnahme berechnet, in denen flüssige Kuhmilch in den Menüs der Optimierten Mischkost (OMD), der Richtschnur für eine ausgewogene Kinderernährung in Deutschland, durch pflanzliche Getränke ersetzt wurde.
Ergebnisse
Sechs verschiedene Getränke aus Hülsenfrüchten (Soja), Getreide (Hafer) und Nüssen (Mandeln) in drei charakteristischen Produkttypen (Basis, ohne Anreicherung / Basis + Anreicherung / Spezialprodukte für Kinder) wurden analysiert. Der Ersatz hatte kaum Auswirkungen auf die Energie- und Proteinaufnahme. Die Auswirkungen auf die Mikronährstoffe waren jedoch bemerkenswert. Durch den Ersatz von Milch durch nicht angereicherte Pflanzendrinks (rund 80 % der Produkte auf dem Markt) konnte die tägliche Aufnahme von Kalzium, Vitamin B2, B12 und Jod auf rund 50 % reduziert werden; bei den angereicherten Produkten reduzierte sich lediglich die Jodaufnahme. Bei den Kinderprodukten blieb die Versorgung mit den untersuchten Mikronährstoffen innerhalb der OMD.
Schlussfolgerungen
Der Mangel an wichtigen Nährstoffen (Kalzium, B12, B2 und Jod) als Folge des Ersatzes von Kuhmilch durch die meisten Pflanzendrinks auf dem Markt für die Nährstoffaufnahme von Kleinkindern ist für Eltern kaum vorhersehbar. Selbst geringfügige Änderungen einer ausgewogenen Ernährung erfordern die Beratung durch Experten. - Nutzen des Stillens und der Muttermilch
Wichtig ist, von Anfang an zu stillen, denn über die Muttermilch werden zusätzlich Antikörper übertragen. Das neugeborene Kind wird durch die mütterlichen Antikörper bis zu zwei Jahre lang geschützt. Durch die Erstmilch (Kolostrum) werden hochwirksame Substanzen (
TransferFaktor
) übertragen, die das zelluläre Immunsystem stimulieren. Ob die Impfung des Säuglings diesen hohen Nutzen hat, ist mehr als fraglich.Als TransferFaktor bezeichnet man ein Stoffgemisch aus mehr als 200 verschiedenen Substanzen, die in der Muttermilch in den ersten beiden Tagen nach der Geburt enthalten sind und auf das Immunsystem einwirken. Der Hersteller spricht davon, dass durch die Gabe von TransferFaktor die Menge an natürlichen Killerzellen zur Krebsbekämpfung im menschlichen Körper um 283% ansteigt.
(aus med.de über ein Nahrungsergänzungsmittel)- DocCheck: Die Muttermilch-Kapitalisten kommen
Muttermilch ist das unübertroffene Nahrungsmittel, ein Superfood für Säuglinge. Es gibt Gründe, warum Mütter zu früh das Stillen beenden oder gar nicht erst anfangen: geringer Bildungsstand, psychosozial und materiell belastete Lebenslage, Stress, gesellschaftlicher Druck, mangelnde Beratung bei Stillproblemen.
Vorteil des Stillens für das Kind: geringeres Risiko für plötzlichen Kindstod, Darmentzündungen bei Frühgeborenen und Infektionen der Atemwege und des HNO-Bereichs, später für Adipositas, Typ-2-Diabetes, Hypertonie und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
Vorteil des Stillens für die Mutter: raschere Rückbildung der Gebärmutter, geringeres Risiko für Krebserkrankungen, bessere Mutter-Kind-Bindung. - WHO: Breastfeeding
Stillen ist eine der effektivsten Methoden, um die Gesundheit und das Überleben des Kindes zu gewährleisten. Entgegen den Empfehlungen der WHO wird jedoch weniger als die Hälfte der Säuglinge unter 6 Monaten ausschließlich gestillt.
Muttermilch ist die ideale Nahrung für Säuglinge. Es ist sicher, sauber und enthält Antikörper, die zum Schutz vor vielen gängigen Kinderkrankheiten beitragen. Muttermilch liefert alle Energie und Nährstoffe, die der Säugling in den ersten Lebensmonaten benötigt, und deckt in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres bis zur Hälfte oder mehr des Ernährungsbedarfs eines Kindes. Im zweiten Lebensjahr deckt Muttermilch bis zu einem Drittel des Ernährungsbedarfs des Kindes.
Gestillte Kinder schneiden bei Intelligenztests besser ab, sind seltener übergewichtig oder fettleibig und im späteren Leben weniger anfällig für Diabetes. Frauen, die stillen, haben auch ein geringeres Risiko für Brust- und Eierstockkrebs.
Die unangemessene Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten untergräbt weiterhin die Bemühungen, die Stillraten und -dauer weltweit zu verbessern.
- Kathleen M. Krol and Tobias Grossmann:
Psychological effects of breastfeeding on children and mothers (22.6.2018)Stillen hat emotionale Vorteile für Mutter und Kind. Mütter erleben in den ersten Monaten der Pflege ihres Neugeborenen weniger Stress und eine verbesserte Sensibilität für die Bedürfnisse ihres Säuglings. Stillen verbessert die kognitive Leistungsfähigkeit von Kindern und die sozio-affektive Reaktion auf ihre Umgebung.
- Michael Abou-Dakn: Gesundheitliche Auswirkungen des Stillens auf die Mutter (5.7.2018)
Kurzzeitige Wirkungen: raschere Rückbildung der Gebärmutter, Reduktion von Stress, Verringerung des Risikos für eine postpartale Depression, Gewichtsreduktion sowie Anovulation (Ausbleiben des Eisprungs), was für kurze Zeit die Fruchtbarkeit der Mutter reduziert.
Langzeiteffekte: Reduktion des Risikos von Brustkrebs sowie von Ovarial- und Endometriumkarzinomen, Reduktion des metabolischen Syndroms, des Auftretens von Typ-II-Diabetes und koronarer Herzerkrankungen. - Yi-Ran Xu, Jinglu Zhao, Hsi-Yuan Huang, Yang-Chi-Dung Lin, Tzong-Yi Lee, Hsien-Da Huang, Yi Yang, Yong-Fei Wang:
Recent insights into breast milk microRNA: their role as functional regulators, auch hier (16.4.2024)Muttermilch spielt eine entscheidende Rolle in der kindlichen Entwicklung und der Regulierung des Immunsystems. microRNAs sind aktive Faktoren, die zum Wachstum und zur Entwicklung des Säuglings beitragen. Wenn sie in den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, regulieren sie effektiv die Genexpression. (Literaturüberblick)
Abstract (übersetzt)
Muttermilch (BM) ist eine wichtige Bioflüssigkeit, die eine entscheidende Rolle in der kindlichen Entwicklung und der Regulierung des Immunsystems spielt. Als eine Klasse reichhaltiger Biomoleküle in der BM gelten microRNAs (miRNAs) als aktive Faktoren, die zum Wachstum und zur Entwicklung des Kindes beitragen. Überraschenderweise zeigen diese Moleküle eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber widrigen Bedingungen und ermöglichen Säuglingen eine optimale Aufnahme. Zahlreiche Studien haben zudem gezeigt, dass miRNAs in der Muttermilch, wenn sie in den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, als funktionelle Regulatoren die Genexpression effektiv regulieren können. Das Verständnis des Absorptionsmusters von BM-miRNA könnte die Entwicklung von Säuglingsnahrung mit einem optimaleren miRNA-Gleichgewicht erleichtern und den Weg für neuartige Wirkstoffverabreichungstechniken ebnen. In dieser Übersicht präsentieren wir zunächst Belege für die Absorption von BM-miRNA. Anschließend fassen wir Studien zusammen, die sowohl In-vivo- als auch In-vitro-Befunde integrieren, um die Bioverfügbarkeit und Bioverteilung von BM-miRNAs nach der Absorption zu veranschaulichen. Darüber hinaus bewerten wir die Stärken und Schwächen früherer Studien und diskutieren mögliche Variablen, die zu Abweichungen in den Ergebnissen beitragen. Dieser Literaturüberblick weist darauf hin, dass miRNAs absorbiert werden können und als Regulatoren wirken.
- Tiange Liu, Jakob Stokholm, Mingyu Zhang, Rebecca Vinding, Søren J. Sørensen, Ni Zhao, Noel T. Mueller:
Infant Gut Microbiota and Childhood Blood Pressure: Prospective Associations and the Modifying Role of Breastfeeding, auch hier (4.3.2025)Stillen bewirkt ein gutes Darmmikrobiom im Säugling und führt zu einem niedrigeren Blutdruck im Alter von 6 Jahren.
Abstract (übersetzt)
Hintergrund:
Experimente mit keimfreien Mäusen deuten darauf hin, dass die menschliche Darmmikrobiota den Blutdruck beeinflusst. Es gibt jedoch keine prospektiven Studien, die untersucht haben, ob die Darmmikrobiota von Säuglingen ihren zukünftigen Blutdruck in der Kindheit beeinflusst. Unser Ziel ist es, prospektive Zusammenhänge zwischen der Diversität und Zusammensetzung der Darmmikrobiota von Säuglingen und dem Blutdruck in der Kindheit zu untersuchen, wobei wir die Veränderung des Effektmaßes durch Stillen und die Vermittlung durch den Body-Mass-Index eines Kindes untersuchen.
Methoden und Ergebnisse:
In der Kohorte der Kopenhagener Prospektiven Studien zu Asthma im Kindesalter 2010 haben wir die Darmmikrobiota von Säuglingen (16S rRNA V4) nach 1 Woche, 1 Monat und 1 Jahr sowie den Blutdruck von Kindern im Alter von 3 und 6 Jahren gemessen. Wir haben die Zusammenhänge zwischen α-Diversität und Blutdruck, ß-Diversität und Blutdruck sowie Mikrobenhäufigkeit und Blutdruck mittels linearer Regression, permutationaler multivariater Varianzanalyse bzw. beta-binomialer Zählregression bewertet. Daten von 526 Kindern zeigten, dass α-Diversität und mehrere Bifidobacterium-Arten einen schützenden Zusammenhang mit dem Blutdruck aufwiesen, allerdings nur bei Kindern, die > 6 Monate gestillt wurden. So war beispielsweise eine Erhöhung des Shannon-Index um eine Einheit nach einem Monat bei > 6 Monate gestillten Kindern mit einem um 1,86 mmHg (95 % KI 0,66-3,05) niedrigeren systolischen Blutdruck nach 6 Jahren verbunden, bei < 6 Monaten gestillten Kindern jedoch mit einem um 0,73 mmHg (95 % KI -1,00 bis 2,45) höheren systolischen Blutdruck nach 6 Jahren (P-Interaktion = 0,02). Eine höhere Häufigkeit von zwei Bifidobacterium-Mikroben nach einer Woche war negativ mit dem systolischen Blutdruck nach sechs Jahren assoziiert, wenn mindestens sechs Monate gestillt wurde (p-Interaktion < 0,1). Darüber hinaus war die Häufigkeit von acht Mikroben nach einer Woche oder einem Monat mit dem Blutdruck nach drei oder sechs Jahren verknüpft (Falscherkennungsrate p < 0,05), wobei fünf davon unabhängig vom Body-Mass-Index des Kindes waren. Schließlich waren die ungewichtete UniFrac-Distanz nach einer Woche und die gewichtete UniFrac-Distanz nach einem Jahr nach Adjustierung mit dem Blutdruck assoziiert (p < 0,05).
Schlussfolgerungen:
Merkmale der Darmmikrobiota nach einer Woche und einem Monat waren mit dem Blutdruck nach sechs Jahren assoziiert. Die Stilldauer veränderte wichtige Assoziationen, darunter die für a-Diversität und Bifidobakterien. - Petra Brandt, DocCheck: Die Psyche stillen (18.3.2026)
S3-Leitlinie: S3-Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung (1.4.2025)
Reifgeborene Kinder sollten sechs Monate ausschließlich oder überwiegend gestillt werden. Die Gesamtstilldauer für reifgeborene Kinder soll mindestens zwölf Monate betragen. Stillen schützt sowohl das Kind als auch die Mutter vor einer Vielzahl chronischer, körperlicher und psychischer Krankheiten.
- DocCheck: Die Muttermilch-Kapitalisten kommen
2.3 Künstliche Süßstoffe
Künstliche Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe sollen helfen, Fettleibigkeit, Diabetes Typ 2 und das metabolische Syndrom zu vermeiden, denn sie enthalten keine (oder kaum) Kalorien. Aber sie erfüllen nicht diesen Wunsch ‒ ganz im Gegenteil: sie schädigen die Darmflora und die Psyche, fördern die genannten krankhaften Zustände (Fettleibigkeit usw.) und können Krebs verursachen. Versuchen Sie lieber, die Sucht nach Süßem zu überwinden.
Trinken Sie nur ungesüßte Getränke!
Süßstoff ist nicht einfach Zucker ohne Kalorien
– er kann insbesondere bei Normalgewichtigen den Hunger erhöhen; bei Übergewicht/Adipositas regen sowohl Süßstoff als auch Zucker den Appetit an. Empfehlung: maßvoll Zucker verwenden oder ganz auf Süßes verzichten.
Alles, was süß schmeckt, bindet an die Süß-Rezeptoren der Geschmacksnerven und ist beliebt, aber häufig ungesund. Ungesunde Lebensmittel sind allgegenwärtig und stammen aus einem erfolgreichen Industriezweig. In 2021 belief sich der globale Markt für Zuckerersatzstoffe auf ca. 7,5 Milliarden US-$ und wird voraussichtlich um jährlich 7,2 % wachsen (siehe Fortune Business Insights). Die Corona-Pandemie hat einen zusätzlichen Wachstumsschub erzeugt.
- Wikipedia: Zuckeraustauschstoffe Süßstoff
- Cosmopolitan: Süßstoff Risiken: Diese Süßungsmittel und Zuckeralternativen solltest du meiden (15.5.2018)
- WHO:
Health effects of the use of non-sugar sweeteners: a systematic review and meta-analysis (12.4.2022)CNN Food: Don't use sugar substitutes for weight loss, World Health Organization advises (15.5.2023)
Es gibt keinen Konsens bzw. Nachweis darüber, dass nichtzuckerhaltige Süßstoffe zur langfristigen Gewichtsabnahme oder -erhaltung beitragen.
- Yasmin Mossavar-Rahmani, Victor Kamensky, JoAnn E. Manson, Brian Silver, Stephen R. Rapp, Bernhard Haring, Shirley A.A. Beresford, Linda Snetselaar, Sylvia Wassertheil-Smoller:
Artificially Sweetened Beverages and Stroke, Coronary Heart Disease, and All-Cause Mortality in the Women's Health Initiative (3.2019)
Kommentar: Diet drinks linked to a higher risk of stroke after menopauseDie Langzeitstudie zeigte nach häufigem Genuss von
Diät
-Getränken (mit künstlichen Süssstoffen) ein deutlich erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzerkrankungen und Tod. Die Risiken sind für Frauen höher als für Männer. - Amy Mullee, Dora Romaguera, Jonathan Pearson-Stuttard, Vivian Viallon, Magdalena Stepien, Heinz Freisling, Guy Fagherazzi, Francesca Romana Mancini, Marie-Christine Boutron-Ruault, Tilman Kühn, Rudolf Kaaks, Heiner Boeing, Krasimira Aleksandrova, Anne Tjønneland, Jytte Halkjær, Kim Overvad, Elisabete Weiderpass, Guri Skeie, Christine L. Parr, J. Ramón Quirós, Antonio Agudo, Maria-Jose Sánchez, Pilar Amiano, Lluís Cirera, Eva Ardanaz, Kay-Tee Khaw, Tammy Y. N. Tong, Julie A. Schmidt, Antonia Trichopoulou, Georgia Martimianaki, Anna Karakatsani, Domenico Palli, Claudia Agnoli, Rosario Tumino, Carlotta Sacerdote, Salvatore Panico, Bas Bueno-de-Mesquita, W. M. Monique Verschuren, Jolanda M. A. Boer, Roel Vermeulen, Stina Ramne, Emily Sonestedt, Bethany van Guelpen, Pernilla Lif Holgersson, Konstantinos K. Tsilidis, Alicia K. Heath, David Muller, Elio Riboli, Marc J. Gunter, Neil Murphy:
Association Between Soft Drink Consumption and Mortality in 10 European Countries (3.9.2019)Mit ca. 450.000 Teilnehmern aus 10 europäischen Ländern wird die Wirkung von Softdrinks untersucht, die mit Zucker oder künstlichen Süßstoffen gesüßt sind. Ergebnis: täglich 2 oder mehr Gläser gesüßte Getränke erhöhen das allgemeine Sterberisiko; bei Zucker durch Verdauungsstörungen und bei Süßstoffen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gründe für die Gesundheitsschädlichkeit der Softdrinks:
- Gezuckerte Getränke führen zu hohen Blutzuckerwerten (Hyperglykämie), verschlechtern deshalb die Barrierefunktion der Darmschleimhaut und steigern das Risiko von Darminfektionen.
- Getränke werden am häufigsten mit Fruktose gezuckert. Diese fördert die Lipogenese (Anreicherung von Triacylglyceriden), also die Bildung von Fettzellen in der Leber. Ergebnis: die nichtalkoholische Fettleber.
- Das Krebsrisiko, z.B. Darmkrebs, wird durch Softdrinks vermutlich gesteigert. Auch das Parkinson-Risiko könnte erhöht sein.
- Süßstoffe erhöhen Krebsrisiko
- Charlotte Debras, Eloi Chazelas, Bernard Srour, Nathalie Druesne-Pecollo, Younes Esseddik, Fabien Szabo de Edelenyi, Cédric Agaësse, Alexandre De Sa, Rebecca Lutchia, Stéphane Gigandet, Inge Huybrechts, Chantal Julia, Emmanuelle Kesse-Guyot, Benjamin Allès, Valentina A. Andreeva, Pilar Galan, Serge Hercberg, Mélanie Deschasaux-Tanguy, Mathilde Touvier:
Artificial sweeteners and cancer risk: Results from the NutriNet-Santé population-based cohort study, auch hier (24.3.2022)Kommentar vom Zentrum der Gesundheit: Studie: Süssstoffe erhöhen Krebsrisiko
Künstliche Süßstoffe, insbesondere Aspartam und Acesulfam-K, die weltweit in vielen Lebensmitteln und Getränken verwendet werden, führen zu einem erhöhten Krebsrisiko. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA und andere Gesundheitsbehörden sollten dieses Ergebnis zum Anlass nehmen, Süßstoffe neu zu bewerten.
- News wise:
Researchers Uncover How Sugar Substitutes Disrupt Liver Detoxification, auf deutsch (5.4.2022)Forscher decken auf, wie Zuckerersatzstoffe die Leberentgiftung stören. Acesulfam-K und Sucralose hemmen die Aktivität von P-Glykoprotein (PGP), auch bekannt als Multidrug-Resistenz-Protein 1 (MDR1). PGP gehört zu einer Familie von Transportern, die zusammenarbeiten, um den Körper in der Leber von Giften, Medikamenten und deren Stoffwechselprodukten zu befreien. Das geschieht schon beim Verzehr gängiger Lebensmittel und Getränke mit den üblichen Süßstoff-Mengen.
Ergebnis: weniger Gifte verlassen den Körper, das Krebsrisiko nimmt zu.
- Charlotte Debras, Eloi Chazelas, Bernard Srour, Nathalie Druesne-Pecollo, Younes Esseddik, Fabien Szabo de Edelenyi, Cédric Agaësse, Alexandre De Sa, Rebecca Lutchia, Stéphane Gigandet, Inge Huybrechts, Chantal Julia, Emmanuelle Kesse-Guyot, Benjamin Allès, Valentina A. Andreeva, Pilar Galan, Serge Hercberg, Mélanie Deschasaux-Tanguy, Mathilde Touvier:
- Süßstoffe und Fettleibigkeit / Diabetes Typ 2 / metabolisches Syndrom
- Sharon P. Fowler, Ken Williams, Roy G. Resendez, Kelly J. Hunt, Helen P. Hazuda, Michael P. Stern:
Fueling the Obesity Epidemic? Artificially Sweetened Beverage Use and Long-term Weight Gain (12.2012)Durch künstliche Süßstoffe wird die Fettleibigkeit gefördert statt begrenzt.
- Guy Fagherazzi, Alice Vilier, Daniela Saes Sartorelli, Martin Lajous, Beverley Balkau, Françoise Clavel-Chapelon:
Consumption of artificially and sugar-sweetened beverages and incident type 2 diabetes in the Etude Epidémiologique auprès des femmes de la Mutuelle Générale de l'Education Nationale ‒ European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition cohort (1.2013)Sowohl zucker-gesüßte als auch künstlich-gesüßte Getränke erhöhen das Risiko für Typ 2 Diabetes.
- Susan E. Swithers:
Artificial sweeteners produce the counterintuitive effect of inducing metabolic derangements (7.2013)Künstliche Süßstoffe greifen in den Glukose- und Energiestoffwechsel ein und machen das Gegenteil von dem, was der Konsument beabsichtigt: sie führen zu Stoffwechselstörungen und dem metabolischen Syndrom.
- 4 Dangerous Effects Of Artificial Sweeteners On Your Health (7.2013)
Aus neueren Studien ergab sich, dass mit künstlich gesüßten Getränken das Risiko des
metabolischen Syndroms
verdoppelt wird. - Jotham Suez, Tal Korem, David Zeevi, Gili Zilberman-Schapira, Christoph A. Thaiss, Ori Maza, David Israeli, Niv Zmora, Shlomit Gilad, Adina Weinberger, Yael Kuperman, Alon Harmelin, Ilana Kolodkin-Gal, Hagit Shapiro, Zamir Halpern, Eran Segal & Eran Elinav:
Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota, als pdf (17.9.2014)Kommentare:
- Süßen ohne Kalorien? ‒ Achtung: Süßstoffe machen womöglich krank und dick!
- Ärzteblatt: Süßstoffe: Studie belegt Störung von Darmflora und Glukosestoffwechsel
- Wikipedia
Untersuchungen mit den Süßstoffen Saccharin, Sucralose und Aspartam an Mäusen und Menschen: die Süßstoffe haben Auswirkungen auf die Bakterienbesiedlung im Darm und verändern sogar den Stoffwechsel bei Tier und Mensch: alle Tiere und 4 von 7 Testpersonen zeigen nach der Einnahme von Süßstoffen eine schlechtere Glukosetoleranz; beim Menschen sind das Hinweise auf eine beginnende Zuckerkrankheit (Diabetes Typ II). Beeindruckend ist die kurze Dauer, die für diese Umstellung des Stoffwechsels nötig ist: die Testpersonen nehmen gerade mal sieben Tage Saccharin ein und zeigen ab dem 4. Tag alle Veränderungen.
Die Forscher werten auch Beobachtungsdaten von 381 Teilnehmern einer Ernährungsstudie aus: bei jenen, die Süßstoffe benutzen, sind alle Blutzuckerwerte (Nüchternblutzucker / Langzeitwert HbA1c / Glukosetoleranz) schlechter als bei Nicht-Süßstoff-Konsumenten. Außerdem sind die Süßstoff-Konsumenten alle übergewichtig, und die Analyse ihres Darmes ergibt eine Veränderung der Bakterienbesiedlung.
- Brian Robert Hoffmann, George Ronan, Dhanush Haspula:
The Influence of Sugar and Artificial Sweeteners on Vascular Health during the Onset and Progression of Diabetes (1.4.2018)In dieser Studie wird die Wirkung von Süßstoffen auf die Innenwände der Blutgefäße (das Endothel) und auf den Lipidstoffwechsel untersucht. Die Süßstoffe tragen zu der Entstehung und dem Fortschreiten von Diabetes und Fettleibigkeit bei.
- Kristina I. Rother, Ellen M. Conway, Allison C. Sylvetsky:
How Non-nutritive Sweeteners Influence Hormones and Health, auch hier (7.2018)Kalorienarme Süßstoffe haben viele hormonelle Wirkungen, vor allem auf den Stoffwechsel. Die Darmflora wird geschädigt; im Tierversuch ergibt sich eine geringere Vielfalt der Bakterienpopulation.
- Sylvetsky AC, Figueroa J, Zimmerman T, Swithers SE, Welsh JA:
Consumption of low-calorie sweetened beverages is associated with higher total energy and sugar intake among children, NHANES 2011-2016 (10.2019)
Kommentar: Children and teens who drink low-calorie sweetened beverages do not save caloriesMit gesüßten, kalorienreduzierten Getränken wird die Gewichtszunahme bei Kindern nicht verhindert. Im Gegenteil: die Kinder nehmen noch mehr Kalorien auf.
- Sharon P. Fowler, Ken Williams, Roy G. Resendez, Kelly J. Hunt, Helen P. Hazuda, Michael P. Stern:
- Süßstoffe und Darmflora (Mikrobiota)
- Jotham Suez, Tal Korem, David Zeevi, Gili Zilberman-Schapira, Christoph A Thaiss, Ori Maza, David Israeli, Niv Zmora, Shlomit Gilad, Adina Weinberger, Yael Kuperman, Alon Harmelin, Ilana Kolodkin-Gal, Hagit Shapiro, Zamir Halpern, Eran Segal, Eran Elinav:
Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota, als pdf (17.9.2014)Kalorienfreie künstliche Süßstoffe sind weit verbreitet, aber es gibt keine Belege, dass sie sicher sind. Die Süßstoffe fördern die Fehlbesiedlung der Darmflora (Dysbiose) und die Entwicklung einer Glukoseintoleranz, verändern die mikrobiellen Stoffwechselwege und erhöhen das Risiko für Stoffwechselerkrankungen.
- Dorin Harpaz, Loo Pin Yeo, Francesca Cecchini, Trish H. P. Koon, Ariel Kushmaro, Alfred I. Y. Tok, Robert S. Marks and Evgeni Eltzov:
Measuring Artificial Sweeteners Toxicity Using a Bioluminescent Bacterial Panel (2018)
Kommentar: Ditch Diet Coke! Six artificial sweeteners in diet drinks are 'TOXIC to your gut bacteria'Künstliche Süßstoffe wirken toxisch auf die Darmbakterien (hier im Test: Escherichia coli, E.coli). Getestet wurden sechs zugelassene Süßstoffe ‒ Aspartam, Sucralose, Saccharin, Neotam, Advantam und Acesulfam.
- Aparna Shil and Havovi Chichger:
Artificial Sweeteners Negatively Regulate Pathogenic Characteristics of Two Model Gut Bacteria, E. coli and E. faecalis, auch hier (15.5.2021)Beliebte Süßstoffe wie Sucralose (Splenda), Aspartam (NutraSweet) und Saccharin schädigen zwei Arten von Darmbakterien: E. coli und E. faecalis. Diese töten dann die wichtigen Caco-2-Zellen, die sich an den Darmwänden befinden.
- Brandy W. Root, Medscape:
Sugar Substitutes, Originally Meant to Reduce Health Risk, May Wreak Havoc on Gut Microbiomes (16.8.2024)Zucker-Ersatzstoffe sollen eigentlich eine gesündere Alternative zu Zucker sein. Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen aber: sie sind eine Katastrophe für die Darmflora. Sie reduzieren die guten Bakterien(vielfalt), verstärken Entzündungsvorgänge, verursachen DNA-Strangbrüche, oxidativen Stress und Krebs. In der Schwangerschaft überwinden sie die Plazenta-Barriere und gelangen in die Muttermilch.
- Jotham Suez, Tal Korem, David Zeevi, Gili Zilberman-Schapira, Christoph A Thaiss, Ori Maza, David Israeli, Niv Zmora, Shlomit Gilad, Adina Weinberger, Yael Kuperman, Alon Harmelin, Ilana Kolodkin-Gal, Hagit Shapiro, Zamir Halpern, Eran Segal, Eran Elinav:
- Süßstoffe und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Franciscoa Gomez-Delgado, Jose David Torres-Peña, Gema Gutierrez-Lara, Juan Luis Romero-Cabrera, Pablo Perez-Martinez:
Artificial sweeteners and cardiovascular risk (1.7.2023)Kommentar von Javier Cotelo, Medscape:
Artificial Sweeteners Increase Cardiovascular Risk, auch spanisch (22.8.2023)Künstliche Süßstoffe erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht, stören die Hormone und erhöhen das Risiko für Diabetes und das metabolische Syndrom. Zucker ist nicht harmloser.
- Franciscoa Gomez-Delgado, Jose David Torres-Peña, Gema Gutierrez-Lara, Juan Luis Romero-Cabrera, Pablo Perez-Martinez:
2.3.1 Aspartam (E951)
Der synthetische Süßstoff Aspartam ist seit den 1980er Jahren zugelassen und heute in fast 5.000 Lebensmittel- und Getränkeprodukten enthalten. Weltweit werden jährlich 3.000 bis 5.000 Tonnen Aspartam produziert und von Kindern und Erwachsenen, auch von Schwangeren, in großem Umfang konsumiert. Aspartam wird im Körper zerlegt in die folgenden Stoffe:
- Asparaginsäure: hat erregende Wirkung als Neurotransmitter;
- Phenylalanin, eine Aminosäure, und
- Methanol: verursacht Azidose (Übersäuerung) und schädigt die Nerven, insbesondere den Sehnerv (Nervus opticus); beim Abbau von Methanol entsteht das krebserregende Formaldehyd.
Aspartam hat neurotoxische Wirkungen: es schädigt die Lernfähigkeit, das Gedächtnis und die Psyche (Ängste), sogar bei den Nachkommen. Aspartam erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Hirntumor (Glioblastom).
Handelsnamen: Canderel
, Equal
und NutraSweet
. Der in der EU gültige Grenzwert beträgt täglich 40 mg Aspartam je kg Körpergewicht (USA: 50 mg). Schadenswirkungen werden auch unterhalb der offiziellen Grenzwerte beobachtet. Aspartam darf von Menschen mit der angeborenen Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie keinesfalls konsumiert werden; Krankheits-Häufigkeit: 1 von 8000 (Quelle: Wikipedia).
- Versandapotheke: Aspartam ‒ Ein synthetisch hergestellter Süßstoff in der Kritik
Menschen mit Phenylketonurie dürfen Aspartam keinesfalls zu sich nehmen, da sie die in Aspartam enthaltene Aminosäure Phenylalanin, ein Neurotoxin, nicht abbauen können.
- Janet Starr Hull: Sweetpoison (Buch und Webseite)
- Ralph G. Walton, Robert Hudak, and Ruth J. Green-Waite:
Adverse Reactions to Aspartame: Double-Blind Challenge in Patients from a Vulnerable Population, auch hier (31.3.1993)Aspartam schadet Menschen mit Depressionen viel stärker als Menschen ohne solche Stimmungsprobleme. Aspartam verursacht oder verstärkt eine Reihe von Problemen: Kopfschmerzen, Nervosität, Übelkeit, Schwindel, Gedächtnisprobleme.
- Abhilash M, Paul MV, Varghese MV, Nair RH:
Effect of long term intake of aspartame on antioxidant defense status in liver, auch hier (6.2011)Tierversuch (Ratten): Aspartam verursacht die Verminderung von Glutathion, das als Antioxidans wichtig ist für die Entgiftung des Körpers.
- Anne Gordon (GreenMedInfo):
Aspartame: Genetically Modified Bacterial Excretions in Your Food And Drink (9.2013)Aus dem Aspartam-Patent ergibt sich, dass ein Aspartam-Vorprodukt von genetisch veränderten E.coli-Bakterien hergestellt wird. Es gibt keine Studie, die die Sicherheit von Aspartam für Menschen nachweist. Aber es gibt Studien, die auf seine Kanzerogenität hinweisen.
- Sara K. Jones, Deirdre M. McCarthy, Cynthia Vied, Gregg D. Stanwood, Chris Schatschneider, and Pradeep G. Bhide:
Transgenerational transmission of aspartame-induced anxiety and changes in glutamate-GABA signaling and gene expression in the amygdala (2.12.2022)Kommentare:
- Robert Thomas: FSU research links common sweetener with anxiety
- Megan Brooks, Medscape: Can a Common Artificial Sweetener Fuel Anxiety? (20.12.2022)
(Tierversuch mit Mäusen) Aspartam verursacht Ängste, die durch Diazepam (= Valium) gelindert werden. Aspartam ändert Gene, die das Erregungs-Hemmungs-Gleichgewicht in der Amygdala bestimmen, einer Gehirnregion, die Angst und Furcht reguliert. Männer, die Aspartam zu sich nehmen, geben die Angstneigung auf die Nachkommen von 1-2 Generationen weiter.
- US Right to Know: Aspartame: Decades of Science Point to Serious Health Risks (2024)
Gründliche Untersuchung und umfangreiche Informationen über die Gesundheitsrisiken von Aspartam. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unterschätzt die Gesundheitsgefahren, die von Aspartam ausgehen. Das betrifft das erhöhte Risiko für Krebs, Gehirntumore, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Demenz, Alzheimer, Krämpfe, Neurotoxizität, Gehirnschäden, psychische Störungen, Kopfschmerzen, Migräne, Nierenfunktionsstörungen, Schäden an der Darmflora und weitere Erkrankungen.
- Aspartam-Webseite
- Europäische Lebensmittelbehörde EFSA
Die EU-Gesundheitsbehörden kommen zu dem Ergebnis, dass Aspartam unbedenklich ist.
- Scientific Opinion on the re-evaluation of aspartame (E 951) as a food additive, auch hier, als pdf (10.12.2013)
- Pressemitteilung:
EFSA schließt vollständige Risikobewertung zu Aspartam ab und kommt zu dem Schluss, dass es in den derzeitigen Expositionsmengen sicher ist (10.12.2013) - Antwort von Stella Kyriakides im Namen der Europäischen Kommission (8.3.2021)
- Erik Paul Millstone & Elisabeth Dawson:
EFSA's toxicological assessment of aspartame: was it even-handedly trying to identify possible unreliable positives and unreliable negatives? (15.7.2019)Kritische Bewertung des EFSA-Gutachtens: nur durch einseitige Auswahl der Studien kommt die EFSA zum Ergebnis, dass Aspartam unbedenklich ist.
- Elio Riboli, Frederick A Beland, Dirk W Lachenmeier, M Matilde Marques, David H Phillips, Eva Schernhammer, Abdul Afghan, Ricardo Assunção, Giovanna Caderni, J Christopher Corton, Gisela de Aragão Umbuzeiro, Daphne de Jong, Melanie Deschasaux-Tanguy, Allison Hodge, Junko Ishihara, Dan D Levy, Daniele Mandrioli, Marjorie L McCullough, Sarah A McNaughton, Takeshi Morita, Anne P Nugent, Kumiko Ogawa, Arun R Pandiri, Consolato M Sergi, Mathilde Touvier, Luoping Zhang, Lamia Benbrahim-Tallaa, Shirisha Chittiboyina, Danila Cuomo, Nathan L DeBono, Charlotte Debras, Aline de Conti, Fatiha El Ghissassi, Emma Fontvieille, Rhea Harewood, John Kaldor, Heidi Mattock, Elisa Pasqual, Gabrielle Rigutto, Hannah Sim:
Carcinogenicity of aspartame, methyleugenol, and isoeugenol (13.7.2023)Spiegel: WHO stuft Süßstoff als »möglicherweise krebserregend für den Menschen« ein (14.7.2023)
IARC: Aspartame ‒ Questions and Answers (27.6.2023)
Aspartam kann Krebs (Leberkrebs) verursachen. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) stuft Aspartam als
möglicherweise krebserregend
(Gruppe 2B) ein. - Sharon Parten Fowler, David Gimeno Ruiz de Porras, Michael D Swartz, Paula Stigler Granados, Lynne Parsons Heilbrun, Raymond F Palmer:
Daily Early-Life Exposures to Diet Soda and Aspartame Are Associated with Autism in Males: A Case-Control Study, auch hier (29.8.2023)Mirror: Diet fizzy drinks while pregnant increase risk of condition in babies, study claims
Aspartam verursacht neurologische Gesundheitsschäden. Werdende Mütter, die während der Schwangerschaft oder der Stillzeit häufig Aspartam zu sich nehmen, haben ein erhöhtes Risiko, dass ihr Kind, wenn es ein Junge ist, autistisch wird.
- Sara K. Jones, Deirdre M. McCarthy, Gregg D. Stanwood, Christopher Schatschneider & Pradeep G. Bhide:
Learning and memory deficits produced by aspartame are heritable via the paternal lineage, auch hier (31.8.2023)The Defender:
Von Mäusen und Menschen: Aspartam in Dosen, die niedriger sind als die FDA-Grenzwerte, macht männliche Mäuse langsamer und dümmer (26.9.2023)Männliche Mäuse, die mit Aspartam in niedrigeren als den empfohlenen Mengen (7 - 15 % der empfohlenen Dosis) gefüttert werden, zeigen Gedächtnis- und Lerndefizite, die sie an die nächste Generation weitergeben. Die Auswirkungen von Aspartam sind offenbar viel größer als ursprünglich angenommen. Leider wurde die Vererbung der Schadenswirkungen vor der Zulassung von Aspartam nicht untersucht.
- Internationale Agentur der WHO für Krebsforschung (IARC): Aspartame, Methyleugenol, and Isoeugenol (29.4.2024)
In dieser vollständigen Monographie über Aspartam stellt die IARC fest, dass Aspartam möglicherweise krebserregend ist. Eine Minderheit der Arbeitsgruppe unterstützt die Einstufung von Aspartam als
wahrscheinlich krebserregend für den Menschen
, basierend aufeiner Kombination aus begrenzten Beweisen für Krebs beim Menschen und ausreichenden Beweisen für Krebs bei Versuchstieren [..]
. - lWeijie Wu, Wenhai Sui, Sizhe Chen, Ziheng Guo, Xu Jing, Xiaolu Wang, Qun Wang, Xinshuang Yu, Wenjing Xiong, Jiansong Ji, Libo Yang, Yuan Zhang, Wenjing Jiang, Guohua Yu, Shuzhen Liu, Wei Tao, Chen Zhao, Yun Zhang, Yuguo Chen, Cheng Zhang, Yihai Cao:
Sweetener aspartame aggravates atherosclerosis through insulin-triggered inflammation (19.2.2025)Katharine Lang, MedicalNewsToday:
Artificial sweetener may increase heart disease risk by triggering insulin surges (20.2.2025)Künstliche Süßstoffe verursachen Magen-Darm-Probleme, neurologische Symptome, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Tierstudie (Mäuse) hat nun ergeben, dass Aspartam Insulinspitzen auslöst, die zur Bildung von Fettablagerungen in den Arterien führen – ein Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Kaikai Meng, Yi Bao, Ganlin Chen, Junru Qu, Shuaiyi Liang, Sanqi An, Yang Chen, Xinli Liu, Xuanjian Fu:
Metagenomics and transcriptomics analysis of aspartame's impact on gut microbiota and glioblastoma progression in a mouse model (2.7.2025)Aspartam verändert die Zusammensetzung der Darmmikrobiota und aktiviert Gene, die das Überleben von Tumorzellen und unkontrolliertes Zellwachstum fördern und deshalb zur Entstehung von Krebs beitragen. (Tierversuch, Mäuse)
2.3.2 Sucralose (E955)
Der Süssstoff wird von Heartland Food Products Group
hergestellt, ist seit 2004 in der EU zugelassen und findet sich in Zuckerersatzprodukten der Marken Candys, Canderel Yellow, Cukren, Nevella, Splenda, SucraPlus, Sukrana und Zerocal (Quelle: CNN Health). Er wird in einem mehrstufigen Prozess synthetisiert, der Tafelzucker (Saccharose) in ein Molekül umwandelt, das genauso süss wie Zucker schmeckt, aber vom Körper nicht als Kohlenhydrat erkannt wird.
Sucralose ist häufig in Diät
-Limonaden enthalten, darunter Diät-Cola, Diät-Pepsi, in Atkins-Diätprodukten und anderen kalorienarmen Lebensmitteln und Getränken. Sucralose ist 600-mal süßer als Zucker und enthält keine Kalorien. Obwohl es als gesundes Produkt gilt, das kurzfristig zur Abwehr von Fettleibigkeit und Diabetes beitragen kann, wird der langfristige Konsum von Sucralose mit Leukämie, Gewichtszunahme, Fettleibigkeit, Diabetes, Leberentzündungen, Stoffwechselstörungen und anderen Krankheiten in Verbindung gebracht.
Befürworter von Sucralose haben behauptet, dass Sucralose kaum absorbiert wird und sich im menschlichen Körper nicht nennenswert anreichert. Eine Ratten-Studie aus dem Jahr 2018 ergibt jedoch, dass Sucralose verstoffwechselt und im Körper gespeichert wird. Sucralose verändert im Gehirn die Steuerung des Appetits.
Sucralose ist ungesund.
- Wikipedia: Sucralose
- Susan S. Schiffman and Kristina I. Rother:
Sucralose, A Synthetic Organochlorine Sweetener: Overview of Biological Issues (11.2013)
Kommentar von GreenMedinfo: Splenda Releases Toxic Dioxin When HeatedSucralose ist biologisch nicht stabil. Es erhöht den Blutzucker, verändert die körperlichen Entgiftungsfähigkeiten und schädigt die Darmflora. Bei Erhitzung über 119°C wird Sucralose zersetzt und es entstehen Dioxine und andere chlororganische Verbindungen. Die Wirkung von Sucralose im Körper sollte genauer untersucht werden.
- Soffritti M., Padovani M., Tibaldi E., Falcioni L., Manservisi F., Lauriola M., Bua L., Manservigi M., and Belpoggi F.
Sucralose administered in feed, beginning prenatally through lifespan, induces hematopoietic neoplasias in male swiss mice, auch hier (1.2016)Tierversuch (Mäuse): Sucralose ist biologisch nicht stabil, sondern schädlich. Es begünstigt die übermäßige Bildung von roten Blutkörperchen und von Tumoren.
- EcoWatch: Why You Should Avoid Splenda (3.2016)
Sucralose (bzw. Splenda) erhöht das Risiko für Leukämie, Fettleibigkeit, Insulin-Resistenz und weitere schädliche Nebenwirkungen. Und es schadet der Umwelt, weil es sich in Gewässern und im Grundwasser anreichert.
- Alexander Rodriguez-Palacios, Andrew Harding, Paola Menghini, Catherine Himmelman, Mauricio Retuerto, Kourtney P Nickerson, Minh Lam, Colleen M Croniger, Mairi H McLean, Scott K Durum, Theresa T Pizarro, Mahmoud A Ghannoum, Sanja Ilic, Christine McDonald and Fabio Cominelli:
The Artificial Sweetener Splenda Promotes Gut Proteobacteria, Dysbiosis, and Myeloperoxidase Reactivity in Crohn's Disease-Like Ileitis, auch hier (4.2018)Der künstliche Süßstoff Splenda verdoppelt das Risiko für Morbus Crohn, eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des Darms. Bei bestehender Erkrankung wird vermehrt Myeloperoxidase freigesetzt, ein Enzym, das bei Entzündungsprozessen entsteht und die Symptome von Morbus Crohn verstärkt.
- Volker Bornemann, Stephen C. Werness, Lauren Buslinger & Susan S. Schiffman:
Intestinal Metabolism and Bioaccumulation of Sucralose In Adipose Tissue In The Rat (30.5.2018)Bisher war behauptet worden, Sucralose werde im Körper kaum absorbiert und werde ausgeschieden, also nicht gespeichert. Diese Ratten-Studie ergibt jedoch, dass der Süßstoff verstoffwechselt und im Fettgewebe gespeichert wird.
- Jelle R. Dalenberg, Barkha P. Patel, Raphael Denis, Maria G. Veldhuizen, Yuko Nakamura, Petra C. Vinke, Serge Luquet, Dana M. Small:
Short-Term Consumption of Sucralose with, but Not without, Carbohydrate Impairs Neural and Metabolic Sensitivity to Sugar in Humans, auch hier: _1_ _2_ (3.3.2020)Kommentare:
- Pressemitteilung: Resolving bitter debate over low-cal sweeteners (7.3.2020)
- A common artificial sweetener might be making you fatter and sicker, a new study says (10.4.2026)
Der Süßstoff Sucralose ist in kalorienarmen Erfrischungsgetränken, Süßigkeiten, Frühstücksriegeln und anderen Produkten enthalten. Bei gleichzeitiger Aufnahme von Kohlenhydraten wirkt er besonders übel: im Stoffwechsel ergibt sich Glukoseintoleranz bzw. Insulinresistenz, der Blutzucker und das Risiko für Diabetes Typ 2 steigen an.
- Susan S. Schiffman, Elizabeth H. Scholl, Terrence S. Furey & H. Troy Nagle:
Toxicological and pharmacokinetic properties of sucralose-6-acetate and its parent sucralose: in vitro screening assays, auch hier (29.5.2023)Kommentare
- DocCheck: Zuckerersatz: Süße Träume oder bitteres Erwachen?
- This Common Artificial Sweetener Can Break Down DNA, Scientists Warn
Sucralose-6-Acetat entsteht als Stoffwechselprodukt nach Verzehr von Sucralose und ist auch als Verunreinigung in Sucralose enthalten. Sucralose-6-Acetat erhöht die Expression von Genen, die mit Entzündungen, oxidativem Stress und Krebs in Zusammenhang stehen. Es schädigt die Integrität der Darmbarriere und blockiert einige Cytochrom-P450-Enzyme, die für die Entgiftung bedeutsam sind. Es schädigt das Erbgut, die DNA, ist also genotoxisch.
- Sandhya P. Chakravartti, Kay Jann, Ralf Veit, Hanyang Liu, Alexandra G. Yunker, Brendan Angelo, John R. Monterosso, Anny H. Xiang, Stephanie Kullmann & Kathleen A. Page:
Non-caloric sweetener effects on brain appetite regulation in individuals across varying body weights, auch hier, als Preprint (26.3.2025)Sandee LaMotte, CNN:
Artificial sweetener found in diet drinks linked to brain changes that increase appetite, study finds (29.3.2025)Sucralose stimuliert im Vergleich zu Saccharose (Zucker) die Durchblutung des Hypothalamus im Gehirn und das Hungergefühl. Kalorienfreie Süßstoffe beeinflussen wichtige Mechanismen im Hypothalamus, die für die Appetitregulation verantwortlich sind.
Abstract (übersetzt)
Sucralose, ein weit verbreiteter kalorienfreier Süßstoff, sorgt für süßen Geschmack ohne Kalorien. Einige Studien legen nahe, dass kalorienfreie Süßstoffe den Appetit anregen, möglicherweise aufgrund des süßen Geschmacks ohne die metabolischen Signale nach der Einnahme, die normalerweise mit dem Hypothalamus kommunizieren, um den Hunger zu unterdrücken. In einer randomisierten Crossover-Studie (ClinicalTrials.gov-Kennung: NCT02945475) tranken 75 junge Erwachsene (mit Normalgewicht, übergewichtig oder fettleibig) ein Getränk mit Sucralose, Saccharose mit angepasster Süße oder Wasser. Wir zeigen, dass die akute Einnahme von Sucralose im Vergleich zu Saccharose die Durchblutung des Hypothalamus (P < 0,018) und das Hungergefühl (P < 0,001) stimuliert. Sucralose im Vergleich zu Wasser steigert ebenfalls die Durchblutung des Hypothalamus (P < 0,019), führt aber zu keinem Unterschied im Hungergefühl. Saccharose, nicht jedoch Sucralose, erhöht den peripheren Glukosespiegel, was mit einer Verringerung des medialen hypothalamischen Blutflusses einhergeht (P < 0,007). Sucralose führt im Vergleich zu Saccharose und Wasser zu einer verstärkten funktionellen Vernetzung zwischen dem Hypothalamus und den an Motivation und somatosensorischer Verarbeitung beteiligten Hirnregionen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass kalorienfreie Süßstoffe wichtige Mechanismen im Hypothalamus beeinflussen könnten, die für die Appetitregulation verantwortlich sind.
- Nicole Schuster, DocCheck: Süßstoffe: Erhitzen auf eigene Gefahr (13.4.2026)
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat keine Bedenken gegen Sucralose, solange nicht die akzeptable tägliche Aufnahmemenge (Acceptable Daily Intake, kurz ADI) von 15 mg/kg Körpergewicht überschritten wird.
2.3.3 Xylitol (E967)
Xylitol (oder Xylit) hat eine ähnliche Süß-Wirkung wie Zucker und ist gesundheitlich weniger bedenklich als die vorherigen Süßstoffe. Es wird aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt und entsteht auch im Körper des Menschen; auf Zähne und Knochen wirkt es gut. Für Hunde ist es tödlich.
- Wikipedia: Xylit
- Zentrum der Gesundheit: Xylit / Xylitol ‒ Zuckerersatzstoff
2.3.4 Sorbit (E420)
Sorbit liefert etwas weniger Energie und hat weniger Süßkraft als der Haushaltszucker. Für die Verstoffwechselung im Körper wird kein Insulin benötigt, so das es für Diabetiker gut geeignet ist. Sorbit ist ein Zuckeralkohol, der in vielen zuckerfreien
Kaugummis, Bonbons und Fertigprodukten verwendet wird. Es ist aber möglicherweise nicht so harmlos ist wie bisher angenommen. Denn Sorbit wird im Körper in eine fruktoseähnliche Verbindung umgewandelt, die die Leber belastet. Allerdings produziert der Körper auch nach dem Essen auf natürliche Weise Sorbit. Die Menge, die sich anreichert, hängt von der Darmflora und der allgemeinen Ernährung ab.
Es gibt bestimmte Darmbakterien, die Sorbit im begrenzten Umfang abbauen können, bevor es die Leber erreicht. Bei hohem Sorbit- oder Glukosekonsum wird der Körper überlastet, und der Sorbit-Überschuss gelangt in die Leber. Dort wird es in Verbindungen umgewandelt, die zu Fetteinlagerungen und Stoffwechselstress führen. Deshalb ist Sorbit keine gute Zucker-Alternative.
Andere Bezeichnungen: Sorbitol, Sorbitolum, Hexanhexol. Sorbit wird auch in Impfstoffen eingesetzt.
- Madelyn M. Jackstadt, Ronald Fowle-Grider, Mun-Gu Song, Matthew H. Ward, Madison Barr, Kevin Cho, Hector H. Palacios, Samuel Klein, Leah P. Shriver, and Gary J. Patti:
Intestine-derived sorbitol drives steatotic liver disease in the absence of gut bacteria (28.10.2025)Sorbit führt zu einer Fettleber, wenn Darmbakterien es nicht abbauen können. Hohe Sorbitaufnahme führt selbst bei gesundem Mikrobiom zu Leberverfettung. Ein Ungleichgewicht der Darmflora oder häufige Antibiotikagabe erhöht die Anfälligkeit für die Leberverfettung. (Tierversuch, Zebrafisch)
2.3.5 Acesulfam-K (E950)
Acesulfam-K ist ein synthetischer, hitzebeständiger Süßstoff und ungefähr 200-mal so süß wie Saccharose.
- Xiaoming Bian, Liang Chi, Bei Gao, Pengcheng Tu, Hongyu Ru, and Kun Lu:
The artificial sweetener acesulfame potassium affects the gut microbiome and body weight gain in CD-1 mice (8.6.2017)(Tierversuch, Mäuse) Der Verzehr von Acesulfam-K stört das Darmmikrobiom. Körpergewicht und Fettleibigkeit nehmen zu. Gene, die mit dem Energiestoffwechsel zusammenhängen, verändern sich. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Acesulfam-K ist genotoxisch und kann die Glukosefermentation durch Darmbakterien hemmen. Es entstehen chronische Entzündungen.
2.3.6 Erythrit (E968)
Erythrit (auch Erythritol genannt) ist ein Zuckeraustauschstoff. Er schmeckt süß, wird aber nicht abgebaut und liefert deshalb praktisch keine Energie (Kalorien). Erythrit gelangt aus dem Darm unverändert ins Blut und wird über den Urin ausgeschieden. Der Stoff wurde 1997 in den USA und 2006 in Europa ohne Mengenbeschränkungen als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen.
Erythrit erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall.
- Marco Witkowski, Ina Nemet, Hassan Alamri, Jennifer Wilcox, Nilaksh Gupta, Nisreen Nimer, Arash Haghikia, Xinmin S. Li, Yuping Wu, Prasenjit Prasad Saha, Ilja Demuth, Maximilian König, Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Tomas Cajka, Oliver Fiehn, Ulf Landmesser, W. H. Wilson Tang & Stanley L. Hazen:
The artificial sweetener erythritol and cardiovascular event risk, auch hier (27.2.2023)Kommentare:
- DocCheck: Herzinfarkt: War's der Süßstoff?
- Perry Wilson, Medscape: Sweet on Erythritol? Sugar Substitute Linked to Heart Disease (28.2.2023)
- Zentrum der Gesundheit: Erythrit und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
Erythrit steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, z.B. einen Herzinfarkt. Es fördert die Thrombozytenaggregation (Verklumpung von Blutplättchen) und die Entstehung von Blutgerinnseln. Das gilt allerdings nicht nur für das eingenommene Erythrit, sondern auch für das Erythrit, das vom Körper selbst hergestellt wird, etwa wenn der Blutzucker hoch ist.
- Marco Witkowski, Jennifer Wilcox, Valesha Province, Zeneng Wang, Ina Nemet, W.H. Wilson Tang, and Stanley L. Hazen:
Ingestion of the Non-Nutritive Sweetener Erythritol, but Not Glucose, Enhances Platelet Reactivity and Thrombosis Potential in Healthy Volunteers (8.8.2024)Kommentare:
- Cleveland Clinic:
New study adds to increasing evidence that sugar substitute erythritol raises cardiovascular risk - mint: 'Zero-calorie' sweetener increases blood clotting risk in healthy individuals: New study
Erythrit-haltige Getränke erhöhen das Risiko von Blutgerinnseln, die zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen können, erheblich. Erythrit hat eine einzigartige Wirkung auf die Thrombozyten. Im Gegensatz zu Glukose, die keine Wirkung hat, erhöht Erythrit die Blutgerinnung.
- Cleveland Clinic:
- Auburn R. Berry, Samuel T. Ruzzene, Emily I. Ostrander, Kendra N. Wegerson, Nathalie C. Orozco-Fersiva, Madeleine F. Stone, Whitney B. Valenti, Joao E. Izaias, Joshua P. Holzer, Jared J. Greiner, Vinicius P. Garcia and Christopher A. DeSouza:
The non-nutritive sweetener erythritol adversely affects brain microvascular endothelial cell function (6.2025)Erythrit erhöht den oxidativen Stress und beeinflusst negativ die eNOS-Aktivierung und NO-Produktion, die ET-1-Expression und die t-PA-Freisetzung in mikrovaskulären Endothelzellen des Gehirns. Daraus ergibt sich ein erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall (plötzliche Blockade der Durchblutung des Gehirns).
Abstract (übersetzt)
Das experimentelle Ziel dieser Studie bestand darin, in vitro die Wirkung des nicht-nutritiven Süßstoffs Erythrit auf den oxidativen Stress mikrovaskulärer Endothelzellen des Gehirns, die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) und Endothelin (ET)-1 sowie die Freisetzung von Gewebeplasminogenaktivator (t-PA) zu bestimmen. Menschliche zerebrale mikrovaskuläre Endothelzellen (hCMECs) wurden kultiviert und 3 Stunden lang mit 6 mM Erythrit behandelt, was einer typischen Menge Erythrit (30 g) in einem künstlich gesüßten Getränk entspricht. Die intrazelluläre Produktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) war in mit Erythrit behandelten hCMECs signifikant höher (204±32 % vs. 105±4 %), ebenso wie die Expression der antioxidativen Proteine Superoxiddismutase-1 [332,1±16,2 vs. 214,9±4,7 willkürliche Einheiten (AU); P = 0,002] und Katalase (30,9±0,3 vs. 24,4±0,9 AU; P = 0,002). Die Expression der endothelialen Stickoxidsynthase (eNOS) war jedoch nicht signifikant verändert (102,8±21,4 vs. 99,0±19,9 AU); Die Expression von p-eNOS (Ser1177) war niedriger (52,1±2,1 vs. 77,3±9,1 AU; P < 0,001) und die von p-eNOS (Thr495) höher (63,4±8,0 vs. 45,6±6,9 AU; P = 0,006) in mit Erythrit behandelten hCMECs. Die Zellexpression von Big ET-1 war in mit Erythrit behandelten Zellen ebenfalls höher (56,4±9,8 vs. 40,9±6,5 AU; P = 0,02). Folglich war die endotheliale NO-Produktion als Reaktion auf Erythrit signifikant niedriger (5,8±0,8 vs. 7,3±0,7 µmol/l) und die ET-1-Produktion signifikant höher (34,6±2,3 vs. 26,9±1,5 pg/ml). Die t-PA-Freisetzung als Reaktion auf Thrombin war in mit Erythrit behandelten hCMECs signifikant verringert (von 87,4±6,3 auf 87,6±8,3 pg/ml) im Vergleich zu unbehandelten (90,1±5,5 auf 110,2±6,4 pg/ml). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Erythrit oxidativen Stress, die NO-Produktion, die ET-1-Produktion und die t-PA-Freisetzung in mikrovaskulären Endothelzellen des Gehirns negativ beeinflusst und möglicherweise zum erhöhten Risiko eines ischämischen Schlaganfalls beiträgt, der mit Erythrit assoziiert ist.
NEU & WICHTIG: Erythrit, ein gängiger nicht-nutritiver Süßstoff, wird mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Ereignisse in Verbindung gebracht. Diese Studie liefert neue Daten, die belegen, dass Erythrit (in einer Konzentration, die typischerweise in handelsüblichen künstlich gesüßten Getränken in Standardgröße enthalten ist) den oxidativen Stress, die eNOS-Aktivierung und NO-Produktion, die ET-1-Expression und die t-PA-Freisetzung in mikrovaskulären Endothelzellen des Gehirns in vitro negativ beeinflusst.
2.4 Gentechnik
Gentechnik ermöglicht es, DNA nicht nur zwischen verschiedenen Pflanzenarten zu übertragen, sondern es ist auch möglich, die DNA von einem Insekt oder anderen Tier zu nehmen und sie in das Genom einer Pflanze einzufügen. Viele Befürworter von genetisch veränderten Organismen (GVO) behaupten, Gentechnik sei nur eine Erweiterung natürlicher Züchtungsmethoden und genauso sicher. Das ist nicht richtig. Gentechnik ist eine laborbasierte Technik, mit der Lebensmittel hergestellt werden können, die die Natur niemals herstellen könnte.
Die gentechnischen Methoden arbeiten nicht mit der Präzision, die behauptet wird, sondern sind ziemlich ungenau. Es kommt zu unerwarteten Auswirkungen auf die gentechnisch veränderte Pflanze. Denn die Pflanze wird nicht nur in einem Gen verändert. Das Genom ist mit seinen Eigenschaften und Funktionen sehr komplex. Es ist nicht wie Lego; man kann nicht einfach etwas herausnehmen, ein anderes Gen einsetzen und erwarten, dass es nur die erwünschten Folgeeffekte gibt.
- Organisierte Unverantwortlichkeit ‒ der Kampf gegen Gentechnik, auch als Broschüre
- Angela von Beesten: Gentechnologie und Ernährung, Teil 1 Teil 2 (erschienen in umwelt-medizin-gesellschaft, 2003)
- Unsere Erfahrungen mit der Gentechnik ‒ Ein Brief aus Amerika (2014)
Eine umfassende Darstellung der Gefahren durch Gentechnik, nicht nur in Lebensmitteln.
- Informationsdienst Gentechnik ‒ Kritische Nachrichten zur Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln
- Mexikanische Regierung: Scientific Dossier on Genetically Modified Corn and its Effects (11.2024)
Timothy A. Wise und Stacy Malkan, Organic Consumers:
Neue wissenschaftliche Analysen untermauern Mexikos Beschränkungen für gentechnisch veränderten Mais und Glyphosat aufgrund gesundheitlicher Risiken (27.11.2024)2023 hat Mexiko das Verbot von gentechnisch verändertem Mais und die schrittweise Einstellung des Glyphosat-Einsatzes verordnet – gegen den Protest der USA. Dieses 182-Seiten-Dokument liefert die wissenschaftliche Begründung, incl. 1201 Literatur-Verweise.
- GMWatch: Bitter harvest – 30 years of broken GMO promises, auch hier (23.6.2025)
Mit Einführung der Gentechnik in der Landwirtschaft wurden viele Versprechen gemacht – die Realität sieht düster aus.
2.5 Lebensmittel-Zusatzstoffe
Ungesunde bis giftige Zusatzstoffe sind unvermeidlich in unserer Nahrung enthalten. Es ist nicht einfach, beim Lebensmittel-Einkauf darauf zu achten, dass unsere Giftbelasstung gering bleibt. Ein Weg wäre die weitgehende Beschränkung auf Lebensmittel mit Bio-Siegel.
- Birgit Theuerkauf:
Wie können wir uns vor Schadstoffen in Lebensmitteln schützen? (umwelt – medizin – gesellschaft, Ausgabe 2-2024, Seite 8)Für jedes der in der EU genehmigten Pestizide wird geregelt, wie hoch sein potentieller Rückstand in den unterschiedlichen Lebensmitteln im äußersten Fall sein darf. Wenn Lebensmittel diesen Fall überschreiten, dürfen sie nicht gehandelt werden.
Allerdings werden auch mal Ausnahmen gemacht: Wenn der Dioxingehalt von Fischen deutlich angestiegen ist, so wird die Höchstgrenze nach oben verlagert, damit die Fischindustrie überleben kann. Schweine hingegen werden gekeult, wenn sie davon zu viel in ihrem Gewebe haben. So geschehen 2011 in Niedersachsen. Erst 2006 wurde der Dioxin-Grenzwert für Fischöl von 6 auf 24 Nanogramm per Kilogramm heraufgesetzt. Fischöle werden vor allem Futtermitteln zugesetzt, und so gelangen Dioxine in die menschliche Nahrung.
- Listen von Lebensmittel-Zusatzstoffen
- Wikipedia: Liste der Lebensmittelzusatzstoffe
- Das ist drin
E-Nummern, Lebensmittel-Kennzeichnung, -Siegel, Betriebe, -Herkunft - estoffe
Zusatzstoffe in Lebensmitteln und Medikamenten - Zentrum der Gesundheit: Nahrungsmittelzusätze
- Leonardo Trasande, Rachel M. Shaffer, Sheela Sathyanarayana:
Food Additives and Child Health (8.2018)
Kommentare:- GreenMedinfo: Ten Thousand Chemicals in Food and Food Packaging: What Are These Substances Doing to Our Children?
- Olga Naidenko, EWG: How to Avoid 5 Food Additives that Harm Children's Health
- The New York Times: Chemicals in Food May Harm Children, Pediatricians' Group Says
2.5.1 Emulgatoren
Emulgatoren stellen eine Verbindung zwischen wasserlöslichen und fettlöslichen Stoffen her. Sie werden vielfältig in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Sie haben keinen Nutzen für die Ernährung. Es gibt aber zunehmend Hinweise über eine gesundheitsschädliche Wirkung der Emulgatoren, vor allem im Darm.
Problem: Emulgatoren senken die Oberflächenspannung der Schleimhaut und der Epitheloberfläche des Darms, schwächen die Darmbarriere, erhöhen die Durchlässigkeit des Darms (intestinale Permeabilität) und verursachen eine Entzündung der Darmschleimhaut.
- einzelne Emulgatoren:
- Carboxymethylzellulose (E466) gelangt in den Dickdarm, dringt in die Darmschleimhaut ein und reduziert deren Dicke. Sie fördert das Wachstum von Bakterien, die Entzündungen begünstigen, und steigert deren Pathogenität durch Bildung von Flagellin. Der Emulgator darf in der Lebensmittelindustrie in beliebiger Menge eingesetzt werden. In USA und Großbritannien liegt der Pro-Kopf-Verzehr bei geschätzt 5,5 kg pro Jahr.
- Polysorbat 80 (E433);
- Carrageen (E407)
Carrageen führte bei Mäusen u.a. zu einer Dysbiose (Fehlbesiedlung des Darms), insbesondere reduzierte es die günstige Spezies Akkermansia muciniphila (siehe Erläuterung). - Methylcellulose (E461);
- Lecithin (E322).
- ARD / plusminus: Brötchen ‒ Macht uns die industrielle Fertigung krank (Video, 24.11.2019)
Brot und Brötchen aus dem Laden enthalten Emulgatoren und Säureregulatoren wie Natriumacetat, Diglycerid und Diacetylweinsäureester. Diese Zusatzstoffe verändern die Magen-Darm-Flora und können chronische Krankheiten verursachen. Das wird aber bei deren Zulassung gar nicht geprüft. Allerdings können die industriellen Hersteller und viele kleine Bäcker nur noch mit diesen Zusatzstoffen backen. Die Zusatzstoffe ersparen dem Bäcker lange Gärzeiten, die aber notwendig sind, damit ungesunde Mehlbestandteile wie Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) und Allergene aus dem Teig verschwinden.
- Benoit Chassaing, Omry Koren, Julia Goodrich, Angela Poole, Shanthi Srinivasan, Ruth E. Ley, and Andrew T. Gewirtz:
Dietary emulsifiers impact the mouse gut microbiota promoting colitis and metabolic syndrome, auch hier (3.2015)Die Darm-Mukosa ist die Schleimhaut an der Innenwand des Darms. Die Mukosa bildet eine Barriere zwischen Darminhalt und Blutgefäßen und erzeugt einen Gleitfilm für den Inhalt des Darms. Stoffe, die die Mukosabarriere aufbrechen, haben das Potential, chronische Darmentzündungen zu fördern. Relativ niedrige Konzentrationen der Emulgatoren Carboxymethylzellulose (E466) und Polysorbat 80 reichen dazu aus.
- Laury Sellem, Bernard Srour, Guillaume Javaux, Eloi Chazelas, Benoit Chassaing, Emilie Viennois, Charlotte Debras, Nathalie Druesne-Pecollo, Younes Esseddik, Fabien Szabo de Edelenyi, Nathalie Arnault, Cédric Agaësse, Alexandre De Sa, Rebecca Lutchia, Inge Huybrechts, Augustin Scalbert, Fabrice Pierre, Xavier Coumoul, Chantal Julia, Emmanuelle Kesse-Guyot, Benjamin Allès, Pilar Galan, Serge Hercberg, Mélanie Deschasaux-Tanguy, Mathilde Touvier:
Food additive emulsifiers and cancer risk: Results from the French prospective NutriNet-Santé cohort, auch hier (13.2.2024)Durch Carrageen sowie Mono- und Diglyceride von Fettsäuren – alles Emulgatoren – steigt das allgemeine Krebsrisiko sowie das Risiko für Brust- und Prostatakrebs.
Wikipedia: Mono- und Diglyceride werden vor allem als Emulgatoren bei der Erzeugung von Back- und Konditoreiwaren, Schokoladenprodukten, Margarine, Säuglingsnahrung, Kakaopulver, Milchpulver, Kartoffelpüree und Nudeln eingesetzt. - Tyler Seto, Jensine A Grondin, Waliul I Khan:
Food Additives: Emerging Detrimental Roles on Gut Health (7.7.2025)In diesem Übersichtsartikel werden die Auswirkungen gängiger Lebensmittelzusatzstoffe auf die Darmgesundheit mit besonderem Fokus auf Darmentzündungen untersucht.
Abstract (übersetzt)
Verarbeitete und ultraverarbeitete Lebensmittel sind in vielen Industrieländern zu festen Bestandteilen der Ernährung geworden. Ein Hauptbestandteil dieser Lebensmittel sind verschiedene synthetische chemische Zusatzstoffe, die zur Verbesserung von Textur, Haltbarkeit und Aussehen eingesetzt werden. Es mehren sich die Hinweise, dass synthetische Chemikalien als Lebensmittelzusatzstoffe gesundheitsschädliche Auswirkungen haben können. Studien bringen bestimmte Zusatzstoffe mit Erkrankungen wie Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Krebs und Adipositas in Verbindung. Darüber hinaus deuten neue Erkenntnisse darauf hin, dass Zusatzstoffe wie Emulgatoren, künstliche Süßstoffe, Farbstoffe und Konservierungsmittel die Darmhomöostase stören können. Tatsächlich haben verschiedene Studien gezeigt, dass Lebensmittelzusatzstoffe die Darmgesundheit beeinträchtigen können, indem sie die Darmflora modulieren und Darmentzündungen verstärken. Angesichts des Mangels an bekannten ernährungsphysiologischen Vorteilen dieser Zusatzstoffe und der zunehmenden Hinweise auf ihre schädlichen Auswirkungen auf die Darmgesundheit sind weitere experimentelle, epidemiologische und klinische Untersuchungen unerlässlich. Dies wird bedeutende Fortschritte in der Prävention und Behandlung von Darmerkrankungen, einschließlich Darmentzündungen, ermöglichen und das öffentliche Wissen über die schädlichen Auswirkungen dieser Zusatzstoffe erweitern. In diesem Übersichtsartikel untersuchen wir die Auswirkungen gängiger Lebensmittelzusatzstoffe auf die Darmgesundheit mit besonderem Fokus auf Darmentzündungen und analysieren die weiterreichenden Konsequenzen dieser Auswirkungen für die Lebensmittelsicherheitspolitik und die öffentliche Gesundheit.
- Melissa Hogenboom: How ultra-processed foods affect our gut microbiome, auch hier (21.2.2026)
Mit Verweis auf neuere Forschungsergebnisse wird in diesem Beitrag der BBC auf die Gesundheitsgefahren hingewiesen, die durch die Produkte der Lebensmittelindustrie entstehen. Besonders behandelt werden Emulgatoren.
2.5.2 Konservierungsstoffe
Konservierungsstoffe besitzen die Kennzeichnung E200 bis E299. Sie hemmen das bakterielle Wachstum nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch in unserem Darm. Sie töten die physiologisch wertvollen Bakterien unseres Darms ab, greifen die Darmschleimhaut an und machen sie durchlässiger. Die Schädigung des Darms wirkt auf die Psyche des Menschen. Bei Kindern erhöhen Farbstoffe und Konservierungsstoffe das Risiko für Unruhe und Überaktivität. Die Deklaration der Konservierungsstoffe ist leider nicht immer vorgeschrieben, z.B. dann, wenn sie in Verbindung mit Zutaten in das Nahrungsmittel gelangen.
Konservierungsstoffe spielen auch im Bereich Hygiene, Körperpflege und Kosmetik eine wichtige Rolle.
- Donna McCann, Angelina Barrett, Alison Cooper, Debbie Crumpler, Lindy Dalen, Kate Grimshaw, Elizabeth Kitchin, Kris Lok, Lucy Porteous, Emily Prince, Edmund Sonuga-Barke, John O Warner, Jim Stevenson:
Food additives and hyperactive behaviour in 3-year-old and 8/9-year-old children in the community: a randomised, double-blinded, placebo-controlled trial, auch hier: _1_ _2_ _3_, als pdf (6.9.2007)Andrew Kemp: Food additives and hyperactivity (24.5.2008)
Der Konservierungsstoff Natriumbenzoat (E211) erhöht bei Kindern das Risiko für Unruhe und Überaktivität. Auch Lebensmittelfarbstoffe können diese Wirkung haben.
Abstract (übersetzt)
Hintergrund: Wir führten eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie durch, um zu untersuchen, ob die Einnahme künstlicher Lebensmittelfarbstoffe und -zusätze (AFCA) das kindliche Verhalten beeinflusst.
Methoden: 153 3-jährige und 144 8-/9-jährige Kinder nahmen an der Studie teil. Das Provokationsgetränk enthielt Natriumbenzoat und eine von zwei AFCA-Mischungen (A oder B) oder eine Placebo-Mischung. Der wichtigste Endpunkt war ein globales Hyperaktivitätsaggregat (GHA), basierend auf aggregierten Z-Scores beobachteter Verhaltensweisen und Bewertungen durch Lehrer und Eltern, sowie für 8-/9-jährige Kinder ein computergestützter Aufmerksamkeitstest. Diese klinische Studie ist bei Current Controlled Trials (Registrierungsnummer ISRCTN74481308) registriert. Die Analyse erfolgte gemäß Protokoll.
Ergebnisse: 16 3-jährige Kinder und 14 8-/9-jährige Kinder brachen die Studie aus Gründen ab, die nichts mit dem kindlichen Verhalten zu tun hatten. Mischung A hatte im Vergleich zu Placebo einen signifikant negativen Effekt auf GHA bei allen 3-jährigen Kindern (Effektstärke 0,20 [95 % KI 0,01-0,39], p = 0,044), Mischung B im Vergleich zu Placebo jedoch nicht. Dieses Ergebnis blieb bestehen, als die Analyse auf 3-jährige Kinder beschränkt wurde, die mehr als 85 % Saft tranken und für die keine Daten fehlten (0,32 [0,05-0,60], p = 0,02). 8-/9-jährige Kinder zeigten einen signifikant negativen Effekt, wenn sie Mischung A (0,12 [0,02-0,23], p = 0,023) oder Mischung B (0,17 [0,07-0,28], p = 0,001) erhielten, wobei die Analyse auf Kinder beschränkt wurde, die mindestens 85 % der Getränke tranken und für die keine Daten fehlten.
Interpretation: Künstliche Farbstoffe oder ein Natriumbenzoat-Konservierungsmittel (oder beides) in der Ernährung führen zu erhöhter Hyperaktivität bei 3-jährigen und 8/9-jährigen Kindern in der Allgemeinbevölkerung.
- Malinee Pongsavee: Effect of Sodium Benzoate Preservative on Micronucleus Induction, Chromosome Break, and Ala40Thr Superoxide Dismutase Gene Mutation in Lymphocytes (17.2.2015)
Natriumbenzoat (E211) findet breite Verwendung bei der Konservierung von Lebensmitteln und in der Kosmetik. Es verändert das Erbgut (Mutagenität) und schädigt Zellen und Gewebe (Zytotoxizität).
- Anaїs Hasenböhler, Guillaume Javaux, Marie Payen de la Garanderie, Fabien Szabo de Edelenyi, Paola Yvroud-Hoyos, Cédric Agaёsse, Alexandre De Sa, Inge Huybrechts, Fabrice Pierre, Marc Audebert, Xavier Coumoul, Chantal Julia, Emmanuelle Kesse-Guyot, Benjamin Allès, Valérie Deschamps, Serge Hercberg, Benoit Chassaing, Bernard Srour, Mélanie Deschasaux-Tanguy, Mathilde Touvier:
Intake of food additive preservatives and incidence of cancer: results from the NutriNet-Santé prospective cohort (7.1.2026)Industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten Konservierungsstoffe. Diese erhöhen das Risiko für alle Krebsarten, insbesondere Brust- und Prostatakrebs. Empfehlung: bevorzugen Sie frisch zubereitete, minimal verarbeitete Lebensmittel.
2.5.3 Glutamat (E621, MSG)
Glutamat wird zubereiteten Speisen als Geschmacksverstärker zugesetzt, z.B. im Restaurant (speziell in asiatischen Restaurants: das China-Suppen-Syndrom
) und bei Fertiggerichten. Bio-Produkte enthalten keine synthetischen Geschmacksverstärker, also auch kein Glutamat. Das Problem mit Glutamat: kurzfristig können Kopfschmerzen, mittel- bis langfristig Allergien und Fettleibigkeit entstehen. Wenn in der Forschung übergewichtige Tiere benötigt werden, dann werden sie mit Glutamat gefüttert.
Glutamat ist eine Aminosäure, die als Neurotransmitter die Geschmackszellen in der Zunge stimuliert, wodurch der Geschmack von Lebensmitteln verstärkt wird. Falls Speisen mit viel Glutamat gewürzt werden, kommt es zu Glutamat-Überschuss und zu einer Stimulierung der Nervenzellen bis hin zu ihrer absoluten Erschöpfung. Schließlich sterben die Nervenzellen durch die Übererregung ab, woraufhin im Lauf der Zeit neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz, Parkinson oder Multiple Sklerose entstehen. Besonders verhängnisvoll ist diese Wirkung beim sich entwickelnden Gehirn eines Kindes.
Glutamat, genauer Mononatriumglutamat (englisch: monosodium glutamate, MSG), das Speisen zugesetzt wird, sollte nicht mit L-Glutaminsäure verwechselt werden, die sich natürlicherweise in fast allen proteinhaltigen Lebensmitteln findet, z.B. in Käse, Fleisch und Tomaten. Es gibt noch weitere Glutamat-Varianten (E622, E623, E624, E625) und geschmacksverstärkende Verbindungen, wie z.B. Guanosinmonophosphat E626, Dinatriumguanylat E627 oder Dinatriuminosinat E631.
- Zentrum der Gesundheit
- Nakanishi Y, Tsuneyama K, Fujimoto M, Salunga TL, Nomoto K, An JL, Takano Y, Iizuka S, Nagata M, Suzuki W, Shimada T, Aburada M, Nakano M, Selmi C, Gershwin ME:
Monosodium glutamate (MSG): a villain and promoter of liver inflammation and dysplasia, auch hier (2.2008)Glutamat bewirkt eine chronische Entzündung der Leber (nicht-alkoholische Fettleber) sowie Ansammlung von Fett und führt zu Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2.
- Ka He, Liancheng Zhao, Martha L Daviglus, Alan R Dyer, Linda Van Horn, Daniel Garside, Liguang Zhu, Dongshuang Guo, Yangfeng Wu, Beifan Zhou, Jeremiah Stamler:
Association of monosodium glutamate intake with overweight in Chinese adults: the INTERMAP Study (5.2008)Glutamat erhöht das Risiko für Übergewicht, unabhängig von körperlicher Aktivität und der Menge an aufgenommenen Kalorien.
- Dr. Blaylock on MSG
aus dem BuchExcitotoxins: The Taste that Kills
von Russell L. BlaylockUmfangreiche Beschreibung der Glutamat-Wirkungen.
- Jennifer S. Xiong, Debbie Branigan, and Minghua Li: Deciphering the MSG controversy (11.2009)
Ergebnisse der Studie:
- Glutamat durchdringt die Blut-Hirn-Schranke.
- Durch Glutamat können die Neuronen je nach Dosis schwellen oder sogar absterben.
- Es sind nur Neuronen betroffen, nicht die Glia-Zellen.
- Durch Kochen wird die Toxizität von Glutamat nicht reduziert.
- Zur Mahlzeit hinzugefügtes Vitamin C schützt vor den Wirkungen von Glutamat.
- Nach Vorbehandlung der Neuronen mit einer kleinen Dosis Glutamat fallen die zusätzlichen Schäden durch eine nachfolgende höhere Dosis geringer aus.
- Rishma Parpia: Monosodium Glutamate Used as a Stabilizer in Vaccines (6.2016)
Außer bei der Zubereitung von Speisen wird Glutamat in Impfstoffen als Stabilisator eingesetzt, damit Hitze, Licht, Säuren oder Feuchtigkeit den Impfstoff nicht verändern können. Der mögliche Gesundheitsschaden durch Glutamat in Impfstoffen wurde bisher nicht untersucht.
2.5.4 Ethoxyquin (E 324, Futtermittel)
Ethoxyquin ist ein Antioxidans. Es verhindert die Lipidperoxidation und verzögert die Oxidation von lipophilen Vitaminen (Carotine, Xanthophylle, Vitamin A und Vitamin E). Es wird in großem Umfang zur Konservierung von Fischmehl während seines Transports, etwa als Futter für Fischfarmen, verwendet und gelangt so in die Nahrung des Menschen.
- Björn Hardebusch (CVUA Freiburg):
Ethoxyquin in Lachs ‒ Aktuelle Untersuchungen des CVUA Freiburg (15.4.2015)In Zuchtlachs werden teilweise hohe Ethoxyquin-Werte nachgewiesen, allerdings kaum in Bio-Lachs.
- EFSA: Ethoxyquin: Sicherheitsbewertung der EFSA ohne Ergebnis (18.11.2015)
Wegen Datenmangel kann die europäische Lebensmittel-Behörde EFSA nicht die Sicherheit von Ethoxyquin bewerten.
- Greenpeace: Ethoxyquin: Chemie in Speisefisch (12.2016)
Greenpeace-Interview: Toxikologe Prof. Dr. Edmund Maser zu Ethoxyquin in Speisefisch (16.12.2016)
Ethoxyquin ist zwar nicht als Lebensmittel-Zusatzstoff zugelassen, aber es darf in Futtermittel, etwa in Aquakulturen, verwendet werden. In Tierversuchen und aus Studien mit Zellkulturen ergibt sich, dass Hunde am empfindlichsten auf Ethoxyquin reagieren. Sie bekommen Allergien, Schilddrüsenfunktionsstörungen und es entstehen Schäden an Leber und Nieren. Ihr Fell verändert sich und es gibt Probleme bei ihrer Fortpflanzung.
- Saskia Engels (NDR): Gefährlicher Stoff in Forellen nachgewiesen (9.4.2018)
Geräucherte Forellen aus Supermärkten und von Discountern können hohe, gesundheitlich bedenkliche Mengen des Gifts enthalten. Der Toxikologe Prof. Edmund Maser warnt, dass man in Tierversuchen DNA-Schäden und eine Veränderung des Leberstoffwechsels festgestellt hat.
2.5.5 Back-Zusatzstoffe
- ARD plus-minus:
Brötchen ‒ Macht uns die industrielle Fertigung krank?, Pressemeldung (Sendung vom 7.11.2019)Natriumacetat, Mono- und Diacetylweinsäureester von Mono- und Diglyceriden, Geschmacksverstärker und noch vieles mehr kann in Backwaren enthalten sein. Manche Zusatzstoffe müssen nicht angegeben werden, weil der Verordnungsgeber davon ausgeht, dass diese Stoffe sich beim Backprozess verflüchtigen. Die schädliche Wirkung all dieser Stoffe z.B. auf die Darmflora wird vor der Zulassung nicht geprüft.
- Natriumaluminiumphosphat (E338)
Natriumaluminiumphosphat ist ein zugelassener Lebensmittelzusatzstoff, der als Backtriebmittel, Trennmittel und Säureregulator, z.B. bei der Herstellung von Biskuitgebäck, verwendet wird. Menschen sollen nicht mehr als 7 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche aufnehmen, denn das Nerven- und das Fortpflanzungssystem können durch das enthaltene Aluminium geschädigt werden.
- Safety Data Sheet (13.4.2023)
- lebensmittellexikon.de
- Naomi Wolf: Is a Sperm Toxin In Your Pancake Mix? (7.3.2024)
The Defender:
Food Additive in Pizza, Pancakes Linked to Lower Sperm Counts
Lebensmittelzusatzstoff in Pizza und Pfannkuchen führt zu niedrigeren Spermienzahlen (12.3.2024)Kekse enthalten Backzusätze, die die Fortpflanzung gefährden.
2.6 Lebensmittel-Farbstoffe
In der Liste der Lebensmittelzusatzstoffe sind Farbstoffe aufgeführt, die in der EU und der Schweiz verwendet werden dürfen. Diese Farbstoffe werden mit E-Nummern gekennzeichnet. Darunter befinden sich auch natürliche und ungefährliche Farbmittel wie Curcumin oder das B-Vitamin Riboflavin.
- Eleonore Blaurock-Busch, DGUHT: Wie bunt darf Nahrung sein?
- Committee on Toxicity of Chemicals in Food, Consumer Products and the Environment (Großbritannien):
Statement on Research Project (t07040) Investigating the Effect of Mixtures of Certain Food Colours and a Preservative on Behaviour in Children (2007)Lebensmittelfarbstoffe sowie Natriumbenzoat (E 211, eines der weltweit meistverwendeten Konservierungsmittel für Lebensmittel und Kosmetika) verursachen Hyperaktivität in Kindern. Es geht um
Global Hyperactivity Aggregate
(GHA) und umAttention Deficit Hyperactivity Disorder
(ADHD). Die biologischen Zusammenhänge werden leider nicht untersucht.
2.6.1 Tartrazin (E102)
Dieser gelbe Farbstoff wurde 1885 von der BASF patentiert. 1959 wird Tartrazin in Deutschland zur Verwendung in Lebensmitteln zugelassen, ab 1991 nur noch in Branntwein und Likör, aber seit 2006 wieder allgemein verwendbar. Es ist allergieauslösend und kann zu Atemproblemen, Hautausschlägen und Heuschnupfen führen. Bei Kindern wird die Auslösung von verhaltensneurologischen Problemen wie Reizbarkeit, Unruhe, Schlafstörungen und Hyperaktivität beobachtet.
- The Potential Risks of Tartrazine (2022)
Tartrazin ist ein synthetischer Azofarbstoff, der als zitronengelber bis orangefarbener Lebensmittelfarbstoff eingesetzt wird. Tartrazin ist neurotoxisch, genotoxisch und wohl krebserregend; es kann Verhaltensprobleme wie ADHD, Nesselsucht, Angioödeme, Asthma, Dermatitis und Nahrungsmittelunverträglichkeiten verursachen.
- chemie.de: Tartrazin
2.6.2 Titandioxid (E171)
Titandioxid war bisher in Lebensmitteln, aber auch in Kaugummi, Kosmetika (auch Sonnenschutzmittel), Farben und Arzneimitteln enthalten. Es ist nichts weiter als ein Füllstoff und wird zum Aufhellen der Produkte verwendet, ohne Nährwert oder Notwendigkeit in den Produkten. Bei der Arzneimittelherstellung dient Titandioxid nicht nur als Farbstoff, sondern auch als Trübungsmittel oder als Schutz gegen UV-Strahlung.
Nach einer neuen Bewertung der EFSA in 2021 wird Titandioxid in Frankreich und seit 1.8.2022 in Deutschland in Lebensmitteln verboten, denn es schädigt Darm und Gehirn und fördert Entzündungen und Krebs. In Arzneimitteln, Kosmetika und Zahncremes ist es weiterhin erlaubt. Titandioxid wird nicht ausgeschieden, sondern reichert sich im Körper an. Es gibt keine sichere Menge für die tägliche Aufnahme von Titandioxid.
Titandioxid (TiO2) wird im Lebensmittelbereich als E171 bezeichnet, in Kosmetika als CI 77891 und im Farbenbereich als PW6 (Pigment White 6).
- Nach foodwatch-Kritik: Dr. Oetker verzichtet auf Titandioxid (4.2020)
- Zentrum der Gesundheit:
- Titandioxid ‒ Ein Stoff, den Sie meiden sollten
Titandioxid schadet dem Darm, schwächt das Immunsystem, fördert Entzündungen, begünstigt das Leaky Gut Syndrom und verursacht Krebs. Lieber nicht!
- Titandioxid ist nun doch gefährlich!
Auch die EFSA hat jetzt gemerkt, dass in Titandioxid mehr gefährliche Nanopartikel als erwartet enthalten sind.
- Titandioxid ‒ Ein Stoff, den Sie meiden sollten
- Midori Shimizu, Hitoshi Tainaka, Taro Oba, Keisuke Mizuo, Masakazu Umezawa and Ken Takeda:
Maternal exposure to nanoparticulate titanium dioxide during the prenatal period alters gene expression related to brain development in the mouse (7.2009)Die Belastung der Mutter mit Nanopartikeln aus Titandioxid in der Schwangerschaft ändert (schädigt) diejenigen Gene, die die Entwicklung des kindlichen Gehirns beeinflussen. (Tierversuch, Maus)
- Sarah Bettini, Elisa Boutet-Robinet, Christel Cartier, Christine Coméra, Eric Gaultier, Jacques Dupuy, Nathalie Naud, Sylviane Taché, Patrick Grysan, Solenn Reguer, Nathalie Thieriet, Matthieu Réfrégiers, Dominique Thiaudière, Jean-Pierre Cravedi, Marie Carrière, Jean-Nicolas Audinot, Fabrice H. Pierre, Laurence Guzylack-Piriou & Eric Houdeau:
Food-grade TiO2 impairs intestinal and systemic immune homeostasis, initiates preneoplastic lesions and promotes aberrant crypt development in the rat colon (1.2017)Bei Ratten, die eine Woche lang mit Titandioxid gefüttert werden, wird Titan in den Immunzellen nachgewiesen. Die Th1-Zellen nehmen ab, während die Th1/Th17-Entzündungsreaktionen der Milz stark zunehmen; auch im Dickdarm entstehen Entzündungen.
- Pedro A Ruiz, Belen Morón, Helen M Becker, Silvia Lang, Kirstin Atrott, Marianne R Spalinger, Michael Scharl, Kacper A Wojtal, Anne Fischbeck-Terhalle, Isabelle Frey-Wagner, Martin Hausmann, Thomas Kraemer, Gerhard Rogler:
Titanium dioxide nanoparticles exacerbate DSS-induced colitis: role of the NLRP3 inflammasome, auch hier (7.2017)Oral eingenommenes Titandioxid verschlimmert eine akute Colitis. Titandioxid verstärkt oxidativen Stress. Bei gestörter Darmbarrierefunktion (Leaky Gut) und bei Reizdarm (IBD) oder einer anderen entzündlichen Erkrankung wird die Situation durch Titandioxid-Nanopartikel verschlimmert.
- Gabriela Pinget, Jian Tan, Bartlomiej Janac, Nadeem O. Kaakoush, Alexandra Sophie Angelatos, John O'Sullivan, Yen Chin Koay, Frederic Sierro, Joel Davis, Shiva Kamini Divakarla, Dipesh Khanal, Robert J. Moore, Dragana Stanley, Wojciech Chrzanowski, Laurence Macia:
Impact of the Food Additive Titanium Dioxide (E171) on Gut Microbiota-Host Interaction (14.5.2019)Titandioxid verändert die Darmschleimschicht und verursacht eine Entzündung des Dickdarms, wie sich an der verringerten Kryptenlänge, der Infiltration von CD8+-T-Zellen, vermehrten Makrophagen sowie einer erhöhten Expression von Entzündungszytokinen zeigt. (Tierversuch, Mäuse)
- Xiaoqiong Cao, Yanhui Han, Min Gu, Hengjun Du, Mingyue Song, Xiaoai Zhu, Gaoxing Ma, Che Pan, Weicang Wang, Ermin Zhao, Timothy Goulette, Biao Yuan, Guodong Zhang, Hang Xiao:
Foodborne Titanium Dioxide Nanoparticles Induce Stronger Adverse Effects in Obese Mice than Non-Obese Mice: Gut Microbiota Dysbiosis, Colonic Inflammation, and Proteome Alterations, auch hier (6.2020)Pressemitteilung: Common food additive causes adverse health effects in mice
SciTechDaily: Researchers Warn: Common Food Additive ‒ Banned in France but Allowed in the U.S. ‒ Causes Adverse Health Effects in Mice
Die biologischen Wirkungen von Titandioxid als Farbstoff (E171) und als Nanopartikel werden bei adipösen und nicht adipösen Mäusen untersucht. Ergebnis: im Darm Zunahme schädlicher Bakterien (Firmicutes) und Abnahme nützlicher Bakterien (Bacteroidetes, Bifidobacterium und Lactobacillus), sowie stärkere Neigung zu Entzündungen, bei Titan-Nanopartikeln eher als beim Farbstoff, bei Fettleibigen eher als bei Normalgewichtigen. Zudem werden Signalwege über signalisierende Proteine in Leber und Dickdarm verändert.
- Xiaoqiang Zhu, Lijun Zhao, Zhi Liu, Qibing Zhou, Yanhong Zhu, Yuliang Zhao & Xiangliang Yang:
Long-term exposure to titanium dioxide nanoparticles promotes diet-induced obesity through exacerbating intestinal mucus layer damage and microbiota dysbiosis, Ergänzung (12.2020)(Tierversuch, Mäuse) Titandioxid-Nanopartikel, die als Lebensmittelzusatzstoffe in einigen fettreichen Lebensmitteln verwendet werden, schädigen die Schleimschicht und die Darmflora im Dickdarm, besonders bei Fettleibigen. Es kommt zu einer systemischen Entzündung.
- Mikaela Conley:
Titanium Dioxide, banned in Europe, is one of the most common food additives in the U.S. (5.1.2025)Gründliche Beschreibung der Schadenswirkungen von Titandioxid: es ist genotoxisch, zytotoxisch, neurotoxisch, verändert die Darmflora, fördert Stoffwechselstörungen und dadurch Fettleibigkeit, fördert Arteriosklerose, Darmentzündungen und Tumore, ist möglicherweise krebserregend (IARC Gruppe 2B) und verursacht weitere Gesundheitsschäden. Seine Nanopartikel können DNA-Schäden und Zellmutationen verursachen.
- EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit):
- Safety assessment of titanium dioxide (E171) as a food additive (6.5.2021)
- Safety and efficacy of a feed additive consisting of titanium dioxide for all animal species (Kronos International, Inc.) (16.6.2021)
- Pressemitteilungen:
Titandioxid: E171 gilt bei Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr als sicher (6.5.2021)
Titanium dioxide: no longer considered safe as feed additive (16.6.2021)
Titandioxid sammelt sich im Körper an und verändert die genetische Information in den Körperzellen (Genotoxizität). Das kann zu Krebs führen. Es gibt keine sichere Menge für die tägliche Aufnahme.
- Titan wird auch in Prothesen und als Zahnersatzstoff verwendet.
Titandioxid: Vergiftet uns die Pharma-Industrie? (31.10.2022)
Titanium Dioxide: To Ban or Not to Ban? (20.10.2022)
Titandioxid ist seit 1.8.2022 in Lebensmitteln verboten, in Medikamenten weiterhin erlaubt.
3 Mangel an Vitalstoffen
Vitalstoffe sind Vitamine, Mineralien und Bio-Flavonoide. Mangelsituationen können bei mangelnder Versorgung und bei erhöhtem Bedarf entstehen. Durch den Mangel wird die Entstehung von Krankheiten begünstigt.
- Die Mangelversorgung kann bei ungesunder Ernährung oder z.B. durch Erkrankung bzw. Fehlfunktion des Magen-Darm-Traktes entstehen, so dass zu wenige Vitalstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden. Möglich ist auch eine Stoffwechsel-Besonderheit, so dass die Vorläufer-Form des Vitamins nicht in ausreichender Menge in die aktive Form des Vitamins umgewandelt wird, möglich z.B. bei Vitamin D. Mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr einer Mangelversorgung.
Die industrielle Landwirtschaft ermöglicht dem Boden keine Regeneration. So nehmen die Pflanzen, speziell moderne Pflanzenzüchtungen, weniger Mikronährstoffe wie Zink, Eisen und Magnesium auf. Für die Bewertung der Qualität im Obst-, Gemüse- und Getreidehandel spielt der Gehalt an Mikronährstoffen leider keine Rolle.
- Der erhöhte Bedarf besteht bei giftbelasteten Menschen, bei Sportlern, bei Menschen mit intensiver Muskelarbeit und bei häufigem Schwitzen, z.B. in der Sauna, in der Schwangerschaft, bei Rauchern, bei psychischem Stress, bei Entgiftungstherapien mit Chelatbildnern und bei älteren Menschen.
Der Mangel an Vitalstoffen schwächt das Immunsystem und erhöht die Anfälligkeit des Körpers für Fehlfunktionen und Krankheiten aller Art. Die schulmedizinische Diagnostik eines Vitaminmangels als Ursache einer Krankheit gelingt nur selten und nur bei sehr starkem Mangel, z.B. Skorbut bei Mangel an Vitamin C oder Rachitis bei Mangel an Vitamin D.
Die Orthomolekulare Medizin
befasst sich mit natürlichen, körpereigenen Substanzen. Essenzielle Mikronährstoffe wie Vitamine, Antioxidantien, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fettsäuren und Aminosäuren werden in der Vorsorge und Therapie eingesetzt, um defizitäre Stoffwechsellagen zu kompensieren. Diese körpereigenen Stoffe sind die Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf komplexer Stoffwechselvorgänge in unserem Organismus.
Das Konzept der orthomolekularen Medizin, komplementär zur klassischen Schulmedizin, bezieht sich sowohl auf den Bereich der Prophylaxe und Prävention als auch auf die Beeinflussung von bestehenden Grunderkrankungen. Fehlerhafte Ernährungsgewohnheiten, charakteristisch für unsere Fast-food-Gesellschaft, führen zu einer schleichenden Unterversorgung mit essenziellen Nährstoffen. Verstärkt wird dieser Einfluß durch zahlreiche Schadstoffe aus der Umwelt. Das System der Grundregulation ist gefährdet. Folge: gestörte Stoffwechselabläufe, entzündliche Prozesse und Entartung von Zellen.
In der Schulmedizin hält man es für überflüssig, auf eine ausreichende Vitalstoffversorgung als Grundlage der Gesundheit zu achten. Wenn der kranke Mensch zum Arzt geht, wird die Vitalstoffversorgung generell nicht überprüft. Um die Menschen davon abzuhalten, in eigener Initiative Vitamine und Mineralien zusätzlich einzunehmen, wird gerne die Gefahr einer Hypervitaminose
beschworen, also einer Überdosierung von Vitaminen. Das ist völlig übertrieben, denn Krankheits- und Todesfälle, die dadurch verursacht würden, sind nicht bekannt.
Weitere Informationen
- auf bbfu.de: detaillierte Beschreibung von Vitaminen und Mineralien:
- auf amalgam-informationen.de: Portale im Internet mit Infos über Vitalstoffe
- Dr. Ulrich Th. Strunz: Bluttuning, die Praxis
Empfehlungen für die Idealwerte im Blut, an vielen Stellen abweichend von den Empfehlungen der Schulmedizin.
- Maurice I. Smith, W.T. McClosky, E.G. Hendrick:
The Influence of Vitamin Deficiencies on Susceptibility to Certain Poisons (4.1926)(Tierversuch, Ratten) Bei vitaminarmer Ernährung ist die Wirkung von bestimmten Giften deutlich erhöht. Bei Mangel an Vitamin A besteht auch eine erhöhte Tuberkulose-Gefahr, bei Mangel an B-Vitaminen erhöhte Herz-Kreislauf-Probleme und bei generellem Vitaminmangel eine erhöhte Diphterie-Gefahr.
- Milton Theodore Hanke:
Relation of Diet to General Health and Particularly to Inflammation of the Oral Tissues and Dental Caries (6.1930)Personen mit guter Versorgung an den Vitaminen C und D haben deutlich weniger Entzündungen in der Mundhöhle und weniger Karies.
- American Academy of Pediatrics, Committee on Infectious Diseases:
Vitamin A Treatment of Measles (5.1993)Mangel an Vitamin A ist ein Risikofaktor für Masern. Bei Erkrankung an Masern sollte der Vitaminmangel behoben werden. Dosisempfehlung: als Start 200.000 I.E. oral, bei Bedarf ggf. Fortsetzung.
- Kathleen M. Fairfield, Robert H. Fletcher: Vitamins for chronic disease prevention in adults (6.2002)
Einige Patienten haben ein höheres Risiko für Vitaminmangel: ältere Menschen, Veganer, Alkoholiker und Menschen mit schlechter Vitaminaufnahme aus der Nahrung. Mögliche Folgen des Vitaminmangels: chronische Krankheiten wie koronare Herzerkrankung, Krebs und Osteoporose.
Die
koronare Herzerkrankung
wird auch ischämische Herzkrankheit genannt. Es handelt sich um eine Erkrankung der Herzkranzgefäße (Koronararterien), meistens verursacht durch Arteriosklerose. - Bodo Kuklinski: Zur
Gefährlichkeit
von Vitaminen und Mikronährstoffen (2009)Abwertende Meldungen über die Einnahme von Vitaminen entstehen durch Studien mit erheblichen methodischen Fehlern. Es wird erläutert, wo die Einnahme von Vitaminen mehr oder weniger sinnvoll ist.
- Lok-Kin Yeung, Daniel M Alschuler, Melanie Wall, Heike Luttmann-Gibson, Trisha Copeland, Christiane Hale, Richard P Sloan, Howard D Sesso, JoAnn E Manson, Adam M Brickman:
Multivitamin Supplementation Improves Memory in Older Adults: A Randomized Clinical Trial, auch hier (24.5.2023)Kommentare
- Pressemitteilung: Multivitamin improves memory in older adults, study finds
- National Institutes of Health (USA): Daily multivitamin may enhance memory in older adults
- JoAnn E. Manson: Daily Multivitamins Boost Memory in Older Adults (12.6.2023)
Im Allgemeinen nehmen die geistigen Fähigkeiten mit zunehmendem Alter ab. In dieser Studie ergibt sich, dass die Gedächtnisleistungen von älteren Menschen durch die Einnahme von Multivitamin-Präparaten verbessert werden.
- Chirag M Vyas, JoAnn E Manson, Howard D Sesso, Nancy R Cook, Pamela M Rist, Alison Weinberg, M Vinayaga Moorthy, Laura D Baker, Mark A Espeland, Lok-Kin Yeung, Adam M Brickman, Olivia I Okereke:
Effect of multivitamin-mineral supplementation versus placebo on cognitive function: results from the clinic subcohort of the COcoa Supplement and Multivitamin Outcomes Study (COSMOS) randomized clinical trial and meta-analysis of 3 cognitive studies within COSMOS, auch hier (18.1.2024)COcoa Supplement and Multivitamin Outcomes Study
Die tägliche Einnahme eines Multivitaminpräparats verbessert das Gedächtnis und verlangsamt den kognitiven Verfall bei älteren Erwachsenen, mit 73 Jahren um 60 %.
Industry Scandal: The Loss Of Nutrients | Full Documentaries (20.7.2024)
Landwirtschaft, Pflanzenzüchtung und Saatgut-Erzeugung wurden in den letzten Jahrzehnten zunehmend von großen Konzernen übernommen mit fatalen Folgen:
- Moderne landwirtschaftliche Praktiken und Saatguthybridisierung haben den Vitalstoff-Gehalt von Obst und Gemüse in den letzten 60 Jahren deutlich reduziert, mit durchschnittlichen Rückgängen von 16 % bei Calcium, 27 % bei Vitamin C und 50 % bei Eisen.
- Der Fokus auf höhere Erträge, längere Haltbarkeit im Supermarkt und optische Attraktivität bei der Pflanzenentwicklung hat zu weniger Vitalstoffen geführt. Das wird besonders bei Tomaten im Vergleich zu traditionellen Sorten deutlich: die modernen Hybridtomaten schmecken nach nichts.
- Vier multinationale Konzerne kontrollieren zwei Drittel des weltweiten Saatgutmarktes, was zu einem Verlust der Artenvielfalt, einer Abhängigkeit der Landwirte von Hybridsaatgut und ausbeuterischen Arbeitspraktiken (Billiglohn, Kinderarbeit) bei der Saatgutproduktion führt.
- Der Vitalstoffrückgang in den Erzeugnissen erhöht das Risiko von Mangelerscheinungen, weniger Antioxidantien und mehr chronischen Krankheiten. Der Mangel kann durch Nahrungsergänzungsmittel teilweise behoben werden.
- Lösungsansätze: Unterstützung von Saatgutbanken, regenerative Landwirtschaft, Richtlinien zur Verbesserung der Bodengesundheit, faire Arbeitspraktiken bei der Saatgutproduktion.
- ScienceDaily: Bigger crops, fewer nutrients: The hidden cost of climate change (10.7.2025)
Größere Ernten, weniger Nährstoffe: Die versteckten Kosten des Klimawandels
Der Klimawandel entzieht unseren Lebensmitteln still und leise Nährstoffe. Steigende CO2-Werte und höhere Temperaturen mindern den Nährwert von Nutzpflanzen, insbesondere bei lebenswichtigem Blattgemüse wie Grünkohl und Spinat. Der Mangel an Mineralien, Proteinen und Antioxidantien erhöht das Risiko für Fettleibigkeit, geschwächtes Immunsystem und chronische Krankheiten.
- Julia J Rucklidge, F Meredith Blampied, Leona Manna, Angela Sherwin, Sue Bagshaw, Roger T Mulder, Joseph Boden:
Protocol for a randomised placebo-controlled trial investigating the efficacy and safety of a vitamin-mineral formula targeting dysregulated emotions in teenagers: The balancing emotions of adolescents with micronutrients (BEAM) study (27.10.2022)Julia J Rucklidge, Angela Sherwin, Joseph Boden, Roger Mulder:
Severe irritability in teens can be reduced by daily doses of vitamins and minerals – new research (3.3.2026)Reizbarkeit und Wutausbrüche sind ein häufiges und belastendes Problem von Jugendlichen. Mit Mikronährstoffen – als Alternative zu einer psychiatrischen Behandlung – wird die psychische Gesundheit junger Menschen grundlegend verbessert. Das zeigt diese doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie.
- Carina Rehberg, Zentrum der Gesundheit: Multivitaminpräparat verlangsamt Alterung
Die Vitamine können nicht nur das Gedächtnis bei Älteren bessern, sondern auch bestimmte Langlebigkeits-Marker günstig beeinflussen.
- Vitamine: Schulmedizinische Position
In der Schulmedizin vertritt man die Glaubensüberzeugung, dass Vitalstoffe (Vitamine und Mineralien) als Nahrungsergänzungsmittel allgemein, bis auf sehr seltene Ausnahmen, überflüssig sind. Angeblich regelt der Körper seinen Bedarf an Vitalstoffen irgendwie selbst – vollautomatisch, per Homöostase (siehe Begriffserklärung auf Wikipedia). Andererseits meint man, dass die Gefahren durch die Einnahme von Vitaminen und die dadurch entstehenden Krankheiten (
Vitaminosen
) von großer Bedeutung seien. Deshalb wird vor der Einnahme von Vitaminen und Mineralien gewarnt. Für den Bedarf des Körpers an Vitalstoffen gibt es kein Interesse.- Spiegel Online: Wer auf Vitaminpillen setzt, stirbt womöglich früher (1.7.2024)
bbfu.de